AFRIKA ERZÄHLT JUNIOR - KINDER Sprache EN | DE

Senegal

Flagge von SenegalSenegal bildet zusammen mit Gambia und Kap Verde den äußersten Westen von Afrika. Senegal ist halb so gross wie Deutschland, etwa 13 Millionen Menschen leben hier.

Senegal - ein Land am Atlantik

Senegal auf dem Globus (c) wikicommonsSenegal grenzt an den Atlantik. Es zählt zu den Ländern der Sahelzone wie Mauretanien, Mali, Niger und Burkina Faso. Diese Länder bestehen aus Halbwüsten und Dornsavannen. Es regnet kaum, Wasser ist knapp. Deshalb kommt es häufig zu Dürren. Senegal umschliesst das kleine Land Gambia. Es liegt am gleichnamigen Fluss Gambia.  

Senegal - das Dreifluss-Land

Karte von Senegal Drei Flüsse fliessen durch Senegal: der Senegal, der Casamance und der Gambia. Der Fluss Senegal trennt das Land im Norden von Mauretanien. Die Mehrzahl der Senegalesen lebt an den Küsten und an den Flüssen. Die Gebiete an den Flüssen sind fruchtbar, hier wachsen Hirse, Yams und Maniok. Viele Senegalesen leben vom Fischfang, denn die Küsten und Flüsse sind sehr fischreich. Der Süden von Senegal liegt am Übergang zu den Tropen. Hier wachsen Palmen und tropische Wälder.

Lac Retba oder der Rosa See

Lac Rose (c) Bernard bill5Eine Besonderheit von Senegal ist der Lac Retba, ein Salzsee nordöstlich von Dakar. Der See leuchtet in tiefem Rosa. Das liegt nicht daran, dass das Wasser rosa wäre. Rosa leuchten die Mikroorganismen, die sich im Wasser befinden. Ursprünglich war der See Teil einer Meeresbucht. Vor vielen Jahrtausenden wurde der See vom Meer abgetrennt. Ein Erbe aus diesen Urzeiten ist der hohe Gehalt an Meersalz. Sein Salzgehalt hat sich im Lauf der Zeit verdichtet und ist heute zehnmal höher als im Meer. Deshalb nutzen ihn die Menschen als natürlichen Salzlieferanten.

 Dakar - die Hauptstadt von Senegal

Die Bucht von DakarDie Hauptstadt Dakar liegt auf einer Halbinsel am Atlantik. Sie hat mehr als eine Million Einwohner. Dakar ist eine moderne, quirlige Stadt. In Dakar befinden sich viele, gut ausgestattete Schulen, Universitäten und Museen. In der Innenstadt findet man bunte Märkte und luxuriöse Geschäfte. Hier kann man auch ausgezeichnete Musikclubs besuchen, denn Dakar ist für seine Musikszene bekannt. Dakar besitzt einen großen Hafen. Die Fischmärkte von Dakar sind laut und bunt.

Geschichte

Ein Krieger der WolofSenegal wurde ab dem 9. Jahrhundert vom Islam erobert. In der Sahelzone entwickelten sich die großen afrikanischen Königreiche des Mittelalters. Tekrur war ein großes Reich in Senegal. Es wurde am Fluss Senegal von den Serern gegründet und entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum. Seine Vorherrschaft ging im 14. Jahrhundert an das Malireich über. Mehr über das mittelalterliche Reich Mali

  

Die Kolonialisierung von Senegal

Ausschnitt aus einer Karte von Magellans Schiff Victoria

Im Jahre 1444 erreichte das erste portugiesische Schiff die Küste von Senegal. Ab dem 17. Jahrhundert wurde Senegal von Franzosen, Niederländern und Briten kolonisiert. 1891 kam Senegal ganz unter französische Kontrolle. Als Folge gilt heute noch französisch als Amtssprache in Senegal. Viele Völker in Senegal sprechen auch heute noch neben Französisch ihre afrikanische Sprache wie Wolof. Am 20. August 1960 wurde Senegal unabhängig. Heute zählt Senegal zu einem der wenigen demokratischen Staaten auf dem afrikanischen Kontinent.

Völker in Senegal

Verkäuferin in Dakar

Die Wolof sind das größte Volk Senegals. Ihre Sänger und Griots sind über die Grenzen Afrikas hinaus berühmt. Die Serer sind ein Bauernvolk im Westen von Senegal. Sie sind bekannt für ihre Schmiedekunst. Viele Frauen arbeiten in der Landwirtschaft, ebensoviele sind Händlerinnen. Sie bestimmen das Leben auf den Märkten. Kinder tragen schon früh zum Familieneinkommen bei. Gemeinsam kochen ist ein großes Vergnügen. Hirsebreis, Yams und Fisch gehören zu einem guten Festessen. Gegessen wird aus großen Schüsseln.

Schulen in Senegal

Fischerboot in Senegal (c) FINNDie Schulen in Senegal sind nach dem französischen Schulsystem ausgerichtet. Der Lehrplan der Schüler ist dem von französischen Schülern ziemlich ähnlich. Die Unterrichtsfächer sind dieselben, mit dem Unterschied, dass die senegalesischen Schüler neben ihrer afrikanischen Sprache französisch beherrschen müssen, um dem Unterricht zu folgen. Nicht ganz einfach. Sport wird gross geschrieben, jede Schule hat ihre Fußballmannschaft, sportliche Wettkämpfe sind die Höhepunkte im Schuljahr. Eine Schule anderer Art ist das, was viele senegalesische Jungen von ihren Vätern lernen, das Fischen. Da Hochseefischerei ein gefahrvoller Beruf ist, gibt es viel zu lernen wie Boot bauen und instandhalten, segeln lernen und Wetterbedingungen einschätzen können.  

Feste, Wettbewerbe und Castingshows

Hausschaf orientalis aries (c) Richard BartzIn Senegal leben viele Islamgläubige. Eines ihrer größten Feste ist das islamische Opferfest, das in Senegal als "Tabaski" gefeiert wird. Dann heißt es aufpassen für die schönsten Schafe im Land, denn dann kommt Lammbraten auf den Tisch. Zuvor wird das Superschaf gekürt, das schönste Schaf im Land. Das geschieht in einer der beliebtesten Fernsehsendungen Senegals, in "Khar Bii". Ähnlich wie in deutschen Castingshows treten hier stolze Besitzer mit ihren prachtvollen Vierbeinern auf. Übrigens: Alle Schafe erhalten einen Namen und viele leben mit ihren Besitzern unter einem Dach.

Geschichten aus Senegal

PalmeDie Griots von Senegal sind exzellente Musiker, Lyriker und Märchenerzähler wie Léopold Sédar Senghor oder Birago Diop. Ihre Märchen handeln von den Tieren des Sahel wie Esel, Füchse oder Spinnen. Sie erzählen auch von Geistern und seltsamen Pflanzen. Hier kannst du ein Märchen über die Zauberpalme lesen

Hier findest du einige Filme über das Leben in Senegal

Mehr über Afrika erfährst du in:

Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter

Der große Weltatlas von Philip Steele.

Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen

Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth

Meine große Kinderwelt von Katja Baier

Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley

Kinder