Die Elfenbeinküste liegt in Westafrika, am Atlantischen Ozean. Der Name stammt von dem Elfenbein, mit dem die Völker an der Küste Handel trieben. Das Land ist mit etwa 332 500 Quadratkilometer fast so groß wie Deutschland und hat 20 Millionen Einwohner.

Die Elfenbeinküste ist umgeben von Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana. Die Küste am Atlantik ist mit 550 km sehr lange. Sie besteht aus Felsklippen mit malerischen Buchten und Stränden wie auch mit langen Sandstränden. Je östlicher man kommt, umso stärker ist die Brandung. Im Norden erstreckt sich tropischer Regenwald mit 50 Meter hohen Riesenbäumen. Der Regenwald reicht bis in die zentrale Hochebene.


Je mehr man ins Landesinnere kommt, desto mehr geht der Wald in die Baumsavanne über. Das letzte Drittel des Landes ist von einer Trockensavanne bedeckt. Außer Schirmakazien und Dornbüschen wächst hier kaum etwas.
Abidjan liegt am Golf von Guinea.
Während der französischen Kolonialzeit wurde die Stadt zu einem Militärhafen ausgebaut. Sie wuchs in wenigen Jahrzehnten zu einer Metropole und zählt heute über 6 Millionen Einwohner. Sie ist die größte Stadt des Landes und zugleich Wirtschaftszentrum. Abidjan gilt als das "Paris Westafrikas“. Die Stadtviertel sind im französischen Kolonialstil gebaut und erinnern an die lange Herrschaft Frankreichs über das Land.
Yamoussoukro ist seit 1983 die neue Hauptstadt. Sie ist aus einem
ehemaligen Dorf entstanden, das in der Mitte des Landes lag. In wenigen Jahrzehnten wurde das Dorf zu einer modernen Stadt mit Hochhäusern und Prachtstraßen ausgebaut. Am prächtigsten ist der Palast des ehemaligen Präsidenten Félix Houphouet-Boigny, der äußerst prunksüchtig war. Die moderne Moschee mit stilisierten Minaretten ist sehenswert. Aber das wirkliche Highlight von Yamoussoukro ist die riesige Kathedrale Notre Dame de la Paix. Wie kommt es, dass gerade hier die größte Kirche der Welt aus dem Urwald ragt? Verantwortlich ist dafür auch derselbe Ex-Präsident. Der bekennende Katholik beschloss, hier eine römisch-katholische Kathedrale zu bauen, die alle anderen Kirchen auf der Welt in den Schatten stellt. Tatsächlich ist Notre Dame de la Paix eine exakte Kopie des Petersdoms in Rom, nur größer!
Die Bevölkerung der Elfenbeinküste setzt sich aus über 60 Volksgruppen zusammen.
Um Yamoussoukro leben die Baoulé, die eine sehr starke Stellung im Staat besitzen. Die Dan besiedeln die Gegend um die Stadt Man. Sie sind für ihre Masken und ihre schönen, mehrstimmigen Gesänge bekannt. Die Malinké und Dioula leben weiter im Norden. Sie sind Handelsvölker und ihre Sprache ist weit verbreitet. Die Agni schufen ein einflussreiches Königreich, das berüchtigt war wegen seiner strengen Gesetze. Nicht jeder Fremde, der die Agni besuchte, kehrte lebend zurück. Die Völker an der Küste und im Süden sind christlich. Die im Norden lebenden Völker bekannten sich schon früh zum Islam. Deshalb findet man in den nördlichen Städten vorwiegend Moscheen, im Westen und Süden mehr christliche Kirchen.
Französisch ist die einzige offizielle Sprache der Elfenbeinküste. Neben Französisch sprechen alle ihre afrikanische Sprache.
Abidjan ist eine sehenswerte, bunte und laute Stadt. Das Ifon-Museum in Abidjan bietet einen Einblick in die Lebensweisen und das Kunsthandwerk der verschiedenen Völker der Elfenbeinküste. Auf dem farbenfrohen Markt Marché Artisanal in Abidjan kann man Kunsthandwerk, Souvenirs und viele Köstlichkeiten kaufen wie z.B. Ochoko, das sind Kochbananen, in Palmöl frittiert und mit viel Knoblauch und Chili gewürzt. Dazu gibt es gegrillten Fisch und andere Meeresfrüchte. Die Basilika von Yamoussoukro ist so riesig, dass sie jeder sehen will, der in die Elfenbeinküste reist. Mehr über Notre Dame de la Paix
Bildung und Schulen

