Oasen sind grüne Inseln inmitten des weiten Sandmeeres. Dattelpalmen sorgen für Schatten und Nahrung. Ihre Wurzeln graben sich bis zu 50 Meter in die Tiefe, um an Grundwasser zu gelangen. Ein See im Sandmeer ist Um el Ma – „Mutter des Wassers“. Der traumhafte Wüstensee liegt im Dünenmeer von Libyen. Der See ist wie eine Insel in einem Ozean aus Sand.
Als schönste Oasenstadt der Sahara gilt Ghadames in Lybien. Die Altstadt besteht aus weißen, terassenförmig gebauten Häusern. Sieben Clans lebten einst in der Stadt. Jeder Clan besaß ein eigenes Stadtviertel mit Fest- und Versammlungsplatz. Über die verwinkelt gebauten Terrassen besassen die Frauen ein eigenes, luftiges Wegenetz. Angebaut wird in Oasen alles, was man zum Leben braucht: Datteln, Tomaten, Gemüse und manchmal Hirse.
Sagenumwittert ist die Oase Djado in der Ténéré Wüste in Niger. Die Ruinen der Geisterstadt ragen als Wahrzeichen alter Wüstengeheimnisse in den Himmel. Niemand lebt mehr hier. Warum die einstigen Bewohner den Ort verließen? Keiner weiß es so genau. Jedes Wüstenvolk berichtet etwas anderes darüber. Manche meinen, räuberische Tuareg überfielen die Stadt und raubten sie aus. Manche meinen, dass Sumpffliegen, die von Rinderherden eingeschleppt wurden, die Bewohner vertrieben. Andere munkeln, dass ein Fluch auf den einstigen Bewohnern lastete.
Die Oase Siwa in der ägyptischen Wüste war eine der berühmtesten Orakelstätten des Altertums. Im Tempel von Ammun hielten die Priester des Ammun ihre berühmten Orakel ab. An diesem Ort ließ sich Alexander der Große zum Pharao krönen.
Timia ist eine Bergoase mitten im Air Gebirge in Niger. Das felsige Gebiet wirkt wie eine urzeitliche Landschaft. In der Nähe liegt ein Fort, in dem einst die Franzosen über das Bergland herrschten. Heute beherbergt das Fort ein kleines Museum. Lange vor den Franzosen kontrollierten die Tuareg das Gebiet. Heute sind sie wieder Herren in ihrem eigenen Land. Sie arbeiten als Fremdenführer, Viehzüchter und Schmiede. Hin und wieder verirren sich Touristsen in die Gegen, die die Wasserfälle von Timia besuchen wollen. Auf improvisierten Jahrmärkten bieten die Tuareg den Reisenden verzierte Dolche, Kannen, Töpfe und Silberschmuck an.
Schon gewusst? Die Mehrzahl der Oasen findet sich in der Nähe von Wadis. Denn oft befinden sich hier unterirdische Wasserspeicher.