
Die Bevölkerung der Komoren hatte lange Zeit gegen Fremdherrschaft zu kämpfen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren die Inseln heimgesucht von Sklavenjägern und Piraten. Das madagassische Volk der Sakalava lebte vom Jagen und Verkaufen von Menschen. Madagaskar befindet sich nicht weit von den Komoren entfernt. Die Sklavenjäger suchten in Wellen die Inseln heim. Zwischen 1600 und 1800 hatten Piraten die Inseln als Stützpunkt ausgewählt. Hier waren sie in den Buchten geschützt. Außerdem lieferten die Bäume auf den Komoren das ideale Holz für den Schiffsbau. Die Piraten raubten nicht nur Handelsschiffe aus, sondern schalteten sich auch in den Sklavenhandel ein. Zwischen 1790 und 1820 entvölkerten die Sklavenjäger der Sakalava die Insel Mayotte nahezu vollständig.
1832 wurde Mayotte von einem ehemaligen König auf Madagaskar erobert. Sultanate an der Ostküste von Afrika und Sultanate auf den Inseln bekämpften sich gegenseitig. 1836 erlangte die Insel Mayotte ein letztes Mal ihre Unabhängigkeit unter einem Sultan. Danach spielten die Franzosen die erste Geige auf den Inseln. Sie erklärten Mayotte zum Protektorat und verboten die Sklaverei. Trotz des Verbots hielten sich die Plantagenbesitzer erst 1878 an einen Erlass, der es verbietet, Arbeitskräfte in Eisenketten zu legen. Links im Bild siehst Du den letzten Sultan auf Grande Comore, Sultan Said Alibin Said Omar. Er regierte wie ein König sein Reich und konnte Gesetze erlassen.
1912 erhielt das „Protektorat der Komoren“ einschließlich Mayotte den Status einer Kolonie. Ab 1914 wurden die Inseln von der französischen Kolonie Madagaskar aus verwaltet. In den 1930er Jahren gehörte ihnen ein großer Teil der Landfläche der Komoren. Die Inselbewohner wurden enteignet und mußten auf den Plantagen der Franzosen arbeiten. Nach vielen Protesten der Bevölkerung garantierte Frankreich erst 12 Jahre später das Wahlrecht und den Übergang zu voller Autonomie.