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Ein Palast im Dschungel von Kongo

Gbadolito mit Flugplatz (c) PipoGbadolite ist eine kleine Stadt im Norden der Demokratischen Republik Köngo. Mit etwa 60 0000 Einwohnern ist die Stadt nicht sehr groß. Doch sie besitzt einen großen Flughafen, auf dem sogar ein Langstreckenflugzeug landen kann. Warum? Sie war der Geburtsort des ehemaligen Diktators Mobutu Sese Seko, der den kleinen Ort zu seiner Residenz ausbaute. Noch heute kann man die Stadt nur mit dem Flugzeug erreichen. Es gibt keine befestigten Straßen zu anderen Städten.

Versailles des Urwalds

Palast in Gbadolite, Kongo (c) Gwenn DubourthoumieuAls der ehemalige Präsident Mobutu Sese Seko in den siebziger Jahren an die Macht kam, hieß das Land noch Zaïre. Er wollte so prachtvoll residieren wie die belgischen Oberhäupter und Könige, die sein Land einst kolonisiert hatten. Während seiner Amtszeit verwandelte er Gbadolite in eine zweite Hauptstadt, in er für alle Ministerien Gebäude vorsah.  Für sich und seine Familie ließ Mobutu drei prächtige Paläste bauen. Deshalb nannte man die Stadt auch „Versailles des Urwalds“. Der größte Palast hat 3 Stockwerke, ist verziert mit Marmor und Jade und diente für öffentliche Anlässe. Die Palastanlagen waren prachtvoll ausgestattet. Sie beherbergten eine Palastkirche mit einer prächtigen Kirchenorgel, ein kleines Amphitheater, zwei Schwimmbäder mit Aussicht auf den Fluss Ubangi sowie großzügige Gartenanlagen mit Springbrunnen. Zu den, für eine kongolesische Kleinstadt außergewöhnlichen Einrichtungen gehörten ein Flughafen mit kleinem Terminal,  zwei Wasserkraftwerke, ein Krankenhaus mit deutschen Ärzten und eine von Schweizern bewirtschaftete Farm, auf der europäische Rinder gezüchtet wurden.

Die verlassenen Paläste

Palast in Gbadolite, Kongo (c) Gwenn Dubourthoumieu

Nach der Vertreibung Mobutus 1977 wurde Gbadolite von Rebellen eingenommen und geplündert. Nur die prunkvollen Kronleuchter hängen noch an den Decken. Sie sind zu hoch angebracht, als dass man sie einfach hätte stehlen können. Alle Paläste sind heute verlassen und wachsen immer mehr zu.

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