
Pharao Ahmose hatte die Hyksos vertrieben. Er einigte die beiden Reiche Ober- und Unterägypten. Zum dritten Mal feierte das Reich seine Wiederauferstehung. Man nannte es "Das Neue Reich". Es währte fünf Jahrhunderte (ca. 1.551 bis 1.070 v. Chr.) und bescherte Ägypten seine größte Blütezeit. Die Pyramidenzeit war zu Ende. Die Pharaonen wurden nun im Tal der Könige westlich von Theben bestattet. Statt Pyramiden wurden großartige Tempel erbaut. Frauen kamen an die Macht. Mangels anderer Nachfolger regierte Königin Hatschepsut über zwei Jahrzehnte. An ihrem Totentempel ist eine Expedition in das Weihrauchland Punt beschrieben. Wissenschaftliche und künstlerische Neuheiten wurden geschaffen, Echnaton stiftete eine neue Religion. Ramses II. unternam mehrere Feldzüge und vergrößerte Ägypten. Im Süden eroberten seine Truppen nubisches Gebiet. Im Norden drangen ägyptische Heere in den asiatischen Raum ein und überschritten den Euphrat. Nie war das Reich größer und mächtiger, doch nie hatte es mehr Feinde.
Ahmose hatte den Ehrgeiz, die verloren gegangenen Gebiete in Nubien zurückzuerobern. Thutmosis III. erobert Gebiete im Nordosten, er besiegt die Phönizier und dringt bis zum Fluss Euphrat vor. Im Süden werden die Nubier bis zum 4. Katarakt zurückgedrängt. Die Karte oben rechts zeigt die Ausmaße des Neuen Reiches. Ägypten erstreckt sich von Nubien - ab dem 3. Katarakt - bis zuim Euphrat. Ägypten ist nun die größte Weltmacht! Unermeßliche Reichtümer und Schätze gelangen als Kriegsbeute ins Reich: Gold, Edelhölzer, Kupfer, Tierherden, Streitwagen... und Heere von Sklaven! Mit diplomatischem Geschick werden Heiraten arrangiert. Zweihundert Jahre herrscht Frieden. Danach müssen die Ägypter ihre neuen Grenzen im Norden gegen die Hethiter verteidigen. Ramses II. schlägt das Volk aus der heutigen Türkei in der berühmten Schlacht von Kadesch. Sein Heer geht fast unter, doch der unerbittliche Ramses siegt am Ende. Nach der Schlacht versöhnen sich die Völker. Ramses muss die Verteidigungslinien im Westen des Nildeltas verstärken. Hier versuchen die Lybier nach Ägypten vorzudringen. Sein Nachfolger Ramses III. bekämpft die Seevölker aus Griechenland, Kreta und Palästina, die über das Mittelmeer Ägypten erobern wollen. Links im Bild siehst du Ramses II. mit den Göttern Amun und Mut.

Ägypten demonstriert seine neu gewonnene Macht mit riesigen, luxuriösen Tempelbauten. In Theben wird der Tempel von Karnak erweitert und verschönert. Der Tempel von Luxor kommt hinzu. Ramses II. lässt an der Südgrenze zu Nubien den riesigen Felsentempel Abu Simbel in den Stein hauen. Es ist ein Heiligtum von bis dahin nie gekannten Ausmaßen. Königin Hatschepsut gibt den Totentempel von Deir el-Bahari in Auftrag. Der Tempel ist riesig, doch sie wird nie darin bestattet.
Amenophis IV, war ein Revolutionär. Er fand, dass zu viele Götter angebetet werden. Im Lauf der Zeit waren es 1000 Götter! Er schaffte die vielen Gottheiten ab und liess nur noch einen Gott verehren, Aton, der die Sonne verkörperte. Amenophis änderte seinen Namen in "Echnaton" und behauptete, dass nur er und seine Gemahlin Nofretete eine Verbindung zu dem neuen Gott besitzen. Er liess zu Ehren von Aton eine neue Stadt erbauen, die später als Amarna bekannt wurde. Das Volk musste von nun an Echnaton und Nefrotete anbeten. Die Priesterschaft war empört. Sie hatte den alten Göttern gedient und wurde durch die neue Ein-Gott-Religion entmachtet.



Echnaton und seine Hauptgemahlin Nofretete waren das erste Paar in der ägyptischen Geschichte, das sein Ehe- und Familienleben öffentlich zur Schau stellte. An Tempeln und öffentlichen Plätzen prangten Abbildungen des Paares zusammen mit seinen Kindern. Der Starkult, den die beiden um sich betrieben, war vielen ein Dorn im Auge. War das der Grund für Echnatons Tod im Alter von 40 Jahren? Nofretete herrschte für eine Übergangszeit, bis Echnatons Sohn Tutanchamun nächster Pharao wurde. Gerüchte kamen in Umlauf, ob er wirklich eines natürlichen Todes gestorben war. Nach Echnatons Tod kam es zu einer Gegenrevolution. Die Priesterschaft setzte die alten Götter wieder ein, und das Volk verehrte sie wieder. Einige Forscher fragten sich, ob Echnaton Opfer einer Intrige aus der Priesterschaft wurde. Auch bei seinem Sohn und Nachfolger, dem Kindkönig Tutanchamun, weiß man nicht genau, ob die Priesterschaft an seinem frühen Tod schuld war. Mehr über Tutanchamun
Die Nubier gehörten zu den Völkern, die von den Ägyptern erobert und versklavt wurden. Sie mußten beim Bau der Pyramiden, Tempel und Stadtanlagen helfen. Nubier arbeiteten auf den Feldern wie auch als Haussklaven. Doch sie konnten in Dörfern frei zusammenleben. Manche durften später wieder in ihre Heimat zurückkehren. Aus Nubien bezogen die Ägypter Gold, Getreide, Früchte und Felle. Die Pharaonen des Neuen Reiches gebärdeten sich Nubien gegenüber wie eine Kolonialmacht. In der sogenannten Spätzeit Ägyptens kehrten die Nubier den Spieß um. Sie eroberten Ägypten und herrschten eine Dynastie lang über das gesamte Reich.
Nach dem Tod von Ramses XI. beginnt die Dritte Zwischenzeit. Wieder zerfällt das Reich in Ober- und Unterägypten. Der Wesir von Ramses XI. wird sein Nachfolger. Er beherrscht von der neuen Hauptstadt Tanis im Nildelta Unterägypten. Zur gleichen Zeit erklärt sich ein Hohepriester in Theben zum Pharao von Oberägypten. Ein Jahrhundert später gelingt es einem libyschen Söldnerführer, die beiden Königreiche wieder zu vereinen. Es ist der erste Pharao, der nicht Ägypter ist. Er zieht gegen Nubien und Palästina in den Krieg. Für kurze Zeit flammt die alte Macht des ägyptischen Reiches wieder auf.
Woran zerbrach das Reich der Ägypter? An inneren Machtkämpfen, an falschen Verbündeten oder an einem zu schwachen Herrscher? Hier findest du mehr über das Ende der Pharaonen