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Benin

Flagge von Benin (c) wikicommonsEkasaan, willkommen in Benin! Das frühere Dahomey ist ein kleines westafrikanisches Land am Golf von Guinea. Mit 112 622 Quadratkilometer besitzt Benin ein Drittel der Fläche Deutschlands, mit etwa 9 Millionen Einwohnern ist es weit jedoch weniger dicht besiedelt.

Benin - ein Land zwischen Niger und Atlantik

Karte Benin (c) Domenico de Ga

Benin hat fast die Form eines Handtuches. Im Norden grenzt es an Niger und Burkina Faso. Hier finden sich Trockensavannen, die allmählich in Feuchtsavannen übergehen. In diesen Regionen liegen die grossen Baumwollplantagen Benins. Im Nordwesten erhebt sich das Atakora-Gebirge. Im Westen liegt das ebenfalls kleine Togo. Im Osten befindet sich das große Nigeria. Im Landesinnern beherrschen ausgedehnte Hochebenen mit großen Inselbergen die Landschaft. Der Süden Benins ist geprägt durch Flüsse, Seen, Mangrovensümpfe und zauberhafte Strände. Trotz des tropischen Klimas fällt wenigen Regen. Der Norden ist sehr regenarm. Die Wüste dringt immer weiter in das Land vor und stellt ein großes Problem für die Bauern dar. Ganz im Süden dagegen gibt es im Jahr zwei Regenzeiten.

Atakora Gebirge (c) Wegmann

Benin - Cais Porto Novo (c) Correia PM

Strand bei Cotonou (c) Dominik Schwarz

Die ehemals üppigen Urwälder wurden durch Brandrodung zerstört. Sie mussten öden Nutzflächen weichen, auf denen Ölpalmenwälder, Kokospalmhaine, Bananen- und Ananasplantagen angelegt wurden. Hier wie anderswo in West- und Ostafrika sind „Landgrabber“ am Werk, die Land billig erwerben, Wälder abholzen und Monokulturen anlegen. Die Mehrheit der Bevölkerung erhält kaum etwas von den Einkünften, die damit erwirtschaftet werden. Aber sie trägt die Kosten der Umweltzerstörung, die die Vernichtung von Wald bewirkt.

Die Hauptstadt Benins und seine Wirtschaftsmetropole

Porto Novo (c) Correia PMPorto Novo wurde Ende des 17. Jahrhunderts als Hauptstadt eines Königreiches gegründet. Portugiesen gaben dem Ort den Namen Porto Novo. Der Ort wurde schon bald zu einem der größten Sklaven-Handelsplätze am Golf von Guinea. Heute ist Porto Novo offizielle Hauptstadt der Republik Benin. Nahe der Stadt befindet sich der Trommelmarkt von Adjarra. Man kann hier den Trommlern zusehen, wie sie ihre Instrumente herstellen.

Cotonou Skyline (c) MVNCotonou war einst ein kleines Fischerdorf, die Fon nannten es "Mündung des Todesflusses". Die Könige von Dahomey  nutzten den Ort für den schrecklichen Überseehandel mit Sklaven. Später machten die Franzosen daraus einen Militärstützpunkt. Heute ist Cotonou das wirtschaftliche Zentrum von Benin. Aus dem Fischerdorf wurde eine Hafenstadt, die ihre Geschichte nicht verleugnet. Traditionelle Lehmbauten stehen neben prächtigen Kolonialgebäuden und modernen Hochhäusern. Cotonou ist bekannt für seine großten Märkte, es gibt einen riesigen Fischmarkt, einen internationalen Markt mit allen Waren, die im Land hergestellt werden und einen quirligen Kunstmarkt.

Benin - ein bunter Vielvölkerstaat 

Benin ist ein Vielvölkerstaat, mehr als 60 Volksgruppen leben hier. Im Norden lebend die Bariba, die durch ihre farbenprächtigen Reiterfeste bekannt sind. Auch den in Westafrika weit verbreiteten Peulh, die meist noch als Viehnomaden leben, begegnet man in Benin. Im Süden leben die Fon, sie bilden die Mehrheit der Bevölkerung. Zahlreich sind auch die Yorouba. Bei diesen beiden Völkern ist der Voodoo-Kult noch sehr lebendig. Auch wenn das Christentum immer mehr Zulauf findet. Amtssprache ist französisch, doch die meisten sprechen im Alltag ihre afrikanische Sprache. Die Hälfte der Einwohner spricht "Fon", die Sprache der größten Bevölkerungsgruppe des Landes.

