Ein Tag im Leben eines Elefantenbabys

Das Leben in einem Elefantenwaisenhaus läuft für ein Elefantenbaby ganz anders ab als das Leben in der Wildnis. In einem geschützten Gehege lauern viel weniger Gefahren, allerdings gilt es auch einige Regeln zu beachten. Hier haben nicht Elefantenmütter das Sagen, sondern die Pfleger. Es gibt eine Menge Spaß, aber wer über die Stränge schlägt, kriegt schon mal einen Rüffel.

Am Morgen

DavidSheldrick-wildlife_park

Um kurz nach 6 Uhr, wenn die Sonne aufgeht, kehrt Leben in das Elefantenhaus ein. Dann heißt es für die kleinen Rüsseltiere aufstehen. Denn wer zuerst kommt, kriegt die erste Flasche Elefanten-Milch. Erst nach drei Stunden gibt's die nächste Milch. Deshalb gibt es erst mal ein Wettrennen zur Milchflasche.

Spielen und Entdecken am Vormittag

Elefantenwaisen_Daphne_Sheldricks_OrphanageDann geht's für alle Elefanten mit dem Keeper in den Busch zum Spielen, Entdecken und Erkunden. Vielleicht trifft man ja auch auf eine wilde Elefantenherde. Das ist natürlich besonders spannend, denn manchmal entstehen Freundschaften zwischen Waisen und wilden Elefanten.

Zum Schlammbad

African_Bush_Elephant_mud_bathUm die Mittagszeit gibt es die nächste Flasche Milch, dann geht's zum Wasserloch, um zu trinken und zu baden. Schlammbäder sind für Elefanten das Highlight des Tages. Das Wasser kühlt, und der Schlamm schützt die Haut. Außerdem fühlt sich Schlamm für die empfindliche Elefantenhaut einfach gut an.

Herumtollen am Nachmittag

Elephant_Uphill_struggleNachmittags geht es wieder zum Spielen, Trödeln und Herumtollen. Hier versucht Rorogi einen Sandhügel hinauf zu klettern. Um fünf werden die kleinen Jumbos müde, dann blasen die Keeper zum Aufbruch, und ab geht's nach Hause. Dort wartet schon die nächste Milchration, denn nach dem vielen Spielen sind die Jumbos hungrig. Die ganz kleinen Babys müssen noch von den Keepern gefüttert werden, die größeren grabschen schon gierig nach der Flasche, schütteln sie und halten sie mit ihrem Rüssel fest. Sie wollen sicher gehen, dass kein Tropfen Milch vergeudet wird.

Abendroutine

Wenn die Sonne untergeht, wird jeder Jumbo zu seinem Abteil zurück gebracht. Immer ist ein Keeper bei ihm, doch nicht immer derselbe. Denn die Jumbos sollen nicht von einem einzelnen Pfleger abhängig werden. In ihrem Abteil liegt schon eine Decke bereit, sie erinnert die Kleinen an ihre Mutter.

Bettgehzeit

elefant mit keeperWährend der ersten Wochen und Monate schlafen die Keeper bei den Waisen. Sie beruhigen die Baby-Elephanten, trösten sie, wenn sie von Alpträumen geplagt werden und füttern sie, wenn sie nachts Hunger haben. So lernen die kleinen Jumbos, dass sie zu einer neuen Familie gehören.

Schon gewusst?

Vor den Gehegen der größeren Elefantenwaisen haben Keeper Brunnen angelegt, um wilde Elefantenherden anzulocken. Sie hoffen, dass die wilden Elefanten ihre verwaisten Artgenossen irgendwann „mitnehmen“ in die Wildnis.

 

elefant walking