Die Republik Mauritius liegt im Indischen Ozean. Sie besteht aus mehreren kleinen Inseln, die zusammen etwa 2.000 km² groß sind – das entspricht der Größe Luxemburgs. Auf der Insel leben über eine Million Menschen.
Mauritius liegt mitten im Indischen Ozean, etwa 1.700 Kilometer östlich des afrikanischen Kontinents. Zur Republik Mauritius gehören außer der Hauptinsel Mauritius noch die 500 Kilometer östlich gelegene Insel Rodrigues und die kleinen Inseln Cargados, Carajos und Agalega, die weiter nördlich liegen.

Zusammen mit der Insel La Réunion bildet Mauritius die Makarenen-Inselkette. Die Makarenen waren nie mit einem Kontinent verbunden. Sie sind vulkanischen Ursprungs und bilden die Spitze eines gewaltigen Gebirges, das vom Indischen Ozean überdeckt ist.
Durch die isolierte Insellage haben sich Pflanzen und Tiere entwickelt, die man nur auf Mauritius vorfindet. Der Mauritius Papagei zum Beispiel gehörte zu den größten Papageienarten überhaupt. Er starb mit der Ankunft des Menschen auf der Insel aus. Ein weiterer Vertreter dieser Vogelart war der Dodo, der auch kurz nach dem Eintreffen der ersten Menschen ausgerottet wurde. Andere Arten wie der Mauritius-Falke haben sich jedoch angepasst. Eingeschleppte Tierarten machen auch heute noch den einheimischen Tieren zu schaffen wie Mäuse, Ratten, Katzen und Hunde.
Am besten haben sich die unter Wasser lebenden Tiere erhalten. Die Korallenriffe von Mauritius sind ein El Dorado für Meeresfreunde. Man findet hier exotische Fische in einer Vielfalt, wie nirgendwo sonst auf der Welt. Bunte Papageienfische mit schnabelförmigem Maul, längliche Trompeten- und Flötenfische, große Muränen, giftige Rotfeuerfische, farbenprächtige Kaiserfische, gepanzerte Kofferfische, stachelige Seeigel und viele andere einzigartige Meeresbewohner leben hier.
Port Louis liegt im Norden von Mauritius. Die moderne Hauptstadt der Insel wurde von den Briten gegründet. Heute ist der Hafen ein moderner Containerhafen, auf dem Waren aus aller Welt verladen oder gelöscht werden. Die Stadt besitzt neben dem quirligen Hafen mit der neu gestalteten Promenade einen geschäftigen Markt. Die Straßencafes und Bars ziehen viele Touristen an. Auf Mauritius leben über eine Millionen Einwohner, wovon rund 150.000 in der Hauptstadt Port Louis wohnen.
Die Bewohner von Mauritius sind ein typisches Inselvolk, das sich aus Franzosen, Indern, Chinesen, indigener Bevölkerung und einigen anderen Minderheiten zusammensetzt. Deshalb gibt es keine einheitliche kulturelle Identität auf Mauritius. Die Amtssprache ist Englisch, doch die Mehrheit spricht ein vom französischen abgeleitetes Kreolisch. Etwa 50 Prozent der Bevölkerung sind indischer Abstammung. Die andere Hälfte sind Kreolen und asiatische Einwanderer. Die Hälfte der Bewohner sind Hindus, die andere Hälfte sind Christen und Moslems. Teilweise sind die einzelnen Einwanderergruppen ihren alten Sitten und Gebräuchen treu geblieben. Auf Mauritius bestimmt Musik den Alltag der Menschen. Besonders bekannt ist der Sega, der aus der Zeit der Sklaverei stammt. Der Sega ist der Gesang der Sklaven, die ihr Leid klagen. Begleitet wird der Gesang von drei traditionellen Instrumenten und einer Art Hüfttanz der Frauen.
Auf Mauritius besteht Schulpflicht und fast alle Kinder besuchen den Unterricht. Der Unterrichtet findet auf Englisch statt. Für die Schulanfänger, die mit Kreolisch aufgewachsen sind, ist die Fremdsprache ein Hindernis. Englisch und Französisch zählen zwar zu den Hauptfächern, aber wer lernt schon gerne Rechnen in einer fremden Sprache? In den ersten Jahren ist der Unterricht kostenlos, ab der Grundstufe ist allerdings Schulgeld fällig. Seit die Küsten von Mauritius durch die Erderwärmung stark bedroht sind, steht auf dem Stundenplan der älteren Schüler das Fach "nachhaltige Entwicklung". Die Jugendlichen werden auf die Möglichkeiten des Umweltschutzes aufmerksam gemacht. Dazu zählt das Sammeln von Plastikflaschen, das Pflanzen von Bäumen und das Sammeln von Regenwasser. Eine Besonderheit an den Schulen von Mauritius ist das Morgenritual. Vor Unterrichtsbeginn versammeln sich die Schüler auf dem Pausenhof und singen die Nationalhymne des Landes. So soll ein Gemeinschaftsgefühl unter den verschiedenen Volksgruppen gestiftet werden.
