Namibia wurde bereits vor mehreren tausend Jahren von den San bewohnt. Bantuvölker, die sich etwa 1000 vor Christus auf die Wanderschaft durch das südliche Afrika begaben, drangen in das Gebiet ein. Es waren Ackerbauern, die die Eisenbearbeitung beherrschten und Waffen, Werkzeuge und Gerätschaften herstellen konnten. Dadurch waren sie den Buschmenschen überlegen. Sie verdrängten die San.

Weiße Siedler aus den Niederlanden, die Buren, drängten im 17. Jahrhundert von Südafrika ins Land vor. Sie bauten in der Gegend des heutigen Windhoek eine Stadt auf. Die junge Stadt wurde „windiges Eck“ genannt. Sie begann allmählich zu florieren. Infolge kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den Nama und den Herero wurde die Stadt zerstört, später aber wieder aufgebaut.
1878 annektierte das Vereinigte Königreich die Walfischbucht. Aufgrund der bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert praktizierten Arbeit Die Rheinische Missionsgesellschaft und der gewiefte Händler Franz Adolf Eduard Lüderitz, der größere Gebiete in Namibia kaufte, bereiteten den Boden für die Kolonisierung Namibias vor. Deutsch-Südwestafrika, das spätere Namibia, wurde als deutsches „Schutzgebiet“ ausgerufen. Namibia wurde eine deutsche Kolonie. Die Allgemeine Zeitung, eine der größten Zeitungen Namibias, erinnert an die deutsche Kolonialzeit. Sie ist übrigens die einzige deutschsprachige Tageszeitung Afrikas.
Das finsterste Kapitel in der deutschen Kolonialherrschaft war die Niederschlagung des Herero-Aufstandes. Im Januar 1904 begann der Herero-Aufstand. Die Herero waren Rinderzüchter in Südwestafrika, Soziale Unterdrückung, Ungleichbehandlung und Ausbeutung führten dazu, dass sich die Herero gegen die deutsche Kolonialmacht auflehnten. Seit 1883 waren die Herero und die Nama immer weiter von ihrem Land vertrieben worden. Ihre Rinderherden wurden immer kleiner, weiße Händler hauten sie übers Ohr und die deutschen Kolonialherren beschnitten ihre Rechte. Schließlich war die Situation so unerträglich, dass es im Januar 1904 zum Widerstand der Herero kam. Die Herero besetzten weite Teile des Landes. Sie töteten 123 Deutsche, plünderten Läden und raubten Vieh. Die Deutschen reagierten mit brutaler Härte. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. schickte sogenannte "Schutztruppen" ins Land. Die Schutztruppen verübten ein Massaker an den Herero. Die Überlebenden wurden in die Omaheke-Wüste getrieben und verdursteten und verhungerten dort elendig. Nur etwa ein Drittel der Nama und Herero überlebten das Massaker.
Die Sonne brennt unbarmherzig auf die kahle Landschaft der Namib-Wüste herab. Eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass sich bei Temperaturen um 45 Grad irgendein Lebewesen hier länger aufhalten kann. Doch sie haben es geschafft: die wilden Pferde Namibias. Sie stammen von zurückgelassenen Pferden der südafrikanischen und deutschen Truppen ab. Die versprengten Tiere sammelten sich in den Bergen um Aus, wo es einige natürliche Wasserstellen gibt. Die nächsten 100 Jahre lang konnten die Herden sich den harten Bedingungen der Wüste anpassen. Für ihr Überleben sorgte ein Glücksfall: das Bohrloch nahe des Ortes Garub, welches die nahe gelegene Dampfeisenbahn mit Wasser versorgte. Hier blieb jedoch so viel Wasser über, dass auch die Pferde stets genügend versorgt waren und nicht verdursteten.
Die deutsche Kolonialzeit endete im Mai 1915. Die Deutschen befanden sich im Ersten Weltkrieg, alle militärischen Kräfte wurden nach Euopa abgezogen. Südafrikanische Truppen hatten also ein leichtes Spiel, als sie die Grenzen überschritten und das Land einnahmen. Südafrika wollte stärkste Macht im südlichen Afrika werden. Und sie wollten die Kontrolle über die wertvollen Diamantengebiete. Wie in Südafrika führten sie auch in Namibia die Rassentrennung ein. Die neue Regierung entschied, alle schwarzen Einwohner aus ihren Wohngebieten umzuquartieren. Die schwarze Bevölkerung weigerte sich, ihre Wohnorte zu räumen. Sie organisierten sich zu großen Massendemonstrationen. Die südafrikanische Polizei griff hart durch. Menschen wurden erschossen. Ihnen zu helfen war verboten. Die Bevölkerung war empört! Die Briefmarken rechts im Bild liessen die United Nations drucken, um auf die unrechtmäßige Besetzung von Namibia aufmerksam zu machen.
Die Namibier wehrten sich mit allen Mitteln gegen die Fremdherrschaft. Sie organisierten sich und gründeten die SWAPO, die südafrikanischen Befreiungsbewegung. Die Regierung liess sich von den Widerstandsbewegungen nicht aufhalten. Im Gegenteil! Bis Ende der 1980er Jahre setzte sie in sämtlichen Regierungsgebäuden und privaten Geschäften getrennte Eingänge für Weiße und Schwarze durch. Auf dem Höhepunkt ihrer unerbittlichen Rassenpolitik gab es in Südafrika erste versöhnliche Schritte zwischen der weißen Regierung und den einstigen Widerstandskämpfern. 1990 feierte Südafrika die Entlassung von Nelson Mandela. Die Apartheid wurde abgeschafft. Auch die schwarze Bevölkerung Namibias liess sich nicht mehr in die Homelands abschieben. Die Namibier wollten selbst über ihr Land bestimmen. Südafrika musste noch im selben Jahr Namibia in die Unabhängigkeit entlassen. Die Menschen in ganz Namibia feierten auf den Straßen, sie waren glücklich. Selbst heute noch wird der Tag der Unabhängigkeit mit großen Feiern und bunten Umzügen begangen.
Schon gewußt? Afrikas berühmteste Schwarzwälder Kirschtorte gibt es im Cafe Anton in Swakopmund.