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Die Geschichte von Libyen

Libyen und das Orakel von Delphi

Kyrene, Apollo Tempel (c) MMDie erste große Veränderung in der Geschichte der Vorfahren Libyens begann mit dem  Orakel von Delphi. Das Orakel verkündete  griechischen Auswanderern, dass sie an der Küste von Libyen neue Siedlungen gründen sollten. Im 7. Jahrhundert v. Christus war es dann so weit. Die Migranten gründeten östlich der Großen Syrte die Stadt Kyrene und legten damit den Grundstein für die Kyrenaika. So nennt man die östliche Küstenebene von Libyen. Etwa zur selben Zeit gründeten die Phönizier westlich der Großen Syrte die Handelsstädte Sabratha, Oea und Leptis Magna und legten den Grundstein für Tripolitanien, das „drei-Städte“ Gebiet. Nach dieser ersten Gründerzeit wurde das libysche Gebiet für alle Großmächte im Mittelmeerraum bedeutsam. Ptolemäer, Karthager, Römer, Byzantiner, Araber, Türken, sie alle begehrten die Handelsstädte mit ihrer exzellenten Lage im Mittelmeer. Sie alle herrschten zeitweise über Tripolitanien und die Kyrenaika. Die Berberstämme wurden immer mehr ins Hinterland abgedrängt, in die wenig fruchtbaren Wüstengebiete.

Ein römischer Kaiser aus Nordafrika macht Geschichte

Septimius Severus (c) Bibi Saint-PolDer römische Kaiser Septimius Severus, der aus Leptis Magna stammte, drückte Libyen den Stempel Roms auf. Er stattete die drei Städte mit allem Prunk aus, den römische Architekten aufbieten konnten. Die Städte wuchsen und zogen Reisende aus allen Teilen der Welt an. Zeitweise stellte der Prunk von Leptis Magna den von Rom in den Schatten.  Etwa 533 besetzten  die Byzantiner unter General Belisar das Land. Nach ihnen kamen die Araber und islamisierten die Berbervölker. 1551 eroberten die Osmanen auf ihrem Beutezug durch Nordafrika das libysche Gebiet. Schließlich griffen die Spanier nach Tripolitanien. Ihre Herrschaft wurde empfindlich gestört durch die Korsaren, die ab dem 19. Jahrhundert von Tripolis aus die Küsten Nordafrikas unsicher machten. Die räuberischen Piraten waren bestens mit den modernsten Schiffen ausgestattet und machten Raubzug auf die mit Luxusgütern beladenen großen Handelsschiffe. Selbst die Großmacht USA begann Jagd auf die Korsaren zu machen.

Die Kolonialzeit und ihre schlimmen Folgen

Der Zentralbahnhof in Tripolis ca. 1930 (c) Elmondo21stWährend der Kolonialzeit annektierte Italien das libysche Gebiet. Wie alle Kolonialmächte begannen sie eine Infrastruktur mit Straßen und Eisenbahnen zu entwickeln, um die Bodenschätze aus dem Land zu schaffen. Die erste Eisenbahn wurde 1912 nach Tripolis geliefert. Rechts im Bild siehst du den Zentralbahnhof in Tripolis, wie er etwa um 1930 aussah. Die Italiener verwickelten sich in Grenzstreitigkeiten mit den Franzosen, beide Mächte wollten ihre Gebiete auf Kosten des anderen erweitern. Auf die einheimische Bevölkerung nahmen sie keine Rücksicht. Nordafrika wurde immer mehr zum Schauplatz der Kämpfe europäischer Großmächte. Die Kolonien sollten ihre Vorherrschaft in der westlichen Welt untermauern und ihnen größere Einkünfte verschaffen. Sie trugen den zweiten Weltkrieg bis nach Libyen. Deutsche, Italiener, Franzosen und Briten kämpften um die Kolonie, denn die Hafenstädte an der Küste waren strategisch für alle Mächte von Bedeutung. Es kam zu einer entscheidenen Schlacht bei Tunis. Italien und Deutschland unterlagen. Für sieben Jahre, zwischen 1943 – 1949, hatten Großbritannien und Frankreich das Sagen im Land. Die Bevölkerung wehrte sich gegen die Bevormundung. Mit Erfolg. 1949 hatte die Fremdherrschaft ein Ende. Die Vereinten Nationen beschlossen, den Wüstenstaat in die Unabhängigkeit zu entlassen.

Alles auf Anfang – Libyen startet in die Unabhängigkeit

King Idris I. of Libya 1965 (c) Libyan Information MinistryIn seiner Anfangsphase der Unabhängigkeit wurde Libyen ein Königreich. Das Oberhaupt der islamischen Bruderschaft Senussi wurde König und nannte sich König Idris As-Senussi. Links im Bild siehst du König Idriss As-Senussi. Das Volk fühlte sich betrogen. Es hatte für die Freiheit gekämpft, nicht für die Herrschaft eines neuen autoritären Regimes. Die sozialen Spannungen wuchsen, nationalistische Stimmungen kamen auf. Die Monarchie wurde von Revolutionsarmeen gestürzt und die Republik Libyen ausgerufen. Unter ihnen befand sich der unerschrockene Kämpfer Muammar al Gaddafi, sein Totem war der Leopard. Er war entschlossen, mit Fremdherrschaft und islamischer Diktatur zu brechen. Würde es ihm gelingen?

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