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Der Blaue Nil und der Juba

Blick über das Tal von Aksum (c) Giustino Clements

Ostafrika wird von zwei großen Flüssen durchzogen, dem Blauen Nil und dem Juba. Beide entspringen dem Hochland von Äthiopien. Das äthiopische Hochland gilt als regenreichste Region Afrikas. Während der Sommermonate von Mai bis August regnet es fast unaufhörlich. Dann stürzen große Wassermassen die Berge und Schluchten hinunter in die Ebenen von Sudan oder Somalia. Der Blaue Nil fließt Richtung Nordwesten, um sich mit dem weißen Nil zu vereinen. Der Juba fließt in die entgegengesetzte Richtung, nach Südwesten und mündet in den Indischen Ozean. Beide Flüsse erhalten auf ihrem Lauf zahlreiche Zuflüsse. Während der Regenzeit werden sie zu reißenden Strömen und bedrohen das Leben an den Ufern. Sie bringen aber auch die fruchtbaren Sedimente aus dem Hochland in die trockenen Ebenen und sind überlebenswichtig für die Völker, die an ihren Ufern leben.

Der Blaue Nil - vom äthiopischen Hochland in die Ebenen des Sudan

Blauer Nil (c) Andro96 CCBY SA 2.5Der Blaue Nil entspringt im äthiopischen Hochland bei Gish Abay, deshalb wird er hier auch Kleiner Abbai genannt. Er fließt Richtung Norden und mündet 1000 Meter tiefer in den Tanasee. Er verlässt er den See wieder und steuert wilde Schluchten an, die bis zu 1 200 m tief werden. Diese kaum zugänglichen Schluchten enden erst an der sudanesischen Grenze. Im Sudan fließt der Blaue Nil durch niedriges Hügelland und fruchtbare Ebenen, bis er sich unmittelbar nach Khartum mit dem Weißen Nil zum größten Fluss der Erde vereinigt. In diesem Gebiet leben die fettesten Nilpferde. Sie teilen sich den Fluss mit Krokodilen, die zahlreich unter der Wasseroberfläche lauern. Die Urtiere sind besonders aggressiv und haben schon einige Expeditionen auf dem Nil vereitelt.

Der blaue Nil bildet den zweitgrößte Wasserfall Afrikas

Tississat Wasserfälle (c) Armin Hamm CC BY SA 2.5Nahe bei Bahir Dar liegt das Dorf Tis Issat. Hier stürzt sich der Blaue Nil 42 Meter in die Tiefe. Während der Regenzeit wird er zum zweitgrößten Wasserfall Afrikas. Dann verbreitert er sich um sagenhafte 400 Meter und bietet ein gewaltiges Spektakel. Die Tississat Wasserfälle ziehen jedes Jahr viele Touristen an.

Der Blaue Nil ist reich an Sedimenten

Der Blaue Nil ist der mächtigste Strom in Ostafrika. Er erhält sein Wasser aus den Bergen des äthiopischen Hochlandes. Seine Wassermenge ist von der Regenzeit zwischen Juni und September abhängig. Zu dieser Zeit führt der Blaue Nil bis zu sechzig mal so viel Wasser wie zur Trockenzeit. Er transportiert dann auch einen hohen Anteil an Sedimenten. Erst einige Wochen später kommt dieses Hochwasser in Ägypten an, wo es früher als Nilschwemme für die fruchtbaren Böden sorgte. Doch seit Staudämme und Wasserkraftwerke dem Blauen Nil große Wassermengen rauben, bleibt die Nilschwemme aus.

Der Juba verbindet drei Länder

Karte des Juba (c) Kmusser CC BY SA 3.0Der Juba ist ein 1.658 km langer Strom, der ebenfalls im äthiopischen Hochland entspringt. Er fließt nach Südosten, und überquert die Grenze zu Somalia. Wie du auf der Karte links sehen kannst, erhält er hier Verstärkung durch zahlreiche kleine Flüsse wie den Lag Dhera aus Kenia sowie den Shabelle. An der somalischen Küste mündet der Juba in den Indischen Ozean.

Der Juba erhält viele Zuflüsse

Brücke über den Juba (c) Bèka commonswiki gemeinfreiDer Juba wird von zwei Quellflüssen gebildet, die sich an der somalischen Grenze zu einem großen Strom vereinen. An dessen Ufer liegt Jubaland, das wasserreichste Gebiet von Äthiopien. Bei starken Regenfällen kommt es zu Überschwemmungen der Dörfer und Felder im Umland. Der Juba erhält zahlreiche Zuflüsse aus Kenia, Äthiopien und Somalia, bevor er in sein Mündungsgebiet eintritt. Sein größter Nebenfluss ist der Shabelle. Der Shabelle entstammt ebenfalls dem Hochland von Äthiopien, er macht jedoch einen großen Bogen und fließt eine lange Strecke an der Küste entlang, bevor er sich mit dem Juba vereinigt. In Trockenzeiten führt der Shabelle kein Wasser, doch in regenreichen Jahren ist er sogar länger als der Juba.

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