Südafrika war seit Urzeiten das Land der Buschmenschen, der Jäger der Savanne. Dann fielen etwa 500 vor Christus Bantuvölker aus dem Herzen von Afrika in den Süden ein. Die Bantu waren Bauern und Viehzüchter. Sie verdrängten die Buschmenschen aus ihren Jagdgebieten. Ihre Speere aus Eisen waren den Pfeilen der Buschmenschen überlegen. Doch den Bantuvölkern drohte später ein ähnliches Schicksal, als europäische Siedler in Südafrika einfielen. Die Eisenspeere der Zulu waren den Gewehren der Europäer unterlegen.

Europäische Entdecker landeten im 15. Jahrhundert an den südlichen Küsten Afrikas. Der Portugiese Bartolomeu Dias erkundete als erster die Küstenregion. Er ging 1487 an der Walfischbucht vor Anker. Ihm folgten die Händler. 1652 betrat der Niederländer Jan van Rieebeck afrikanischen Boden, das war am Kap der guten Hoffnung. Er gründete hier einen Versorgungsposten für die Schiffe der niederländischen Ost-Indien-Kompanie. Mit den Händlern kamen die ersten Siedler aus den Niederlanden. Sie waren Bauern und nannten sich Buren. Seitdem herrschten mehr als dreieinhalb Jahrhunderte Mißtrauen und Gewalt zwischen schwarzen Völkern und weißen Siedlern.
Die niederländischen Siedler vertrieben die schwarzen Völker und besetzten das fruchtbare Land im Südwesten. Sie nannten das Gebiet Kapland. In der Mitte des 19. Jahrhunderts hielten die Briten Einzug in Südafrika. Sie führten zwei Kriege gegen die Buren und eroberten Kapland. Die Buren mußten weichen. Sie zogen in einem großen Trek nach Norden, in das Gebiet der schwarzen Hirtenvölker. Sie wurden auf diesem Trek von Kriegern der Zulu und Xhosa angegriffen. Aus Rache führten sie Vernichtungsfeldzüge gegen die schwarzen Krieger oder trieben sie in die Sklaverei.
Die schwarzen Völker wehrten sich gegen die europäischen Siedler. Zu diesen Völkern zählten die Xhosa, die Zulu und die Ndebele. Der erfogreichste Krieger war Shaka Zulu. Er machte die Zulu im 19. Jahrhundert zum mächtigsten Volk in Südafrika. Shaka hatte eine schlagkräftige Armee aufgebaut und andere Stämme unterworfen. Sein großes Königreich wurde selbst für die britischen Armeen zur Bedrohung. Die Zulu gewannen einige Schlachten. Sie waren schlau und mutig. Doch ihre Speere waren auf Dauer den modernen Gewehren der Briten unterlegen. Die Anführer der afrikanischen Reiche wurden umgebracht oder auf der Gefangeneninsel Robben Island eingesperrt. So kam es, dass 1881 ganz Südafrika britische Kolonie wurde. Mehr über Shaka Zulu
Die Rassentrennung begann, als britische Soldaten südafrikanischen Boden betraten. Die Briten schufen die Sklaverei ab. Doch sie behandelten die schwarze Bevölkerung wie Menschen zweiter Klasse. 1911, ein Jahr nachdem weiße Politiker die "Südafrikanische Union" gegründet hatten, bestimmten 4 Millionen Weiße über die Mehrheit von 41 Millionen Schwarzen. Sie beschlossen, dass Schwarze nur niedrige Arbeit verrichten sollten und sie wiesen Schwarzen bestimmte Siedlungsgebiete zu. 1948 erliess die Regierung der Weißen weitere Gesetze zur Rassentrennung. Sie nannten diese Politik "Apartheid". Das Wort Apartheid stammt aus dem Afrikaans, der Sprache der niederländischen Einwanderer, und bedeutet Trennung. Mehr über Apartheid in Südafrika
Seit dem Beginn der Apartheid gab es Proteste dagegen. Doch mit diesen verschärften Gesetzen wuchs der Widerstand. Schwarze Widerstandskämpfer bildeten eine Partei, den African National Congress, abgekürzt ANC. Sie organisierten Protestaktionen gegen die menschenverachtende Politik der Weißen. Sie beschädigten Regierungsgebäude und sabotierten Industriebetriebe. Nelson Mandela war einer der bekanntesten Mitglieder des ANC. Er wurde zu einer treibenden Kraft im bewaffneten Widerstand. Er wurde verfolgt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Widerstand gegen die Politik der Apartheid wurde auch im Ausland immer stärker. Anfang 1990 war die weiße Minderheitsregierung gezwungen, die Apartheidsgesetze abzuschaffen. Schwarze Parteien wurden wieder zugelassen. Nelson Mandela und andere Widerstandskämpfer wurden aus den Gefängnissen entlassen.
1961 wurde Südafrika ein unabhängiger Staat, genannt Republik Südafrika. Doch die wirkliche Unabhängigkeit kam erst, als die Gesetze der Apartheid abgeschafft wurden. 1994 fanden die ersten demokratischen Wahlen statt, eine neue Verfassung wurde geschrieben. Der bekannte Freiheitskämpfer Nelson Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsidenten gewählt. Südafrika wurde zu einem Land, in dem alle Bürger vor dem Gesetz gleich sind. Doch bis die schwarze Bevölkerung auch auf allen anderen Gebieten wie Bildung, Einkommen, politische Teilhabe der weissen Bevölkerung gleich gestellt ist, vergehen sicher noch einige Jahre. Mehr über Nelson Mandela