Kaum zu glauben, dass mitten in der Wüste von Sudan einst eines der größten Handelsreiche der Antike lag. Das antike Nubien war ein ein schwarzafrikanisches Handelsreich, das über riesige Goldvorkommen verfügte. Sein Reichtum an Gold und der Sklavenhandel machte Nubien zu einem wichtigen Handelspartner von Arabien und Ägypten. Die ägyptischen Pharaonen wollten die ertragreichen Goldminen selbst ausbeuten und eroberten Teile von Nubien. Jahrtausende lang beherrschten sie den Norden des Reiches.

Es war ein ägyptischer Herrscher, der den Grundstein für das spätere Königreich Kusch legte. Der ägyptischen Pharao Tutmosis III. erweiterte etwa 1450 vor Christus das ägyptische Imperium in den Süden. Er gründete am Berg Barkal, im heutigen Sudan, die Stadt Napata. Diese Stadt wurde zum Zentrum eines neuen Reiches.

Im Lauf der Jahrhunderte begannen die nubischen Fürsten, die Kriegskunst der Ägypter zu erlernen. Sie erstellten große Streitheere ganz nach dem Vorbild der Pharaonen, kopierten ihre Waffen und eroberten ein Nachbarland nach dem anderen. Sie wurden sehr mächtig und übernahmen in Napata das Zepter. Schließlich drangen sie nach Ägypten vor und eroberten das Reich der Pharaonen. Jahrhunderte lang herrschten sie über ganz Ägypten. Mit der Christianisierung zwischen dem fünften und sechsten Jahrhundert verdrängten christliche Königreiche das Reich von Kusch. Vieles von Kusch ist im heute im Sand der Wüste verschwunden. Einzig der Berg Barkal mit der historischen Stadt Sanam birgt noch Überreste des Königreiches von Kusch. Erst allmählich werden ihre Monumente wieder ausgegraben. Zahlreiche Pyramiden, prachtvoll geschmückte Grabkammern, gewaltige Ruinen von Palästen und Tempel zeugen von dem einst mächtigen Königreich.
Osmanische Vizekönige errichteten im 19. Jahrhundert ihre Herrschaft über Sudan. Sie gründeten am Zusammenfluss des Blauen und Weißen Nils ein Militärlager, das spätere Khartum. Der Islam verdrängte die christlichen Königreiche. Sudan wurde immer mehr von der arabischen Kultur beeinflusst. Unter dem Kalifat von Omdurman erlebte Sudan im 19. Jahrhundert eine Blütezeit. Der rege Handel mit den Nachbarländern und Arabien brachte Wohlstand, die Städte wuchsen, Schulen wurden gebaut. Der wachsende Reichtum und die günstige Lage am Roten Meer weckte die Gier der europäischen Völker. Das britische Königreich erkannte die Bedeutung der Häfen des Sudan für den Handel und suchte nach Verbündeten, um das Land unter seine Herrschaft zu bringen.
Englands Hunger nach Kolonien im Osten Afrikas war unersättlich. Sudan mit seinen Häfen am Roten Meer war ein wichtiger Handelsplatz für den Warenaustausch mit Arabien und Indien. 1898 eroberte eine britische Streitmacht unter ägyptischer Beteiligung den Sudan. Bis 1953 blieb der Sudan britische Kolonie. Nach einer Volksabstimmung wurde drei Jahre später, am 1. Januar 1956, die Republik Sudan ausgerufen. In einem langen, erbitterten Bürgerkrieg versuchten sich die Südsudanesen von der arabischen Vorherrschaft zu befreien. Der Krieg wurde beendet mit dem Beschluss, Nord- und Südsudan in zwei autonome Länder zu unterteilen.
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