Viele afrikanische Völker widersetzten sich der Fremdherrschaft durch die Europäer. Sie kämpften gegen Sklaverei, Zwangsarbeit und wirtschaftliche Ausbeutung. Die Kikuyu in Kenia, die Herero in Namibia, die Zulus in Südafrika und zahlreiche andere Völker rebellierten gegen die Kolonialherren im Land. Doch sie verfügten nicht in gleichem Maß über moderne Waffen wie die Kolonialmächte. Deshalb wurden die Aufstände immer wieder im Keim erstickt. Das Blatt wendete sich im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert. Widerstandskämpfer aus allen Teilen des Kontinents verbündeten sich und entfachten einen Sturm der Befreiung. Diesem geballten Freiheitswillen konnten die europäischen Mächte nicht mehr viel entgegen setzen. Außerdem waren sie durch die beiden Weltkriege geschwächt. Sie mußten die afrikanischen Kolonien aufgeben.
Ghana war das erste afrikanische Land, das seine Unabhängigkeit erklärte. Das war im Jahr 1957. Danach sagte sich ein Land nach dem anderen von den Kolonialmächten los. 1960 – im sogenannten Afrika-Jahr - hatten 18 Kolonien die Unabhängigkeit von den Kolonialmächten erlangt. Ghana, Mali und Simbabwe benannten sich nach den mittelalterlichen Königreichen, um an die große Geschichte ihrer Vorfahren zu erinnern.
Am 25. Mai 1963 gründen die ersten 30 unabhängigen afrikanischen Staaten in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die OAU, die Organisation für Afrikanische Einheit. Südafrika ist nicht bei den Gründerstaaten dabei, denn in dem Land herrscht die Politik der weißen Minderheit, genannt Apartheid. Ziele der OAU sind die Entkolonisierung Afrikas und die Beseitigung der Herrschaft weißer Minderheiten. Der Zusammenschluss erhöht das weltpolitische Gewicht von Afrika. Zum ersten Mal treten die OAU-Mitglieder in der UNO geschlossen auf und sprechen mit einer Stimme. Heute sind fast alle afrikanischen Staaten Mitglied der OAU.