Die Schulen in der Elfenbeinküste sind ähnlich aufgebaut wie die Schulen in Frankreich. Es gibt Grundschulen, weiterführende Schulen und Hochschulen. Die Kleinen können sich in Kindergärten austoben. Unterrichtet wird in französisch, ganz nach dem französischen Lehrplan. Es besteht Schulpflicht. Die Schule ist kostenfrei, damit alle Kinder die Schule besuchen können. Die Grundschule dauert sechs Jahre. Nach einer Reihe von Prüfungen kann man eine weiterführende Schule besuchen. Vorausgesetzt, die Eltern verfügen über genügend Geld. Denn die weiterführenden Schulen sind meist privat und teuer. Der Anteil der Kinder, die eine Grundschule besuchten, lag um die Jahrtausendwende bei fast 80 Prozent. Während des Bürgerkriegs im Jahr 2005 besuchte nur noch die Hälfte aller Schüler den Unterricht, denn zahlreiche Schulgebäude wurden zerstört und viele Lehrer verließen die unsicheren Gegenden.
Früher war die Volkswirtschaft in der Elfenbeinküste auf der Kakaopflanze aufgebaut. Das Land ist weltgrößter Kakaoproduzent. Das klingt erst mal gut. Schlimm daran ist, dass für die Ernte zum Teil Kindersklaven eingesetzt werden. Noch heute leben zwei Drittel der Ivorer davon der Landwirtschaft. Sie schuften auf Plantagen oder verarbeiten landwirtschaftliche Produkte. Die Exporterlöse stammen aus dem Verkauf von Kaffee, Kakao, Palmöl und Tropenhölzern. In den siebziger Jahren wurde Erdöl entdeckt. Mittlerweile übertreffen die Einkünfte aus der Erdölförderung die Gewinne aus dem Kaffee- und Kakaoanbau.

In der Elfenbeinküste sind Elefanten sie selten geworden, denn sie wurden wegen ihrer Stoßzähne über Jahrhunderte gejagt und fast ausgerottet. Heute werden sie besonders geschützt. Leoparden, Hyänen und Schakale durchstreifen die Steppen des Nordens auf der Jagd nach Antilopen und Büffel. In den Wäldern durchstreifen Ducker das Gebiet, die Zwergantilopen haben sich mit ihrem kleinen Wuchs dem Gestrüpp des dichten Waldes angepaßt. Affen sind zahlreich in der Elfenbeinküste. Schimpansen wie auch Gorillas, Stummelaffen, Meerkatzen kommen hier noch häufig vor. Doch wegen der zunehmenden Wilderei sind leider viele Säugetiere vom Aussterben bedroht. Aus diesem Grund wurden große Schutzgebiete eingerichtet. Im Nationalpark Parc du Banco kann man eine Tour durch den Regenwald machen. Im Comoé Park kannst du Löwen, Elefanten, Leoparden, Nilpferde und Antilopen in freier Wildbahn beobachten. Der Taï-Nationalpark im Südwesten besitzt noch urzeitlichen Regenwald mit bis zu 50 Meter hohen Bäumen. In dem Park wurde eine Forschungsstation für Schimpansen eingerichtet. Was man hier fand, erstaunte die Fachwelt.
Mehr über die Schimpansen der Elfenbeinküste
Die ersten Bewohner der Elfenbeinküste waren Waldvölker. Die Europäer nannten sie abschätzig Pygmäen, denn die Menschen waren klein und zierlich. Sie durchwanderten die ehemals dichten Regenwälder und lebten als Jäger und Sammler. Ab dem 9. Jahrhundert wanderten Bantuvölker in das Gebiet ein und gründeten kleine Königreiche, wie das Königreich Kong. Im Norden und Osten entwickelten sich im 14. Jahrhundert sudanesische Handelsreiche und das legendäre Reich der Ashanti. Das Königreich der Agni war klein, aber es war von vielen Geheimnissen umgeben wie das Rätsel über die heiligen Affen von Soko. Noch heute hält der König von Agni in seinem Palast in Abengourou Audienzen ab. Du kannst ihn dort besuchen. Mit viel Glück kommst du gerade rechtzeitig zu einem prächtigen Maskentanz, für den die Agni berühmt sind. Als portugiesische Kaufleute im 15. Jahrhundert die Elfenbeinküste erreichten, ahnten die Ivorer nicht, welche Schrecken die Seefahrer mit der weißen Hautfarbe über das Land bringen würden. Mehr über die Kolonisierung der Elfenbeinküste

Viele Jahre herrsche in der Elfenbeinküste ein grausamer Bürgerkrieg. Die schrecklichen Machtkämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen wurden 2007 beendet und ein Friedensvertrag wurde geschlossen. Seither steht der demokratisch gewählte Alassane Ouattara an der Spitze des Staates. Eine seiner Aufgaben ist es, das Land zu versöhnen und Armut und Korruption zu bekämpfen. Die Elfenbeinküste verfügt über genügend Bodenschätze und fruchtbares Land, um zur einstigen wirtschaftlichen Stärke zurück zu finden. Seine andere Aufgabe ist es, Schulen wieder aufzubauen und Lehrer auszubilden, damit wieder alle Kinder den Unterricht besuchen können. Nur mit einer guten Ausbildung können alle Kinder den Reichtum ihres Landes nutzen.
Um 1900 gab es im Gebiet der Elfenbeinküste vierzehn Millionen Hektar Regenwald, 1960 waren es immerhin noch zwölf Millionen. Heute sind davon nur noch 2,5 Millionen übrig geblieben. Dieser radikale Kahlschlag geschah wegen des hohen Weltmarktpreises für Edelhölzer. Große Kampagnen gegen den Einkauf von Tropenhölzern wurden gestartet. Tatsächlich kauften die Menschen in den westlichen Ländern immer weniger Holz aus Afrika. Doch der Kahlschlag nahm nicht ab. Der Grund: Für die schnell wachsende Bevölkerung mußten neue Anbauflächen geschaffen werden. Die Bauern begannen die Wälder zu roden. Manchmal gerieten die Brände ausser Kontrolle und mehr Wald wurde vernichtet als geplant.