Termitenhügel prägen die Savanne. Sie sind faszinierende Bauwerke, die oft über Jahrhunderte und Jahrtausende entstehen. Sie können bis zu sieben Meter hoch werden und mehrere Millionen Termiten beherbergen. Termiten tragen Erde und zerkautes Pflanzenmaterial zusammen, mit ihrem Kot und Speichel formen sie daraus eine Festung, die Wohnstätte ist und vor Feinden schützt.
Von außen ist der Termitenbau unscheinbar, im Inneren ist er ein kompliziertes Labyrinth, das von vielen Gängen und Luftschächten durchzogen wird. Die Termitenkönigin thront in einer eigenen Kammer, im Zentrum des Baus. Sie ist das einzig fruchtbare Weibchen, das sämtliche Eier des Insektenvolkes produziert. In der Nähe der Königinnen-Kammer liegen die Kammern für Eier und kleinere Larven. Nach außen folgen die Kammern für die größere Larven und Arbeiter-Termiten. Daran schließen sich die Pilz-Kammern an. Termiten ernähren sich nämlich von Pilzen, die sie selber züchten.
Nur wenige Tiere sind in der Lage, die steinharten Mauern eines Termitenhügels aufzubrechen. Dazu gehören Ameisenbären, Erdferkel und Gürteltiere, die mit ihren starken Klauen Löcher in einen Termitenhügel graben können. Wird ihr Bau aufgebrochen, beginnen die Termiten sofort wieder damit, ihn zu verschließen. Die wichtigsten Feinde von Termiten sind jedoch Ameisen, die oberirdisch oder unterirdisch in ihren Bau eindringen und blitzschnell eine ganze Kolonie erbeuten können. Manche Tiere nutzen diese Hügel auch als Aussichtsplattform, Ofen oder als Reibefläche für die Hautpflege. Vögel wärmen sich nach einer kalten Nacht an dem warmen Luftstrom, der aus dem Schlot des Hügels aufsteigt, Elefanten schubbern sich gern an diesen Bauten, die dadurch im Laufe der Zeit rund und glatt werden.
Manche Savannenvölker glauben, dass sich in den Termitenhügeln der Sitz von Erdgeistern befindet. In einigen Legenden heißt es, dass die ersten Menschen durch eine Öffnung in Termitenhügeln hervorkamen. Manche afrikanischen Geschichten erzählen davon, dass ein Jäger bei der Verfolgung eines Wildes durch einen Termitenhügel in die Unterwelt vordringt und erst nach einem gefährlichen Abenteuer wieder heraus findet. Die Kinder rechts im Bild sammeln Termiten, denn sie sind nahrhaft. Gegrillt oder gebraten ergeben sie ein schmackhaftes Abendessen im Busch.