Es gibt viele verschiedene Falkenarten in Ägypten, und die Falknerei ist ein beliebter Sport. Falken wurden wegen ihrer hervorragenden Jagdeigenschaften bereits seit dem Altertum sehr geschätzt. Sie besitzen ein außerordentlich scharfes Auge. Sie erjagen ihre Beute im Sturzflug, so dass diese kaum flüchten kann. Sie erreichen beim Sturzflug eine solche Kraft, dass sie manchmal nur mit der Wucht ihrer Krallen die Beute erlegen. Sie bauen übrigens keine Nester, sondern ziehen es vor, die Nester anderer Vögel zu benutzen. Manche Falkenarten ziehen ihre Jungen auch in Felsspalten groß. Falken spielen in der ägyptischen Mythologie eine große Rolle. Einer der wichtigsten ägyptischen Götter, Horus, wurde entweder als Falke dargestellt oder als menschliches Wesen mit einem Falkenkopf.
Die Uräusschlange oder ägyptische Kobra ist der Star unter den Wüstenschlangen. Die Giftnatter spielt die Hauptrolle in der Geschichte um Kleopatra. Der Legende nach beging die letzte der ägyptischen Pharaonen Selbstmord, indem sie sich von einer Uräusschlange beißen ließ. Diese Schlange war das Symbol des Reiches von Unterägypten. Uräusschlangen können bis zu zweieinhalb Meter lang werden. Der Kopf ist groß und läuft nach vorne spitz zu. Ihre Haut ist gelbbraun bis schwarz, manchmal ist sie auch gefleckt oder trägt dunkle Querbänder. Die Uräusschlange findet man in Halbwüsten, Wüsten und Steppen. Gerne lebt sie in Feldern oder in der Nähe menschlicher Siedlungen. Denn da findet sie die meiste Beute. Auf ihrem Speisezettel finden sich kleine Säugetiere, Vögel und Reptilien. Uräusschlangen sind Bodenbewohner und verkriechen sich tagsüber unter Felsen, im Gestrüpp oder unter Hütten. Die Uräusschlange ist schnell. Wird sie angegriffen, stellt sie sich auf und breitet den Nackenschild zur typischen Drohhaltung aus. Wer würde da nicht die Flucht ergreifen?
Die Ägyptische Landschildkröte liebt den heißen Wüstensand. Die Einzelgänger sind mit ihrer Tarnfarbe perfekt an die Wüste angepasst. Sie werden kaum länger als zehn Zentimeter und gehören zu den kleinsten und auch seltensten Landschildkröten. Zur heißesten Tageszeit gehen sie auf Nahrungssuche und vertilgen Gräser, Kräuter, Blätter und Blüten. Hin und wieder stehen auch Schnecken auf dem Speiseplan. Im Hochsommer, wenn das Thermometer auf über 45 Grad klettert, wird es selbst für die härtesten Wüstenwanderer zu heiß. Sie graben sich an einer feuchten Stelle ein und halten von Juni bis August Siesta. Dann erwachen sie zu neuem Leben. Auf der Suche nach Nahrung flitzen die Schildkröten durch die Wüste. So richtig aktiv werden die Männchen am Ende des Jahres, dann ist Paarungszeit. Im darauf folgenden Frühjahr legen die Weibchen ihre Eier in Mulden. Nach etwa drei Monaten schlüpfen die Jungen. Sie sind in kürzester Zeit selbstständig und kommen allein in der Wüste zurecht. In freier Wildbahn werden Ägyptische Landschildkröten 30 Jahre alt. Leider gibt es nur mehr 1.000 Exemplare. Weidetiere fressen ihnen die Pflanzen weg, und oft werden die Schildkröten eingefangen und auf Märkten verkauft, obwohl der Handel mit ihnen streng verboten ist.
Gibts nur im Nil! Der Katzenfisch ist eine Art Wels. Er ist keine klassische Schönheit, ist schuppenlos und hat einen Bart. Genauer gesagt: Acht Bartfäden, vier oben und vier unten. Weil die Barteln ähnlich wie die Schnurrhaare einer Katze aussehen, bekam er diesen Namen verpaßt. Der Katzenfisch hat gelernt, sich an trockene Zeiten anzupassen. Dank spezieller beinähnlicher Brustflossen kann der Katzenfisch sich auf dem Land fortbewegen, bis er einen Teich mit Wasser erreicht. Wenn die nächste Wasserstelle zu weit weg ist, hat er noch einen Trick auf Lager. Er hüllt sich in eine Kapsel aus Schleimhaut ein und vergräbt sich im Schlamm.
Mantelpaviane sind gesellige Tiere. Sie leben in Gruppen und hüten gemeinsam ihre Jungen. Mantelpaviane galten im Alten Ägypten als heilige Tiere. Der Gott Thot wurde manchmal in Paviangestalt dargestellt. Thot war der Gott der Schrift, der Wissenschaft und des Mondes. Paviane wurden beim Unterrichten von Schreiberschülern dargestellt. Auch im ägyptischen Totenbuch tauchen sie auf. Sie fahren in der Todesbarke mit. Der Tote wendet sich an sie und bittet um Gerechtigkeit im Totenreich. Paviane genossen Schutz und wurden nach ihrem Tod sogar mumifiziert. Mantelpaviane gehörten im alten Ägypten auch zum Alltag. Weibchen wurden oft als Haustiere gehalten. Die Männchen hielt man sich fern. Sie können nämlich ungewöhnlich aggressiv werden, wenn ein anderes Männchen in ihr Revier eindringt. Nicht zufällig wird die Hieroglyphe für "wütend sein" durch das Bild eines Pavians wiedergegeben. Heute sind sie in Ägypten nahezu verschwunden, wie ihre natürlichen Feinde, die Leoparden und Löwen. Das liegt an der zunehmenden Landwirtschaft, durch die natürliche Lebensäume vernichtet werden. In Saudi-Arabien haben sich Mantelpaviane an die Menschen angepasst. Sie leben in den Städten und suchen in Mülltonnen nach Nahrung.
Hier erfährst du mehr über Tiere der Wüste. Willst du mehr über die Tiere im alten Ägypten wissen? Dann sieh dich bei den ägyptischen Göttern um. Du wirst staunen, wie viele Tiere in der Götterwelt des Pharaonenreiches eine Rolle spielten.