Wenn die Erde in den Savannen Ostafrikas bebt, dann steht ein einzigartiges Schauspiel bevor. Tausende von Gnus, Zebras und Antilopen wandern zwischen Juni und November von den südlichen Ebenen der Serengeti Richtung Norden, zu den fruchtbaren Weidegründen in der Masai Mara. Ihnen folgen Schakale, Hyänen, Löwen und Leoparden auf der Jagd nach Beute. Auf einer Safari durch die afrikanische Savanne kannst du die Big Five hautnah erleben: Büffel, Elefant, Nashorn, Löwe und Leopard.
Zebras sind die wilden Pferde Afrikas. Sie sind weiß mit schwarzen Streifen oder umgekehrt schwarz mit weißen Streifen. Obwohl sie von fern alle gleich aussehen, sind die Streifen eines jeden Zebras etwas anders. Die Fellzeichnung ist - ähnlich wie bei uns Menschen der Fingerabdruck - etwas Einzigartiges. Zebras leben in Herden von 40 Tieren und mehr. Sie halten sich gerne im offenen Grasland auf, denn hier können sie Feinde schon von weitem erkennen. Die Hengste bewachen ihre Weibchen grimmig vor Rivalen. Ihre Kämpfe kann man schon von weitem hören. Das Zebrafohlen kann bereits eine Stunde nach seiner Geburt laufen. Doch erst nach einigen Tagen erkennt es seine Mutter –am Geruch, aber auch am individuellen Streifenmuster. Die Fohlen bringen Leben in die Kinderstube der Savanne. Sie sind ausgesprochen verspielt, neugierig und sehr lauffreudig. Sie tun sich schnell mit den Fohlen benachbarter Familien zusammen und toben durch die Savanne. Gerne wanderen Zebras mit Gnus. Denn beide fressen verschiedene Grassorten und konkurrieren so nicht um Futter.
Antilopen zählen auch zu den Herdentieren. Sie können sich dank ihrer spitzen Hörner gut verteidigen. Sie haben eine Tarnfarbe und sind selbst für Löwen nicht so leicht auszumachen. Dank ihrer erstaunlichen Widerstandskraft können sie auch in sehr trockenen Landschaften und Wüsten überleben. Außerdem besitzen sie ein feines Gehör und scharfe Augen. Auf der Flucht erreichen sie Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h. Kaum zu glauben aber wahr: Die Mendesantilope, die in der Sahara lebt, kann auf eine Entfernung von 200 km Wasser riechen! Mehr darüber findest du bei den Tieren der Wüste
Kudus gehören zu einer Antilopenart, die in den südlichen Savannen beheimatet ist. Ihre großen Ohren zeugen davon, dass sie ein außerordentlich gutes Gehör besitzen und sehr wachsam sind. Denn sie sind die Lieblingsbeute von Löwen, den gefährlichsten Jägern der Savanne. Bei den Kudus gibt es eine Art Damenwahl. Das Weibchen stupst das Männchen seiner Wahl in die Flanke, dann folgt ihm das Männchen, und die Paarung kann beginnen. Kudujunge werden früh selbständig, sie gehen in eine Art "Kindergarten" und lernen spielend, wie sie später ihren Fressfeinden entkommen.
Büffel sehen unbesiegbar aus und sind auch wirklich sehr kräftig. Im Unterschied zu Hausrindern haben sie starke, schwarze Hörner, mit denen sie sich verteidigen. Ungestört sind Büffel sanftmütig. Aber aufgeschreckt werden sie selbst für Löwen gefährlich. Sie sehen zwar schlecht, haben aber einen untrüglichen Geruchssinn, ein ausgezeichnetes Gehör und sind sehr schlau. Wenn dir ein Büffel auf einer Safari über den Weg läuft, sei also auf der Hut. Mit keinem anderen Tier der Savanne gibt es mehr menschliche Opfer als mit den eigenwilligen Paarhufern. Büffel-Bullen werden in Afrika als Bachelor-Gruppe bezeichnet. Es sind alte und meist aggressive Büffel, die aus den Herden ausgestoßen werden. Diese Bullen schließen sich zu kleinen Herden zusammen, damit sie einen besseren Schutz vor Löwen haben. Bei Gefahr halten sie zusammenhalten und vertreiben den Angreifer.
Kuhreiher sind die ständigen Begleiter der Büffel. Die massigen Wildrinder scheuchen mit ihren Hufen Insekten und Kleintiere auf. Die kleinen Tiere hüpfen durch das Gras und versuchen sich vor den Büffeln in Sicherheit zu bringen. Sobald sie jedoch aus der Deckung kommen, sind die Kuhreiher zur Stelle und fressen sie. Deswegen begleiten Kuhreiher alle großen Säugetiere wie Elefanten, Nashörner oder Büffel.
