Im Sahel herrscht fast das ganze Jahr über Trockenheit, nur zwischen August und März regnet es manchmal. Dann sprießt Gras, und Gazellen, Antilopen, Schakale und Hyänen finden reichlich Nahrung. In keiner anderen Region findet man so viele verschiedene Gazellen- und Antilopenarten wie im Sahel. Fast alle Antilopenarten leben in Gruppen, so sind sie besser gegen Feinde geschützt. Denn fast alle Raubtiere sind scharf auf Antilopenfleisch. Antilopen sind wachsam, können schnell laufen. und haben eine besondere Fellmarkierung, mit der sie sich verständigen. Sie besitzen einen hellen Fleck an der Unterseite ihres Schwanzes, den man "Spiegel" nennt, Wenn Gefahr droht, richten sie ihren Schwanz auf, so dass alle den Spiegel sehen. Die Herde weiss nun, nichts wie weg von hier!
An den Ufern des Niger nisten viele Vögel. Die prächtigsten Vögel im Sahel sind die rosafarbenen, eleganten Flamingos. Sie leben in Salzseen. Flamingos sind sehr gesellig und leben in großen Gruppen. Bei den Flamingos herrscht Gleichberechtigung. Die Männchen und die Weibchen besitzen beide das prächtig rosafarbene Gefieder. Wo Flamingos sind, sind übrigens keine Fische, und umgekehrt. Denn beide ernähren sich von Plankton.
Welches Tier würdest du nicht in dieser Gegend erwarten? Richtig, einen Hund. Doch Wildhunde sind hier heimisch. Sie leben in Rudeln, sind sozial und sehr klug. Ein Alpha-Paar gibt den Ton an. Sie allein bekommen Junge, die das ganze Rudel gemeinsam aufzieht. Wildhunde sind exzellente Jäger und machen oft den Hyänen und Wüstenfüchsen die Beute streitig.
Hyänen leben in Trockensavannen, im Sahel und selbst in der Wüsten trifft man sie. Wegen ihrer Gier, ihres intelligenten Jagdverhaltens und ihrer eigenartigen Laute sind sie bei allen afrikanischen Völkern gefürchtet. Es gibt viele abergläubige Geschichten über die Hyänen. Sie können hervorragend riechen und sehen. Sie beobachten die Geier, die in der Luft viel früher als sie tote Tiere entdecken können und nutzen sie als Wegweiser. Sie sind Aasfresser und vertilgen die Reste der Beute, die andere Tiere liegen lassen. Sie jagen aber auch selber und können auch großen Wildtieren gefährlich werden. Oft kommen im Mondschein viele Hyänen zur Paarung zusammen und vollführen einen Höllenlärm. Wenn sie Junge bekommen, bauen sie ihre Höhlen gerne in alten Höhlen von Erdferkeln.
Geparde sind leichter und schlanker als Leoparden. Sie sind auch bei weitem schneller. Sie sind tatsächlich das schnellste Tier auf der Erde. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km pro Stunde. Sie besitzen hundeähnliche Krallen, die wie Spikes wirken und ihnen helfen, so schnell zu laufen. Normalerweise schleichen sie sich an die Beute heran, damit sie nur einen kurzen Sprint brauchen. Sie jagen kleine Gazellen, Warzenschweine, Perlhühner, Hasen und sogar Strauße. Wenn sie ihre Beute nicht zu fassen kriegen, müssen sie eine Pause einlegen. Sonderbar ist, dass der Gepard seine Beute nicht gegen andere Tiere verteidigt. Wegen dieser Eigenart verliert er seine Beute oft an Löwen, Hyänen, selbst an Geier. Ihr Fell hat eine ähnliche Farbe wie das des Leoparden. Doch nur sie besitzen die charakteristischen dunkle Zeichnung unter den Augen, die aussieht wie eine schwarze Tränenspur.
Die Husarenaffen kommen gut mit den kargen Lebensbedingungen im Sahel zurecht. Mit ihrem ernsten Blick wirken sie ganz menschlich. Sie leben auch, ganz untypisch für Affen, nicht auf Bäumen sondern im flachen Grasland. Sie meiden den Wald. Die Husarenaffen leben in Gruppen, ein Männchen und zehn oder mehr Weibchen mit ihren Jungen. Bei den Husarenaffen herrscht das "schwache Geschlecht".Das ranghöchste Weibchen gibt den Ton an und bestimmt, wohin die Gruppe zieht.
Paviane finden sich in fast ganz Afrika. Sie können auch in trockenen Regionen und Halbwüsten leben, denn sie sind Allesfresser. Ihre Hauptnahrung ist jedoch vegetarisch. Knollen, Früchte, Wurzeln, Sprößlinge, selbst Knospen und Blumen stehen auf ihrem Speiseplan. Die großen, kräftigen Affen leben am Boden. Sie sind sehr sozial und leben am liebsten in großen Gruppen bis zu 200 Tieren. Ob in Ruhe oder auf Wanderschaft, die dominanten Männchen und Mütter mit Jungen befinden sich in der Mitte der Gruppe, um sie herum sind die schwächen Männchen und Mütter ohne Junge, die als Späher nach Feinden Ausschau halten.
Im Sahel und in den Wäldern Westafrikas finden sich erstaunlich viele Schlangen. Über hundert Schlangenarten wurden gezählt.

Die Hornviper links im Bild ist nicht besonders angriffslustig. Dennoch verursacht sie häufig Unfälle, denn sie dringt nachts gerne in das Lager ein. Die giftigste ist zweifellos die Grüne Mamba in der Bildmitte. Sie neigt dazu, nach dem ersten Biss noch einmal zuzubeißen. Dabei ist ihr Gift außerordentlich wirksam. Der Tod tritt oft schon nach wenigen Minuten ein. Eine andere gefährliche Schlange ist die Speikobra, eine echte Giftnatter. Wenn sie erregt ist, richtet sie sich auf, faucht und spritzt ihr Gift dem Angreifer zwei bis drei Meter weit entgegen. Neben Puffottern gibt es Baum- und Buschvipern. Ihr Markenzeichen ist ein hervorragend entwickelter Giftapparat. Darüber verfügen alle exotischen Vipern wie die Rhinozeros-Vipern, die Sandrasselotter und die grausame Gabun-Viper. Wie du rechts im Bild sehen kannst, ist sie so bunt gezeichnet wie ein orientalischer Teppich. Sie kann bis zu zwei Meter lang werden und hat vier Zentimeter lange Giftzähne.