Cotonou Straßenszene am Morgen (c) Dominik Schwarz

Frauenversammlung in Cotonou (c) MVN

Kinder in Cotonou (c) cotonoudiplo

 

 

 

Traditionell leben die Familien in schilfgedeckten Lehmhäusern, doch sieht man auch immer mehr Steinhäuser. Hühner und Ziegen laufen frei herum. Gekocht wird vor dem Haus auf einer offenen Feuerstelle. Abends ertönt ein rhythmisches Klopfen, wenn die Frauen Yams stampfen. Die kartoffelartige Knolle ist das Hauptnahrungsmittel in der Region. Die Mädchen helfen beim Wasserholen und Kochen mit, die Jungs gehen mit ihren Vätern aufs Feld. Nur wenige Kinder haben die Möglichkeit, nach der Grundschule eine Sekundarschule zu besuchen. Polygamie – das bedeutet, ein Mann ist mit mehreren Frauen zusammen - ist weit verbreitet. Männer und Frauen haben häufig eine getrennte Kasse. Viele Frauen arbeiten in der Landwirtschaft oder auf den Märkten und versorgen ihre Familien alleine.

Bildung ist das beste Mittel gegen Armut

Schule in Zaphi (c) betterplaceDer Staat von Benin hat erkannt, wie wichtig Schule und Berufsbildung sind. Zumeist noch mit Unterstützung europäischer "Geberländer" hat die Regierung es sich zur Aufgabe gemacht, mehr Schulen zu bauen. Besonders im Süden Benins entstanden zahlreiche Schulen. Mehr Jungen, und vor allen Dingen auch mehr Mädchen können heute am Unterricht teilnehmen. Trotz einem hohen Analphabetentum besonders unter Frauen verbessern sich die Chancen, dass Kinder und Jugendliche eine Bildung erhalten.

Reiterfeste und religiöse Feierlichkeiten

Voodoo Festival in Ouidah (c) Goruma, Roberto CereaIn der Mitte des Landes liegt die kleine Stadt Parakou mit dem Ort Nikki, das Zentrum der Bariba. Dort finden alljährlich im Dezember die bekannten Reiterfestspiele statt. Auf prächtig herausgeputzten Pferden liefern sich die ebenso prächtig gekleideten Reiter atemberaubende Wettrennen und Geschicklichkeitsspiele.
Das größte Fest in Benin findet in Ouidah statt, es ist das Voodoo Festival, das am 10. Januar gefeiert wird. Die Stadt ist als Wiege des Voodoo bekannt. Voodoo-Anhänger aus aller Welt kommen zusammen und feiern im Ursprungsland ihren Kult.

Wirtschaft und Bodenschätze

Markt in Porto Novo (c) wikicommonsEin großer Teil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Vorwiegend werden Mais, Sorghum, Maniok und Yams angebaut. Die Bauern bearbeiten die Felder meist noch mit der Hacke, nur vereinzelt sieht man einen Ochsenpflug übers Land ziehen. Baumwolle, Cashew und Ananas werden für den Export angebaut. Im Norden dringt die Wüste immer weiter ins Land vor, hier konkurrieren Viehzüchter und Bauern um das knapper werdende Land.

Sehenswürdigkeiten Benins - Tempel, Paläste und Pfahldörfer

Ganvié, Pfahlbaudorf in Benin (c) paöafitta, gorumaGanvié liegt am Ufer des See Nokoué. Im 18. Jahrhundert flüchteten die Tofino, dorthin, um sich in den sumpfigen Wäldern vor Sklavenjägern zu schützen. Die Tofino errichteten Pfahlbauten, und schufen das größte Pfahldorf in Westafrika. Sie halten bis heute an ihren überlieferten Traditionen fest. Auch sie verehren die Götter des Voodoo. Die Tofino leben von der Lagunenfischerei. Der schwimmende Markt von Ganvié bietet auf den dicht aneinandergereihten Pirogen alles, was der Süden Benins an Köstlichkeiten zu bieten hat. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Tempel der heiligen Python von Ouidah aus dem 18. Jahrhundert, der Königspalast in Abomey, die Sklavenstraße und das „Tor ohne Wiederkehr“ in Ouidah.


