Die Portugiesen begannen das Land zu einer Handelsstation für Seefahrer zu machen. Von der Stadt Luanda aus fuhren portugiesische Schiffe nach Indien. Angola war lange Zeit eine Kolonie von Portugal. Nicht nur die Handelsstation war wichtig für die Europäer. Sie waren besonders an der Ausbeutung der Diamanten und Goldvorkommen der Region interessiert. Die Herrscher von Angola wollten nur eines, an der Macht bleiben und ihren Reichtum vergrößern. Fällt dir an dem Bild rechts etwas auf? Die afrikanische Queen Szinga, die mit den portugiesischen Kolonialherren verhandelt, sitzt nicht auf einem Stuhl, sondern auf einem Untergebenen, der sich zu ihrem Stuhl macht! Die Portugiesen wußten also, dass sie die afrikanische Herrscherin zu ihrer Verbündeten gegen die Bevölkerung machen können, wenn sie ihr genügend Einfluss einräumen.
Die portugiesische Regierung im fernen Europa beschloss 1899 den Bau einer Eisenbahn, um die reichen Bodenschätze von Angola und dem damaligen Belgisch-Kongo schnell an die Küste zu transportieren. Von dort gelangten sie über den Seeweg nach Europa. Den Bau der Benguelabahn übernahm der Brite Sir Robert Williams, ein Freund Cecil Rhodes. Der Atlantikhafen von Lobito bildete den Ausgangspunkt der 1344 Kilometer langen Benguelabahn. Sie reicht bis nach Dilolo in der Demokratischen Republik Kongo. 1902 war Baubeginn. 1929 fuhr die erste Bahn von Angola bis nach Kongo. Die Strecke erwies sich schnell als profitabel, obwohl Züge für die Strecke bis zu drei Tage benötigten. Die Dampfloks wurden mit Eukalyptusholz befeuert, das in bahneigenen Plantagen gewonnen wurde.
Im Oktober 1974 wurde die Neubaustrecke eröffnet, kurz vor der Unabhängigkeit Angolas. Im anschließenden Bürgerkrieg wurde die Bahn weitgehend zerstört. Die meisten Lokomotiven hatten nur noch Schrottwert. Die Bevölkerung war erfinderisch. Sie nistete sich in den nutzlos gewordenen Waggons ein und nutzte sie als Unterkunft. Mit mehreren hundert Millionen US Dollar wurde die Strecke in den letzten Jahren wieder hergestellt. Heute verbindet die Benguealabahn über Anschlüsse zu anderen Bahnstrecken die Häfen in Angola mit den Häfen in Simbabwe, Mosambik, Südafrika und Tansania. So können Waren quer durch den südlichen Kontinent transportiert werden, von Küste zu Küste.
In den 1950er Jahren begann sich die Bevölkerung gegen die europäische Fremdherrschaft zu wehren. 1960 – im sogenannten Afrika-Jahr - hatten 18 Kolonien die Unabhängigkeit von den Kolonialmächten erlangt. Nicht jedoch Angola. Die Diktatoren in Portugal waren alarmiert. Sie führten in Angola einige Reformen durch, doch die afrikanischen Völker wollten frei sein. Im Bild links oben siehst du europäische Truppen in Angola einmarschieren.

Erst im Jahr 1975 wurde Angola unabhängig von Portugal. Das lag daran, dass das Volk in Portugal von einer Diktatur beherrscht wurde. Erst als die Bevölkerung sich von den Diktatoren im Land befreit hatte, konnte es auch die Fremdherrschaft in den Kolonien aufgeben. Die "Nelkenrevolution" in Portugal war nicht nur die Befreiung im eigenen Land, sondern strahlte auch aus auf die Unabhängigkeit der afrikanischen Kolonie. Die neue, demokratische Regierung wollte die koloniale Vergangenheit beenden.
Unmittelbar nachdem Angola unabhängig wurde, brach ein Bürgerkrieg aus. Dabei ging es vor allem um die Bodenschätze. Angola ist reich an Gold, Diamanten und Erdöl. Verschiedene Parteien kämpften erbittert um die Vorherrschaft im Land. Die Lage spitzte sich zu. Erst durch den Einfluss europäischer und amerikanischer Mächte wurde der Bürgerkrieg im Jahr 2002 beendet.