Am Ende der Regenzeit findet das Gerewolfest statt. Die jungen Männer schmücken sich, tragen prächtige Federn auf dem Kopf und schminken sich auffällig. Am Körper tragen sie Perlen, Schmuckstücke aus Messing und blinkende Spiegelchen. Sie tanzen mehrere Tage lang einen Ausdauertanz, dabei lächeln sie, um ihre blitzenden Zähne zu zeigen und rollen mit den Augen, um die Frauen zu beeindrucken.

Die Frauen haben „Damenwahl“, sie bestimmen, wer der Schönste ist und die Nacht mit ihnen teilen darf. Ein Kind vom schönsten Tänzer gilt als Glück und Privileg. Die Wodaabe haben viele Tabus. Sie sind vermutlich das einzige Volk, das jahraus jahrein ohne Behausung auskommt. Sie schlagen ihr Lager unter einem Dornenbusch auf, dessen Äste ihnen als Dach ausreicht. Wenn es regnet, flüchten sie sich unter eine Matte und warten, bis der Regenguss vorüber ist. Besonders merkwürdig ist, dass die Eltern nie mit ihren ersten Kindern direkt sprechen. Das dürfen nur die Großeltern. Sie haben eine besonders innige Beziehung zu ihren Enkeln und sind die eigentlichen Eltern. Noch eine Merkwürdigkeit gibt es bei den Wodaabe. Es finden sich keine Alten unter ihnen. Es scheint, als würden die Altersschwachen die Gruppe verlassen, um keine Belastung für die Jüngeren zu sein. Es gibt auch keine Gräber. Niemand weiß, wo sie ihre Toten bestatten.