Safari durch die Kalahari

 Stell dir vor, du siehst nur trockene Gräser und hin und wieder eine Akazie oder einen Marulabaum. Du bist hier in der Kalahari, einer riesigen Halbwüste im südlichen Afrika. Auf einer Fläche, die drei Mal so groß ist wie Deutschland, wächst fast nur trockenes Gras. Trotzdem hat sich hier eine reiche Tierwelt niedergelassen.

Jäger in der Kalahari

 


Leoparden, die leisen Jäger

Leoparden sind Raubkatzen wie Löwen. Sie sind Einzelgänger und jagen auch alleine. Nur wenn sie jung sind, durchstreifen sie auch in Gruppen die Wüste. Leoparden sind nachtaktiv. Wenn du nachts in der Kalahari ein tiefes Knurren hörst, dann kann es sich nur um einen männlichen Leoparden halten, der auf "Brautschau" ist. Sonst sind Leoparden so leise, dass man sie nicht hört und auch nicht sieht. Ihr Revier ist riesig, bis zu 700 km² durchstreifen sie und verteidigen es gegen Eindringlinge.  Sie sind ausgezeichnete Kletterer und verstecken sich gerne in den Bäumen. Denn sie wollen immer den Überblick behalten. Oft schleichen sich Leoparden an ihre Beute heran. Doch in der Kalahari ist das sehr schwer, da es fast keine Deckung gibt. Zum Jagen verstecken sie sich deshalb in den Ästen und warten geduldig, bis Beute unter dem Baum hindurch zieht. Im richtigen Moment fahren sie ihre Krallen aus und lassen sich darauf fallen. Dann zerren sie ihre Beute auf den Baum und verstecken sie in den Ästen. So können sie mehrere Tage davon zehren, ohne dass ihnen Hyänen die Beute streitig machen.

 

Der Star in der Halbwüste, der Kalahari Löwe

Kalahari Löwe (c) The animalIm Gefolge der Tierherden durchstreifen Löwen das Gebiet. Sie ziehen durch die Kalahari, wenn der spärliche Regen schmackhafte Gräser und Wassertränken in die Landschaft zaubert. In ihrer Nähe sind oft Hyänen. Die Kalahari-Löwen leben in kleinen Rudeln. Ein Rudel besteht aus einem dominanten Männchen, einigen rangniedrigeren Männchen sowie mehreren Weibchen und deren Junge. Männchen und Weibchen leben aber meist in getrennten Gruppen. Die Männchen patrouillieren an den Reviergrenzen und verteidigen es gegen Feinde. Die Weibchen leben mit den Jungen im Kern des Reviers und gehen auf die Jagd. Doch die meiste Zeit vom Tag dösen sie mit ihren Jungen im Schatten. Die Buschmenschen haben eine magische Beziehung zu den Löwen. Sie scheinen keine Angst vor ihnen zu haben, und Löwen halten respektvollen Abstand zu den Menschen. Es heißt, dass sich die Buschmenschen früher mit den Löwen die Beute teilten.

 

Der Karakal, die Wüstenkatze mit den schwarzen Ohren

Caracal (c) Aaron LoganDer Karakal ist eine mittelgroße Katze. Seinen Namen verdankt er der Schwarzfärbung der Ohren. Wegen seiner Ähnlichkeit mit Luchsen wird er manchmal auch als Wüstenluchs bezeichnet. Karakale leben in Halbwüsten. Sie sind Einzelgänger, manchmal tauchen sie auch paarweise auf. Sie jagen nachts und bevorzugen große Reviere von 60 qkm und mehr. Denn die Tiere, die zu ihrer Beute zählen, sind in der Kalahari weit verstreut. 

Elefanten und ihre Begleiter in der Kalahari


Die scheuen Wüstenelefanten

Elephanten in der Namib Wüste (c) Patrick Giraud (cc) creative commons

In der Kalahari gehen wir mit dem Jeep auf Safari. Wenn wir die ausgetrockneten Flussbette entlang fahren, dann haben wir vielleicht das Glück, die seltenen Wüstenelefanten zu entdecken. Sie wandern ausgetrocknete Flussbette entlang und können unterirdische Wasseradern aufspüren. Elefanten teilen sich die Wanderwege so ein, dass sie zwischen dem Morgen und Abend immer eine Wasserstelle anlaufen können. Deshalb folgen ihnen andere Tiere, die plötzlich zwischen den Dünen auftauchen. Wüstenelefanten sind sehr scheu. Einige Herden haben sich vor Jahrhunderten  in die unwirtliche Wüste zurückgezogen, um den Menschen zu entkommen. Sie haben sich im Lauf der Jahre an die Trockenheit angepasst. Sie meiden die Nähe des Menschen, deshalb halten wir gebührenden Abstand. Wie die Jumbos es geschafft haben, hier zu überleben? Sie wandern in kleineren Herden durch die Wüste und sie bekommen auch nur halb so viel Nachwuchs wie ihre Verwandten in der Savanne.