Elefanten sind Herdentiere. Eine Herde besteht aus erwachsenen Kühen und Kälbern. Die Bullen sind Einzelgänger. Im Alter von 11 bis 12 Jahren werden die jungen Elefantenbullen aus der Herde verjagt. Die Elefantenkühe bleiben ein Leben lang ihrer Herde treu. Elefanten verständigen sich mit Lauten, Gesten und Berührungen. Ihr Gehör ist weit besser als das von uns Menschen. Sie können sich mit tiefen Tönen über viele Kilometer Entfernung verständigen, und das, ohne dass andere Tiere oder wir Menschen sie belauschen können. Ihr Rüssel erscheint uns Menschen als lästiges Überbleibsel der Evolution. Doch den Elefanten dient er zum Trinken, Spielen, Austausch von Zärtlichkeiten und natürlich als "Hand". Es gibt übrigens Elefanten der Savanne, der Wüste und des Waldes. Waldelefanten sind zum Beispiel kleiner als die Elefanten in der Savanne. Sieh dich also auch um unter den Tieren in den anderen Regionen Afrikas.
Schon gewußt? Die großen Ohren dienen nicht nur dem Hören, sie sind auch eine Art Ventilator. Wenn es sehr heiß ist, dann können sich die Elefanten mit heftigem Ohrwedeln Kühlung verschaffen. Denn beim Wedeln wird die Wärme des Blutes rasch an die Außenluft abgegeben. Cool! Noch cooler: Elefanten in Kenia können das Geräusch von Lastwagen nachahmen.
Nashörner findest du in der offenen Buschsavanne. Sie leben in kleineren Gruppen. Meist halten sie sich in der Nähe von Wasserstellen auf, denn sie lieben Schlammbäder. Die Männchen markieren ihr Revier mit Kothaufen, die sie breittreten und mit dem Horn flachdrücken. Eindringlinge greifen sie ohne Vorwarnung an. Leider ist ihr Horn als Heilmittel begehrt, deshalb werden sie gejagt und sind vom Aussterben bedroht.
Giraffen sind sehr friedfertig und kümmern sich rührend um ihren Nachwuchs. Die Weibchen organisieren einen Kindergarten. Während eine auf alle Jungen aufpaßt, können die übrigen auf Nahrungssuche gehen. Dank ihrer langen Beine erreichen sie eine Geschwindigkeit von 50 km oder mehr. Sie ernähren sich von Pflanzen. Mit ihrem langen Hals erreichen sie selbst die zartesten Blätter auf den Akazienbäumen. Die spitzen Stacheln der Akazien können ihnen nichts anhaben, denn ihre Schnauze ist durchlässig wie ein Schwamm. Mit Schnarchtönen melden sie eine drohende Gefahr.
Schon gewußt? Obwohl Giraffen einen so langen Hals haben, besitzen sie nicht mehr Halswirbel wie wir Menschen.
Löwen sind unbestreitbar die Könige der Savanne. Aber bis sie erwachsen sind, müssen sie eine Menge lernen. Die riesige Mähne bekommen die Löwenmännchen erst später. Und ihr furchterregendes Gebrüll müssen sie auch erst üben. Die Löwinnen verbringen die meiste Zeit in ihrem Rudel. Löwen sind die einzigen Raubkatzen, die im Rudel jagen. Sie sehen ausgezeichnet und können sich im Gras der Savanne gut verstecken.
Leoparden sind Raubkatzen wie Löwen. Sie sind Einzelgänger und jagen auch alleine. Sie verstecken sich in den Bäumen. Denn sie sind ausgezeichnete Kletterer. Wie viele Katzen sind sie ausgesprochene Nachttiere. Und sie sind ganz schön clever. Zum Jagen verstecken sie sich in den Ästen und warten geduldig, bis Beute unter dem Baum hindurch zieht. Im richtigen Moment fahren sie ihre Krallen aus und lassen sich auf die Beute fallen.
Hyänen leben in Trockensavannen, im Sahel und selbst in manchen Wüsten trifft man sie. Im Verhältnis zu ihrem Körper haben sie einen ziemlich großen Kopf mit runden Ohren, einen abfallenden Rücken und einen buschigen Schwanz. Hyänen sind "Zehengänger" und halten sich ausschließlich am Boden auf. Sie können nicht auf Bäume klettern, kommen aber mit felsigem Terrain gut zurecht. Sie sind sehr ausdauernde Läufer. Schabrackenhyänen können pro Nacht mehr als 50 Kilometer zurücklegen . Wegen ihrer Gier, ihres strategischen Jagdverhaltens und ihrer eigenartigen Laute sind sie bei allen afrikanischen Völkern gefürchtet. Es gibt viele abergläubige Geschichten über die Hyänen. Dabei sind die gefleckten Jäger der Savanne sehr intelligent. Sie können hervorragend riechen und sehen. Sie beobachten die Geier, die in der Luft viel früher als sie tote Tiere entdecken können und nutzen sie als Wegweiser.
