Der Sahel zieht sich in einem etwa 200 - 300 km breiten Gürtel vom Atlantischen Ozean bis zum Horn von Afrika. Auf der Karte rechts ist der Sahel als blaues Band zu sehen. Er zieht sich zwischen der Sahara im Norden und den Wald- und Savannengebieten oberhalb von Zentralafrika entlang. In diesem Gebiet herrscht trockenes Tropenklima. Es regnet nur sehr spärlich, oft bleibt der Sommerregen zwischen Juli und August ganz aus. Die Böden sind kaum bewachsen, nur Dornsträucher ragen aus den lockeren Sandböden. Während der Regenzeit sprießen Hartgräser. Die Böden speichern kaum Wasser und können vom Wind leicht abgetragen werden. Nur wenige Baumarten behaupten sich im unwirtlichen Sahel. Dazu gehören die Baobabbäume mit ihren dicken, hohen Stämmen, in denen sie große Mengen Wasser speichern. Sie sorgen dafür, dass in diesen trockenen Regionen Menschen und Tiere überleben können. In den Ländern Sudan, Äthiopien und Eritrea ist die Sahelzone durch Überweidung zur Wüste geworden. Aus diesem Grund leiden die Menschen oft unter Dürreperioden und Hungersnöten.
Der Sahel ist eine Kontaktzone zwischen Viehzüchtern, Bauern und Händlern. In einer Gegend, die vom Mangel an Nahrung geprägt ist, sind Obst, Gemüse und Datteln aus den fruchtbaren Oasen heiß begehrt. Ebenso das Salz, das aus den Salzseen aus der Wüste stammt. Am Südrand der Sahara führen die Karawanenwege der Tuareg entlang. Noch heute transportieren sie die Salzbarren auf ihren Kamelen von der Wüste zu den großen Märkten im Sahel. Für die Händler der Sahara, die Tuareg, war die Wüste nie eine unüberwindliche Barriere.
In vielen Städten, die an den Karawanenrouten liegen, gibt es keine Geschäfte wie wir sie kennen. Statt dessen gibt es einladende Wochenmärkte, auf denen die Bauern der Umgebung und die durchreisenden Händler ihre Waren anbieten. Auf diesen bunten Märkten kann man fast alles kaufen: Obst, Getreide, Tiere, Stoffe, Werkzeuge, Schmuck und Töpferwaren wie hier auf dem Montagsmarkt von Djénné. Die Märkte dienen nicht nur dem Austausch von Waren, sie sind eine wichtige Nachrichtenbörse. Vor allem die Wüstenvölker erfahren hier die neuesten Geschehnisse, denn tage- oder manchmal auch wochenlang sind sie von Radio und Fernsehen abgeschnitten.
Ein typisches Dorf im Sahel siehst du in dem Film Wege der Kinder in Senegal