
Die Tuareg galten einst als Piraten der Wüste. Sie sind wie kein anderes nordafrikanisches Volk mit der Wüste und dem Sahel vertraut. Sie können unter widrigsten Umständen überleben und sind ausgezeichnete Reiter. Einst überfielen sie die großen Handelskarawanen, die Gewürze, Gold und Salz durch die Sahara transportierten.
Im Lauf vieler Jahrhunderte entwickelten die Tuareg ein gut organisiertes Wegenetz über Tausende von Kilometern in der Wüste. Dazwischen legten sie Oasen an mit künstlichen oder natürlichen Wasserquellen. So konnten sie den Transsaharaverkehr beherrschen. Noch heute ziehen die Händler der Tuareg mit den Salzkarawanen durch die südliche Sahara. Heute sind die meisten Tuareg seßhaft geworden, denn das Nomadenleben ist schwierig.
Nomaden wie die Tuareg besitzen kein Land. Aber im Unterschied zu anderen Nomaden besitzen die Tuareg eine Stadt! Diese Stadt heißt Timbuktu. Sie war einst eine Oase mit einem Brunnen, die sich am südlichen Rand der Sahara befand. Damals lag Timbuktu noch nahe am Niger. Im 10. Jahrhundert nach Christus erweiterten die Tuaregvölker den Ort zu einer Handelsstation mit einem Markt, mit Moscheen und Lehmhäusern. Mehr über Timbuktu
Die Tuareg leben in Großfamilien. Frauen haben eine starke Stellung. Sie können ihre Männer verlassen. Um die Kinder kümmert sich die ganze Großfamilie, auch die Männer sind sehr fürsorglich zu ihren Kindern. In keinem Land werden die Tuareg als gleichberechtigte Bürger anerkannt. Deshalb kommt es oft zu Streit mit anderen Völkern.
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Die Tuareg sind Anhänger des Islam. Doch sie pflegen ihren alten Glauben, in dem gute und böse Geister eine große Rolle spielen. Deshalb tragen sie zur Abwehr böser Geister Amulette. Oft bestehen die Amulette aus magischen Zeichen, die in Leder gebunden sind. Frauen tragen Schmuck, der sie beschützen soll. Meist ist dieser Schmuck wie eine Hand geformt. Sie stellt die schützende Hand der Fatima dar, der jüngsten Tochter des Propheten Mohammed, die als Schutzheilige verehrt wird.