Die Könige von Buganda hatten vom 18. bis ins 20. Jahrhundert eine Vormachtstellung in Zentralafrika. Sie waren Nachfahren von Wanderhirten aus Ostafrika, die sich zwischen dem Victoriasee und dem Kafu in der Mitte Afrikas angesiedelt hatten. Das Königreich war gut organisiert und überdauerte selbst die Zeit der Kolonialisierung. Während der danach folgenden Zeit der Diktatur flohen die Könige aus dem Land. Sie kehrten 1993 zurück und wurden wieder inthronisiert. Die Könige gelten heute als Bewahrer der wieder aufgeblühten Kultur in Uganda. Rechts im Bild siehst du den Palast der Buganda Könige in Kampala.
Die Grabstätte der Buganda-Könige liegt hoch oben auf einem Hügel in Kampala. Das Mausoleum mit dem Strohdach ist ein Unesco-Weltkulturerbe und seit 128 Jahren eine heilige Stätte: Vier Könige sind darin beerdigt. Trommeln, Speere, Schilder des alten Buganda-Königreichs werden hier verehrt und von Grabwächterinnen streng bewacht.
Ende des 19. Jahrhunderts wetteiferten die Deutschen und die Briten um die Herrschaft über Uganda. Schließlich gewannen die Briten die Oberhand. Der König von Buganda war mit der Annektierung durch die Briten nicht einverstanden. Er flüchtete, kehrte später aber wieder in sein Reich zurück. Bei seiner Rückkehr im Jahr 1893 wurde er gezwungen, einen Vertrag zugunsten der Herrschaft der Briten zu unterzeichnen. Uganda und das Königreich Buganda wurden britisches Protektorat. Die Briten schürten Rivalitäten zwischen den Völkern Ugandas, indem sie bestimmte Gruppen bevorzugten. Dem König von Buganda räumten sie einen Sonderstatus ein. Als das Land unabhängig wurde, versprachen die Briten dem Buganda König, dass er seine Sonderrolle behalten würde. Im Bild rechts siehst du den britischen Politiker Winston Churchill und den ugandesischen König Daudi.
1962 erhielt Uganda die Unabhängigkeit, der Buganda König wurde zum Staatsoberhaupt ernannt. Bald darauf wurde eine neue Verfassung verkündet und der Führer des Ugandischen Volkskongresses Obote griff nach dem Präsidentenamt. Der Buganda König wurde vertrieben. 1971 übernahm Idi Amin, Oberbefehlshaber der Armee, die Macht. Er errichtete eine grausame Militärdiktatur. Acht Jahre konnte sich Idi Amin an der Macht halten. Dann wurde auch er gestürzt und der alte Präsident wiedereingesetzt. Doch das Land kam nicht zur Ruhe. Rebellen der Nationalen Widerstandsarmee nahmen die Hauptstadt Kampala ein und ernannten Yoweri Museveni zum Präsidenten. Museveni führte eine „parteienlose Demokratie“ ein. Aber eine Demokratie ohne verschiedene Parteien ist keine echte Demokratie. Die Völker waren nicht gleichberechtigt an der Regierung beteiligt. Die Opposition wurde unterdrückt. Zwar verbesserte sich die Wirtschaft des Landes, sogar die Schulpflicht wurde eingeführt. Doch in dem Land herrscht immer noch ein großer Unfrieden.