Swasiland ist das zweitkleinste Land von Afrika. Der kleine Binnenstaat in Südafrika ist 17 363 qkm gross und mit über einer Million Menschen besiedelt. Das Land wird seit vielen Jahrhunderten von einem Königshaus regiert.
Das Königreich Swasiland liegt an der Grenze zwischen Südafrika und Mosambik. Ein Großteil des Landes liegt auf einer Hochebene. Es wird in drei Regionen unterteilt: das bergige Hochveld im Westen, das mit Gras bewachsene Middelveld im Zentrum und das flache Buschveld im Osten. Im Hochveld wuchsen früher keine Bäume, heute gibt es dort riesige Plantagen mit Kiefern und Eukalyptus. Die Plantagen sind Teil der intensiven Forstindustrie von Swasiland.
Mbabane ist die Hauptstadt von Swasiland. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft. Sie bauen Hirse, Mais, Zuckerrohr, Erdnüsse und Baumwolle an. Ihr Getreide und Gemüse verkaufen sie auf dem Markt von Mbabane. Obwohl der Boden fruchtbar ist, sind viele Menschen arm. Das Land erzielt aus Kohle-, Gold- und Diamantenbergbau Einkünfte.
Die Bewohner gehören zum Volk der Swasi. Die Menschen haben viele alte Traditionen und Bräuche beibehalten und werden von einer Erbmonarchie regiert. Das Königreich ist die letzte absolute Monarchie in Afrika. Der König bestimmt die Politik und ist oberster Herr über Recht und Gesetz. Seine Mutter ist stellvertretendes Staatsoberhaupt.
Das Fest Umhlanga wird Ende August oder Anfang September von ledigen, kinderlosen jungen Frauen gefeiert. Umhlanga bedeutet „Schilftanz“. Die Mädchen schneiden die längsten Schilfgräser und überreichen sie in einer feierlichen Prozession der Königinmutter und dem König. Der König darf sich dabei eine Frau aussuchen. Das Fest dauert acht Tage.Die Swasi leben oft in einer Vielehe, das bedeutet, ein Mann ist mit mehreren Frauen verheiratet. Der derzeitige König Mswati III. hat fünfzig Ehefrauen.
Eine bedeutende Zeremonie ist iNcwala, das Fest der ersten Frucht. Die Zeremonie darf nur vom König angeleitet werden. Das Fest beginnt am letzten Neumond im Dezember und dauert acht Wochen. Am Ufer des Indischen Ozeans wird Meeresschaum gesammelt, mit dem ein Gericht zubereitet wird. Nur der König darf davon essen. Am Vollmond danach sammeln die Männer Zweige des Lusekwane-Busches und bringen sie dem König. Dann tanzen die Männer den iNcwala-Tanz, bis sich der König wieder den Menschen zeigt.

An der nordwestlichen Grenze liegt die vermutlich älteste Mine der Welt, die Ngwenya Mine. Sie liegt eingebettet zwischen Felsenschluchten und birgt viele alte Geheimnisse. Im mittleren Steinzeitalter, vor etwa 42 000 Jahren bauten hier die Buschmenschen Hämatit ab, auch Roteisenerz genannt. Die Buschmenschen nutzten vor Jahrtausenden den roten Hämatit für ihre Felszeichnungen. Die Farbe ist so haltbar, dass sich die meisten Zeichnungen bis heute erhalten haben.