 

Zebras und Antilopen folgen den Elefanten

Namibia, Etosha Pfanne (c) Grace Willis

In der Kalahari leben auch Büffel, Antilopen, Rhinozerosse und Springböcke. Die besten Wassersucher in der Kalahari sind die Antilopen. Sie können Wasser sogar über viele Kilometer hinweg riechen. Wenn sich in kleinen Flussenken Wasser sammelt, sind sie als erste zur Stelle. Zu ihnen gesellen sich Kuhantilopen, Gnus und Springböcke. Bald finden sich auch Steppenzebras ein, die drahtigeren Verwandten der Zebras. Etwa 20 Tiere leben in einer Sippe, die aus einem Leithengst, einer oder mehreren Stuten sowie den Fohlen besteht. Die Familien bleiben über viele Jahre zusammen.

Schon gewusst? Zebras sind wachsam. Geht ein Tier verloren, so wird es von der Gruppe oft tagelang gesucht. 


Räuberische Affen in der Kalahari

Mantelpaviane in Felslandschaft (c) Dick MuddePaviane leben in den Felsengebieten der Halbwüste. Sie sind tagaktiv. Sobald die Sonne aufgeht machen sie sich auf die Suche nach Nahrung, dabei legen sie manchmal am Tag 20 Kilometer zurück. Sie ziehen meist gemeinsam los, denn Paviane sind sehr gesellig und sozial eingestellt. Die Weibchen kümmern sich um den eigenen Nachwuchs und versorgen auch die Jungen anderer Mütter. Manchmal passen auch die Männchen auf die Kleinen auf. Sie spielen mit ihnen und bringen ihnen bei, wie man sein Revier verteidigt. In der Gruppe herrscht eine klare Rangordnung. Die Männchen beherrschen das Rudel. Sie sind auch deutlich größer als die Weibchen und besitzen kräftige Eckzähne. Die Mütter haben über die Töchter das Sagen. Deshalb gibt es manchmal Zoff in der Pavian-Familie, genau so wie in einer Menschenfamilie.

Partner im Überleben: Akazien und Termiten

Tiere und Pflanzen bilden oft Partnerschaften in der Savanne. Besonders, wenn man sich so gut ergänzt wie Akazien und Termiten. Dann können Pflanzen und Tiere die Trockenzeiten besser überstehen und sich gegenseitig vor Fressfeinden schützen.

Akazienbraum in der Wüste (c) MoongateclimberAkazienbäume, Büsche und Wüstengräser wachsen in der Kalahari. Akazienbäume sind Mimosengewächse. Sie wehren sich mit spitzen Stacheln gegen Pflanzenfresser. Nur Giraffen wagen sich an die Bäume und weiden die Blätter ab. Denn ihre Nase ist wie ein Schwamm, der unempfindlich gegen die Stacheln ist. Wie die Palmen in der Sahara trinken die Bäume mit ihren langen Wurzeln Wasser aus tiefliegenden Wasseradern. Beschützer und Nutznieser der Akazien sind Termiten.


Termiten (c) Tullius (cc) creative commonsTermiten bauen ihre Nester gerne in der Nähe von Akazien. Mit den Bäumen bilden sie eine Nutzgemeinschaft. Sie erhalten Nährstoffe aus den Blättern des Baumes. Im Gegenzug schützen sie ihn vor Fressfeinden. Termiten sind staatenbildende Insekten. Bis zu eine Million der Insekten bilden einen Staat. Eine Königin beherrscht das Termitenvolk. Termitenhügel werden bis zu zehn Meter hoch, in der Tiefe erreichen sie einen Durchmesser von 30 Metern. Termiten brauchen mehrere Jahrhunderte, um einen Bau von solcher Große herzustellen. Einige Tiere ernähren sich von Termiten. Paviane stochern mit Ästen in dem Bau, um die wehrhaften Insekten hervorzulocken.

Schon gewusst? Termiten zählen auch zum "Bushmeat" der San, den Buschmenschen in der Kalahari.

 

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