Benin - ein Naturschutzgebiet in Westafrika für große Wildtiere

Zwei Geparden (c) Gary M. StolzKleinere Tiere wie Affen, Schlangen, Agutis oder Skorpione gibt es im ganzen Land. Doch große Säugetiere wie Elefanten, Nilpferde, Löwen und Antilopen sind verschwunden. Man sieht sie nur noch im Pendjari-Nationalpark im Nordwesten des Landes. Der Pendjari wurde geschaffen, um die einstmals reiche Tierwelt zu schützen. Wahrzeichen des Parks ist der Gepard. Tatsächlich begegnen einem hier vier der sogenannten "Big Five", der Leoparden, der Löwen, der Büffel und der Elefant. Außerdem leben darin Nilpferde, zehn verschiedene Antilopenarten und sagenhafte 470 Vogelarten. Dank seiner Artenvielfalt hat das Gebiet  den Status des Weltkulturerbes der UNESCO erhalten.

Geschichte Benin - von grausamen Königen und Kriegerinnen

König Bhanzina von Dahomey mit Haikopf (c) Artist Sossa DedeIn vorchristlicher Zeit war das heutige Gebiet von Benin noch von Urwäldern bewachsen. Seit Urzeiten lebten hier Waldvölker, die Pygmäen. Sie lebten vom Jagen und Sammeln. Nach dem 1. Jahrtausend christlicher Zeitrechnung wanderten Völker ein, die von der Landwirtschaft lebten. Im Norden die Somba, im Nordosten die Bariba und Fulbe und im Süden die Fon.  Im Laufe der Jahrhunderte entstanden mehrere kleine Königreiche, darunter die Königreiche Nikki im Norden und Dahomey im Süden. Das Königreich Dahomey war kriegerisch. Es war gefürchtet wegen seiner militärischen Stärke. Links im Bild ist König Bhanzina von Dahomey dargestellt. Der Kopf gleicht einem Hai, denn das Raubtier des Meeres war sein Symboltier. Der König von Dahomey besass eine Armee von 7000 Mann. Zusätzlich befehligte er ein schlagkräftiges  Amazonenheer. 5000 Frauen, mit Schwertern und Streitäxten bewaffnet, jagten den Gegnern Angst und Schrecken ein. Mehr über die Geschichte von Benin

Benin heute - eine Demokratie in Westafrika

Kindergruppe in Benin (c) Fotoagentur Wenzel OrfNach der Unabhängigkeit suchten die Völker Benins nach einer Regierungsform, mit der alle einverstanden waren. Es gab viele Auseinandersetzungen und Streits. Das Militär setzte den jeweiligen Regierungsschef ab, die Nachfolger machten es oft nicht besser. Die Bevölkerung litt am meisten darunter. Die Wirtschaft bracht ein, viele waren arbeitslos. Die Bevölkerung litt unter der Armut. Marxisten kamen 1975 an die Regierung. Sie versuchten die Lage mit einem sozialistischen Programm zu verbessern. Neue Herrschaftsstrukturen bildeten sich, einige wenige wurden reich. Doch für die Mehrheit der Bevölkerung besserte sich wenig. Die sozialistische Ära ging 1990 zu Ende. Heute verfolgt das Land eine demokratische Politik. Die Demokratie in Benin ist noch jung. Im Vergleich zu einigen seiner Nachbarstaaten ist das Land aber ein Beispiel für einen friedlichen Weg in die Zukunft. Ein Schwerpunkt der neuen Regierung ist die Schaffung von besseren Bildungsmöglichkeiten. Der zukünftige Reichtum des Landes liegt in der Hand seiner gut ausgebildeten Kinder.

Afrikanisches Hühnchen, ein Rezept aus Westafrika

Mehr über Afrika erfährst du in:

Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter

Der große Weltatlas von Philip Steele.

Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen

Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth

Meine große Kinderwelt von Katja Baier

Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley

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