Die Buschmenschen

Die Buschmenschen oder San, wie sie auch genannt werden, zählen zu den frühesten Bewohnern des südlichen Afrika. Nach neuesten Forschungen sind sie wahrscheinlich das älteste Volk der Welt. Ihre Felszeichnungen in den Drakensbergen beweisen, dass sie seit mehr als 25 tausend Jahren hier leben. Sie waren Nomaden, erfahrene Jäger und Sammler. Aufgrund ihrer traditionellen Lebensweise als Nomaden wurden sie im 18. und 19. Jahrhundert von einwandernden Bantu Völkern und europäischen Siedlern verdrängt. Zeitweise gab es regelrechte Vernichtungsfeldzüge gegen die friedliebenden Buschmenschen. Zu ihrem Schutz haben sie sich in die Kalahari oder die Namib Wüste zurückgezogen und lernten, in den trockenen und unwirtlichen Regionen zu überleben.
Während die Männer jagen, sammeln die Frauen Früchte und Beeren oder sie fischen. Die Buschmenschen besitzen ein großes Wissen über die Natur und die Tiere. Sie leben nachhaltig und achten darauf, dass sie nie mehr von der Natur nehmen als sie benötigen. Und sie teilen mit anderen, wenn sie einen Überschuß an Nahrung besitzen. Heute haben viele Buschmenschen ihre nomadische Lebensweise aufgegeben und sind sesshaft geworden. Die meisten arbeiten auf Farmen oder als Fährtenleser. Doch einige Buschmenschen kämpfen um ihr Existenzrecht als Nomaden und um ihre einstigen Jagdgebiete.
Die Sprache der Buschmenschen würdest du sofort unter allen Sprachen der Welt erkennen. Denn sie ist die einzige Sprache, die aus charakteristischen Klick-, Schnalz- und Schmatzlauten besteht. „Buschmannperlen“ gehören zu den ältesten Zahlungsmitteln Afrikas. Sie sind seit etwa 7 000 Jahren in Gebrauch. Sie bestehen aus rundgeschliffenen Schalen von Straußeneiern und werden wie Perlen auf Schnüre gezogen.
Die Zulu

Die Zulu sind das größte Volk Südafrikas. Sie zählen zu den Bantu Völkern, die im 17. Jahrhundert aus dem Kongogebiet in den Süden eingewandert sind. Sie beherrschten die Eisenverarbeitung und waren geschickte Krieger. Sie haben die Buschmenschen verdrängt und sich in deren Gebieten niedergelassen. Die meisten Zulus leben von der Landwirtschaft, vom Getreideanbau und von der Viezucht. Die Dörfer bestehen aus zwanzig oder mehr einfachen, strohgedeckten Lehmhütten, die in einem Kreis angeordnet sind. In der Dorfgemeinschaft herrschen einfache, aber strenge Regeln.
Mit Shaka Zulu, dem Krieger haben sie sich ins Gedächtnis der Völker eingeschrieben. Er ersann ausgefeilte Kriegstaktiken, stellte ein großes Heer auf und eroberte fremde Stämme. Die Stämme unterwarf er nicht sondern gliederte sie in sein Reich ein. So schuf er zu Lebzeiten das große Königreich Zululand. Noch heute feiern die Zulu zu seinen Ehren einmal im Jahr den König Shaka Tag und tanzen in den traditionellen Kriegstrachten der Zulu.
Heute leben die meisten Zulu in der Provinz Zulu Natal. Die Zulu sind ein stolzes Volk, sie haben einen König und sie regeln ihr Zusammenleben in Ältestenräten. Sie kämpfen seit dem Ende der Apartheid darum, ihre Angelegenheiten selbst bestimmen zu können. Die Kinder besuchen Schulen, lernen mindestens zwei Sprachen und pflegen zwei Religionen: ihre angestammte afrikanische und die christliche Religion.
Die Ndebele
Die Ndebele sind eine Untergruppe der Zulu. Sie leben im Norden von Südafrika. Sie sind berühmt für ihre bunten Häuser und ihren farbenfrohen Perlenschmuck. Die Ndebele Frauen verzieren ihre Häuser mit geometrischen Mustern. Mehrere Frauen brauchen fünf bis sechs Tage, um ein Haus so bunt zu bemalen. Die Muster stehen für wichtige Ereignisse im Leben der Familie. So bunt wie ihre Häuser sind auch die Kleidungsstücke und der Schmuck. Die Halsreifen erhalten die Frauen zu ihrer Hochzeit. Sie tragen sie ein Leben lang.

Die Ndebele leben in Dörfern. Sie ernähren sich von der Landwirtschaft und von dem Schmuck, den die Frauen herstellen. Jede Familie hat einen Kral, in dem das Vieh, meist Ziegen oder Rinder untergebracht ist. Die Kinder helfen schon früh in der Landwirtschaft mit. Trotzdem haben sie auch Zeit zum Spielen.