Nach der Schule treffen sich die Kinder auf den Straßen oder am Strand. Sie spielen ganz ähnliche Spiele wie Kinder in Europa. Die Jungs sind meistens beim Fußball spielen oder sie schnorcheln und tauchen nach seltenen Fischen. Mädchen machen gerne Singspiele, Ballspiele oder Stadt und Land-Spiele. Auch Sackhüpfen ist sehr beliebt, wie es die Mädchen auf dem Foto links oben machen. Sie lernen schon sehr früh die traditionellen Tänze, und ihre Mütter nähen dann für sie bunte Kostüme.
Mauritius ist wohl Afrikas reichste Gegend. Die Wirtschaft des Landes basierte in der Vergangenheit fast ausschließlich auf dem Zuckerrohranbau. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Wirtschaft jedoch auf mehrere Gebiete erweitert. Einige Firmen begannen, Stoffe und Textilien herzustellen. Dann wurde der Tourismus entdeckt. Die palmengesäumten Strände des Landes ziehen jedes Jahr Tausende von Besuchern aus der ganzen Welt an. Viele Bewohner finden im Tourismus Arbeit, entweder in den Hotels und Ferienanlagen, oder in Tauchschulen und als Fremdenführer.
Da die Mehrzahl der Mauritianer Inder sind, werden viele hinduistische Feste gefeiert. Cavadee ist ein hinduistisches Fest, bei dem die Hälfte der Bevölkerung auf den Straßen feiert. Nach vielen Wochen des Fastens stechen sich die Gläubigen als Zeichen der Buße Nadeln durchs Gesicht. In einer Prozession tragen sie anschließend das bunt dekorierte Cavadee, einen schweren Holzbogen, zum Tempel. Im März feiern die Bewohner das Maha Shivaratree, es ist das größte Hindufest außerhalb Indiens zu Ehren des Gottes Shiva. Mehr als 300.000 weiß gekleidete Hindus pilgern zum heiligen Kratersee Grand Bassin im Süden der Insel. Sie bringen Opfer dar und nehmen rituelle Waschungen vor. Ein ganz besonders ausgelassenes Fest wird im Februar gefeiert. Anlass ist die Abschaffung der Sklaverei im Jahr1835. In Umzügen, mit Tanz und Musik wird das Ende der Leibeigenschaft begangen. Drumdancers spielen auf den Straßen und am Strand Sega, die Musik der Sklaven, die vom Festland auf die Insel transportiert und dort als billige Arbeitssklaven ausgebeutet wurden. Frauen tanzen dazu in bunten Kleidern.
Die Europäer hinterließen mit den ersten Seefahrern, die den Seeweg nach Indien erkundeten, ihre Spuren auf dem Inselreich. 1505 erreichte der Portugiese Pedro Mascarenhas Mauritius. Von ihm leitet sich auch der Name der Inselgruppe "Maskarenen" ab. Die massenhafte Besiedelung erfolgte durch die Niederländer, die ab 1638 Zuckerrohr Plantagen anlegten. Sie hatten bis 1710 die Insel unter ihrer Kontrolle. Danach nahmen Piraten Mauritus in Beschlag. Sie errichteten hier Stützpunkte, von denen aus sie Jagd auf die reichen Handelsschiffe machten, die zwischen Indischen und Europa verkehrten. Frankreich bekämpfte die Piraten und vertrieb sie von Mauritius. Die Franzosen gründeten 1735 die heutige Hauptstadt Port Louis. Ihre Herrschaft währte nicht lange. Wie in anderen Inselgruppen im Indischen Ozean machten sich auch die Briten auf, um mit ihren Flotten das Inselreich zu erobern.
1814 erlangten sie die Herrschaft über Mauritius und machten sie zur britischen Kronkolonie. Die Blaue Mauritius, heute eine der wertvollsten Briefmarken der Welt, wurde in dieser Zeit gedruckt als Zeichen für den neuen Besitz. Im 19. Jahrhundert wanderten immer mehr Inder nach Mauritius ein. Heute stellen sie die größte Bevölkerungsgruppe. 1968 erlangte Mauritius schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien und ist seitdem eine parlamentarische Demokratie.
Mauritius gilt heute als afrikanisches Land, das beispielhaft ist wegen seiner wirtschaftlichen Entwicklung. Auch politisch ist das Land gefestigt. Regelmäßig finden demokratische Wahlen statt und die Menschenrechte werden gewahrt. Die Bevölkerung hat Zugang zum Gesundheitssystem, Malaria und Polio sind ausgerottet worden, und fast alle Menschen können sich mit sauberem Trinkwasser versorgen. Doch das Inselparadies ist bedroht durch den Klimawandel. Die Inselbewohner haben erkannt, dass der Reichtum der Natur bewahrt werden muss, und dass man selbst viel dazu beitragen kann, um ökologische Schäden zu verhindern. Die Regierung von Mauritius hat ein staatliches Aufklärungsprogramm eingeführt, um alle Bewohner an einem nachhaltigen Umweltprogramm zu beteiligen.
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