In der Eisenzeit beginnt vermutlich auch der Transsaharahandel. Am nördlichen Ufer des Tschadsees befand sich eine wichtige Endstation der Handelsroute, die von der Küste Nordafrikas durch die Wüste führte. Hinweise zu einem solchen Handel finden sich bei Herodot und anderen Geschichtsschreibern seiner Zeit. Im sechsten Jahrhundert nach Christus entstand die Sao-Kultur am südlichen Tschad See. Sie überdauerte bis in das 17. Jahrhundert. Typisch für diese Kultur waren unabhängige Stadtstaaten, die von Mauern umgeben waren.
Im 7. Jahrhundert wanderten Nomaden in die Region des Tschadsees ein. In alten Schriften wurden die Bewohner von Kanem die Kanembu genannt und als „rot wie die Araber“ beschrieben. Sie gründeten im Osten des Tschadsees das Reich von Kanem. Legenden erzählen von dem Gründervater Sef oder Saif. Kam er aus dem Vorderen Orient, aus Baghdad, hatte er vielleicht sogar biblische Vorfahren? Niemand weiß es genau. Das Königreich wurde im 11. Jahrhundert islamisiert, von da an galt der Islam als Staatsreligion. Jeder musste sich an die Regeln der neuen Religion halten, selbst die Könige. Über den Herrscher von Kanem wird Seltsames berichtet. Besucher durften ihn nicht sehen, er blieb unsichtbar hinter einem Vorhang verborgen. Der König musste nach strengen religiösen Regeln leben. Fast mehr Macht als der König hatte die Königinmutter. Es wird sogar davon berichtet, dass der König einmal von der Königinmutter in Arrest gesteckt wurde, als er sich nicht gemäß den religiösen Geboten verhielt.
Im Westen des Tschadsees entstand ebenfalls ein mächtiges Reich, das Bornu genannt wurde. Nach einer Legende gilt der Schlangentöter Bayajidda als Gründer des Königreiches Bornu. Es war der erste Staat der Hausa, einem Hirtenvolk im Sahel. Im 12. Jahrhundert wurden die Ost- und Westreiche zu einem Doppelkönigreich vereint. Die beiden Könige residierten abwechselnd in Kanem und in Bornu. Ein Teil des Reichtums von Kanem-Bornu stammte aus dem Sklavenhandel. Die Völker südlich des Reiches wurden regelmäßig von Sklavenrazzien aus Kanem-Bornu heimgesucht. Nur die Kleinstaaten im Süden wurden verschont, solange sie Sklaventribute entrichteten. Seine Blütezeit erlebte das Reich im 13. Jahrhundert unter dem König Dunami Dabbalemi.
1893 eroberte der arabische Sklavenjäger Rabeh az-Zubayr (1845–1900) Bornu. Das war kurz bevor die Franzosen die Macht über den Tschad übernehmen wollten. Die Franzosen hatten bereits im Westen und in Zentralafrika große Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht. Der Tschad war ein bedeutendes Transitland zwischen Nord- und Zentralafrika, das keiner anderen Kolonialmacht in die Hände fallen sollte. Deshalb entschlossen sich die Franzosen, den herrschenden Sklavenjäger Rabeh zu vertreiben. Es kam zu einer folgenreichen Schlacht bei Kouésseri am 22. April 1900. Rabeh verlor Leben und Reich im Kampf gegen französische Kolonialtruppen. Das Kerngebiet des Tschad besetzte Frankreich, das restliche Gebiet wurde zwischen Deutschland und Großbritannien aufgeteilt.
Frankreich herrschte von 1900 bis zur Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1960 über den Tschad. Zuerst versuchten sich die Franzosen durch Verträge die Zusammenarbeit mit den Herrschern des Königreiches Kanem-Bornu zu sichern. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts begannen sie, das Gebiet militärisch zu besetzen. 1908 wurde Tschad offiziell eine Kolonie von Frankreich. Frankreich kontrollierte zwar nun das Land, tat aber wenig, um die Bildung oder das Gesundheitswesen zu verbessern. Auch unternahmen sie nichts, um ein modernes Verkehrswesen zu schaffen wie das zum Beispiel die Briten in Kenia getan hatten. Denn das Land schien nicht reich an Bodenschätzen. Außer Baumwolle wuchs auch nicht viel. Frankreich ging es nur darum, ein großes, zusammenhängendes Gebiet von Westafrika bis nach Zentralafrika und Nordafrika zu besetzen.
Die erste Republik Tschad war ein Einparteienstaat. Ein Präsident regierte mit einer Partei. Innerhalb der Bevölkerung gab es Streit zwischen Muslimen im Norden und Christen im Süden. Die Muslime waren nicht an der Regierung beteiligt, sie kämpften um mehr Einfluß. Es kam wiederholt zum Putsch der Regierung des Tschad. Die Bevölkerung war mit der autoritären Regierung unzufrieden. Andere politische Richtungen wurden unterdrückt, gegnerische Parteien zerschlagen. Es gab Bürgerkriege, bei denen viele tausende Menschen umkamen. In den 1980er Jahren herrschte darüber hinaus Krieg mit dem Nachbarland Libyen, das weite Teile des Nordens besetzte. 1990 kam der heutige Präsident von Tschad an die Macht, Idriss Déby. Er regiert das Land seit vielen Jahren mit harter Hand.