Die Felsenkirchen von Lalibela zählen zu den Kulturwundern dieser Welt. Die Geschichte des Wunders von Lalibela beginnt um 1150, als ein Junge geboren wurde. Er wurde von einem Bienenschwarm umschwirrt. Seit der Pharaonenzeit gilt die Biene als Symbol der Könige. Deshalb taufte ihn seine Mutter auf den Namen Lalibela, „der von den Bienen erkorene Herrscher“. Tatsächlich wurde Lalibela später Kaiser von Lasta.
Lalibela war ein gläubiger Christ. Es machte ihn wütend, als Jerusalem vom Sultan von Ägypten und Syrien eroberte wurde. Er liess eine Stadt nach dem Vorbild von Jerusalem errichten. Den Bach, der durch die Wüste fließt, nannte er Jordan, nach dem Fluss, in dem Jesus getauft wurde. Den Berg nannte er Tabor, nach dem Berg, auf dem Jesus den Jüngern erschienen war. In die roten Felsen liess er 11 Kirchen mit einem kreuzartigen Grundriss meißeln. Jede Kirche ist ein monolithisches Bauwerk, sie besteht nur aus einem Felsen. Unterirdische Tunnel verbinden die Kirchen miteinander.
Die elf Felsenkirchen von Lalibela sind die größten monolithischen Bauwerke dieser Welt. Man konnte sich kaum vorstellen, dass sie allein von Menschenhand geschaffen wurden. Immerhin sind diese Gebetshäuser senkrecht aus einem einzigen Felsen gehauen worden, und zwar aus roter Basaltlava. Basaltlava gilt als eines der härtesten Gesteine der Welt. Deshalb erzählte man sich, dass tagsüber 500 Arbeiter daran arbeiteten, und nachts Heerscharen von Engeln.