Nilpferd und Nilkrokodil sind in fast ganz Afrika beheimatet. Sie teilen sich denselben Lebensraum, und manchmal bilden sie Freundschaften. Besonders dann, wenn die Krokodile noch sehr jung sind. Je älter Krokodile werden, um so aggressiver werden sie. Und dann machen sie sich auch schon mal über ein kleines Nilpferd her. Diese beiden Exemplare wurden in der Serengeti in Kenia aufgenommen. Noch bilden sie ein friedliches Duo. Aber ob die Freundschaft ein Leben lang hält?

Flusspferde sind in den Flüssen der Savanne zu Hause. Sie leben in kleinen Gruppen und sind sehr gesellig. Die Flusspferdmütter geben auf ihre Jungen gut acht, damit sie nicht die Beute von gefräßigen Krokodilen werden. Den Tag verbringen sie die meiste Zeit im Wasser. Erst Nachts kommen sie ans Ufer zum Fressen. Übrigens: in Afrika kommen bei Angriffen von Flusspferden mehr Menschen ums Leben als durch gefährliche Raubtiere!

Strauße sind Laufvögel. Sie sind typische Bewohner der Savanne, denn sie kommen mit wenig Wasser aus. Strauße sind treu, sie paaren sich fürs Leben. Sie legen riesige Eier in eine Mulde im Boden. Die Paare verständigen sich auf Arbeitsteilung. Nachts bebrütet das Männchen die Eier, tags das Weibchen. Straußküken können schon kurz nach dem Schlüpfen schnell laufen. Sie haben ein wohlschmeckendes Fleisch. Deshalb lauern ihnen viele Feinde auf. Mit ihrem langen Hals können sie Feinde früh entdecken und sich schnell aus dem Staub machen.
Geier sind Aasfresser. Sie leben im offenen Grasland, in Savannen, Sumpfgebieten und an Flüssen. Sie besitzen sehr lange und breite Flügel, die eine Spannweite von 2 bis 3 Metern erreichen. Sie können mit ihren weiten Flügeln lange in der Luft segeln. Beim Segeln erspähen sie aus großer Höhe ihre Beute. Sie verfügen über eine ausgezeichnete Sehschärfe. Sie besitzen einen langen, nackten oder kurzbefiederten Hals mit Halskrause. Dieses Merkmal ist typisch für das Ausweiden von Aas. Sie bevorzugen das Aas großer Säugetiere. Deshalb folgen sie oft Nomaden, die mit ihren Rinderherden durch die Savanne ziehen.
Der Nacktmull gewinnt sicher keinen Schönheitspreis, aber er ist ein echter Tiefbau-Spezialist. Nacktmulle haben sich an das Leben unter der Erde angepaßt, so überleben sie auch, wenn mehrere Jahre hintereinander kein Regen fällt. Sie brauchen nämlich kein Wasser, das beziehen sie aus ihrer Nahrung: Wurzeln und Knollen. Sie verzehren auch ihren eigenen Kot. Ist nicht sehr appetitlich, dient aber der besseren Verdauung. Der Nacktmull lebt in Kolonien, die Arbeiterinnen schaffen unter der Erde ein weitverzweigtes Reich. Das Reich wird an den Ausgängen von "Soldaten" bewacht, um Feinde am Eindringen zu hindern. Über die Jahrtausende haben Nacktmulle ihr Fell verloren und ihr Augenlicht. Sie werden von einer Königin regiert, die allein fähig ist, Nachkommen zu zeugen. Sie ist ziemlich aggressiv und bekämpft selbst ihre direkten Nachkommen. Sie erreicht für Nacktmulle ein biblisches Alter von 13 Jahren. Ihre Arbeiterinnen sind dagegen unfruchtbar und werden nur etwa fünf Jahre alt. Rechts im Bild ein Nacktmull beim Futtern. Seine langen Zähne kann er übrigens einzeln bewegen, eine seltene Fähigkeit im Tierreich!
Hier siehst du einen Film über eine Safari durch die Naturschutzparks von Tansania
Über viele Tiere der Savanne wissen afrikanische Völker witzige oder seltsame Märchen zu erzählen. Bei Hörbücher kannst du einige Märchen hören oder unter Märchen auch lesen.