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Sansibar

Flagge von Sansibar (Zanzibar)

Die Inseln von Sansibar - Unguja, Pemba und Mafia - sind wunderschön gelegene Eilande im Indischen Ozean. Sie liegen knapp 35 km vor der Küste von Tansania. Die tropischen Inseln befinden sich unterhalb des Äquators. Sie versprechen ein pures Inselparadies. Doch das Image der einstigen, berüchtigten Sklaveninsel  bestimmt noch heute das Bild Sansibars. Die Hauptinsel Sansibar ist mit 1658 qkm halb so gross wie Mallorca. Mit über einer Million Einwohner ist sie jedoch nicht so dicht besiedelt wie die Insel im Mittelmeer.

Sansibar Panoramasicht (c)  Muhammad Mahdi Karim

 

 

 

Ein Blick zurück in die Geschichte

Karte von Sansibar (c) Mysid

Bei Sansibar fallen dir sicher mindestens drei Begriffe ein: Pirateninsel, Gewürzroute und Sklavenmarkt. Ihren zweifelhaften Ruf genießt Sansibar seit den großen Entdeckungsfahrten der Portugiesen im 16. Jahrhundert. Doch die Geschichte der Sansibari reicht viel weiter zurück. Auf der Insel leben Afrikaner, deren Vorfahren bereits seit 2500 v. Christus Handel trieben mit den Pharaonen Ägyptens. Ab detwa 700 nach Christus siedeln sich arabische, persische und indonesische Zuwanderer an. Sie landen mit ihren Dhaus, Schiffe mit dreieckigen Segel, an den Küsten Sansibars. Der Handel mit Gewürzen, Elfenbein und vor allem der Handel mit der schwarzen Bevölkerung hat sie hierher getrieben. Die Einheimischen nennen die Insel Unguja, die Perser nennen sie Sansibar, das bedeutet „Ufer der Schwarzen“. 1107 errichten Araber mit der Moschee das erste islamische Gebäude in Afrika. Später ankern Portugiesen vor Sansibar, sie erobern die Insel im Jahr 1503 und errichten einen Handelposten. Das Sultanat Oman erobert 1698 die Insel zurück. Als in Sansibar im Jahr 1811 der zentrale Sklavenmarkt für Ostafrika gegründet wird, verlegt der Sultan von Oman 1840 sogar seine Hauptstadt dorthin. Schiffe aus aller Welt ankern bis ins 19. Jahrhundert in der Bucht von Sansibar-Stadt. Sklaven und Gewürze werden hier umgeschlagen. Sansibar entwickelt sich zu einem bedeutenden Knotenpunkt im indischen Ozeanhandel. Die Gewinne aus Gewürzexporten und Sklavenhandel machen das Sultanat unermesslich reich. Aus der Altstadt wird eine prachtvolle Stonetown. Der Sultan lässt an der Uferpromenade das modernste Gebäude Ostafrikas errichten, mit Strom und einem elektrisch betriebenen Fahrstuhl. Die Bewohner nennen es House of Wonders, denn sie haben noch nie einen Aufzug gesehen.

Das Ende des Sklavenmarktes

Sklavendenkmal in Sansibar (c) JanDie Engländer stellen 1890 die Insel unter englische Schutzherrschaft. Eine ihrer ersten Taten besteht darin, den unmenschlichen Sklavenmarkt zu verbieten. In aller Heimlichkeit betreiben arabische Kaufleute den Handel mit Gefangenen aus dem afrikanischen Kontinent weiter. Sieben Jahrzehnte später überschlagen sich dann die Ereignisse. Die Engländer entlassen die Insel 1963 in die Unabhängigkeit. Die afrikanische Bevölkerung vertreibt die verhasste, arabische Herrscherschicht. 1964 wird die Insel Teil von Tansania. Im Jahr 2000 wird Stonetown als Beispiel für das harmonische Zusammenleben von afrikanischen, arabischen und indischen Kulturen von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

Sansibar-Stadt und Stonetown

Stonetown (c) Willem von der HorstGrößte Stadt von Sansibar ist Sansibar Stadt mit der alten Stone Town. Hier herrscht ein unübersichtliches Gewirr von kleinen Straßen und alten Gebäuden aus allen Jahrhunderten. Man findet arabische Häuser mit großem Innenhof, indische Häuser mit verzierten Holzbalkonen, portugiesische Herrenhäuser und alte Forts. In den Gassen sieht man Inderinnen im bunten Sari, verschleierte Muslima und moderne Afrikanerinnen. Afrikaner schnitzen und malen auf der Straße vor ihren Souvenirshops. Kleine Jungen in weißen Gewändern hüpfen aus der Koranschule. Die Mädchen spielen mit ihren Puppen, die ihre Mütter aus Stoffresten genäht haben.

Das Leben auf dem Land ist sehr beschwerlich

Ein Großteil der Landbevölkerung von Sansibar lebt in ziemlicher Armut. Die Menschen ernähren sich durch das, was sie anbauen oder im Meer fischen. Sie verfügen deshalb über ein sehr geringes Einkommen. Nicht alle  können sich die Schulbildung ihrer Kinder leisten. Obwohl in Sansibar Schulgeld abgeschafft ist. Aber die Kosten für Schulhefte und Bücher sind für viele unerschwinglich. Auch die medizinische Versorgung liegt im Argen.

Alleinlebende Kinder in Sansibar (c) Nannarella

Kinder in Sansibar (c) Nannarella

Kinder in Sansibar (c) NannarellaIn  Sansibar gibt es leider auch Kinder, die keine Familie mehr haben. Sie leben auf der Straße, wie in einigen afrikanischen Ländern. Die elternlosen Kinder schließen sich zu Gruppen zusammen, mit denen sie sich gemeinsam durchschlagen. Ältere Kinder kümmern sich um jüngere,  teilen sich mit ihnen die Aufgaben, spielen miteinander und helfen sich gegenseitig aus. Oft haben sie nur das nötigste zum Essen. Aber sie schließen hier oft Freundschaften fürs Leben. Die Regierung von Tansania und Sansibar hat eine große Aufgabe zu lösen, um diesen Kindern ein Heim zu geben.

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