Die Geschichte der Apartheid

Südafrikanisches Mädchen vor Apartheidzeichen (c) earthlyissues

Die Rassentrennung begann, als die Briten Südafrika zu ihrer Kolonie erklärten. Sie entsendeten Armeen und Verwaltungsbeamte. Diese schufen die Sklaverei ab. Doch sie behandelten die schwarze Bevölkerung wie Menschen zweiter Klasse. Zusammen mit den eingewanderten Buren gründeten sie die "Südafrikanische Union", die "National Party".  Ein Jahr später bestimmten 4 Millionen Weiße über 41 Millionen Schwarze! Ihre Politik zielte auf eine strenge Rassentrennung. Sie begannen mit der Verordnung, dass Schwarze nur niedrige Arbeit verrichten sollten. Außerdem verbannten sie Schwarze in öde Siedlungsgebiete, die Homelands, während sie sich die fruchtbaren Gebiete unter den Nagel rissen. 1948 erließ die weiße Regierung die Apartheid-Gesetze. Mit diesen Gesetzen machte sie die schwarze Bevölkerung zu Ausländern im eigenen Land.

Schon gewusst? Das Wort Apartheid stammt aus dem Afrikaans, der Sprache der  niederländischen Einwanderer, und bedeutet Trennung. 

Die Apartheid-Gesetze

Nach einer Volkszählung im Jahr 1950 wurden alle Südafrikaner in Schwarze, Weiße und sogar Farbige eingeteilt. Farbige waren Inder, Indonesier und Nachkommen von Paaren, von denen ein Partner weiß und der andere schwarz war. Eine verrückte Einteilung! Schwarze  wurden aus dem sozialen und politischen Leben ausgeschlossen. Kein Wunder also, dass die schwarze Bevölkerung immer wütender wurde. Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, alle nahmen am Widerstand gegen die Gesetze der weißen Regierung teil.

Widerstand gegen die Apartheid

Straßenszene in einem Homeland (c) Heinz Josef Lücking

Seit dem Beginn der Apartheid gab es Proteste dagegen, denn die Rassentrennung war ungerecht und entwürdigend. Sie machte die Südafrikaner mit schwarzer Hautfarbe zu Menschen zweiter Klasse. Schwarze wurden aus dem sozialen und politischen Leben ausgeschlossen. Kein Wunder also, dass die schwarze Bevölkerung immer wütender wurde. Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, alle nahmen am Widerstand gegen die Gesetze der weißen Regierung teil.

 

Nelson Mandela und die Jugendbewegung des ANC

Schwarze Widerstandskämpfer schlossen sich zusammen und gründeten eine Partei, den "African National Congress". Die Abkürzung lautete ANC. Sie organisierten Protestmärsche, beschädigten Regierungsgebäude und sabotierten Industriebetriebe. Jeder Schwarze, der dabei fest genommen wurde, wurde hart bestraft. Zu ihnen zählte auch der schwarze Anwalt Nelson Mandela. Er war mutig und entschlossen, er konnte gute Reden halten und war beliebt. Bald wurde er zu einer treibenden Kraft im bewaffneten Widerstand. Er organisierte Protestaktionen und ließ sich als Widerstandskämpfer ausbilden. Nelson Mandela, auf dem Foto links, verbrennt aus Protest gegen die Apartheid seinen "Dummenpass". 

 

Die Studentenproteste und das Massaker von Sharpville

1960 war ein schwarzes Jahr für die Widerstandsbewegung. In Sharpville erhob sich die schwarzen Studentenschaft gegen die Gesetze der Rassentrennung. Die Polizei schlug  die Jugendlichen mit brutaler Gewalt nieder. Es gab viele Tote. Nelson Mandela und seine Mitstreiter entschlossen sich zum bewaffneten Kampf. Sie  verübten Sabotageakte gegen Regierungsgebäude und Industrieanlagen. Daraufhin wurde der ANC wurde verbannt. Steven Biko, Medizinstudent, war eine Schlüsselfigur für die Schüler- und Studentenproteste. Er starb am 12. September 1977. Polizisten prügelten ihn in einer Zelle in Port Elizabeth tot. Peter Gabriel setzte ihm später mit seinem Song "Biko" ein musikalisches Denkmal; 1987 erschien der Film "Schrei nach Freiheit" von Richard Attenborough.

 

Nelson Mandela wird zum Staatsfeind erklärt

Die weiße Regierung erklärte Nelson Mandela zum Staatsfeind. Er floh von Versteck zu Versteck. Die Regierung ließ ihn gnadenlos verfolgen. Schließlich wurde er entdeckt und verhaftet. Nach einer langen Gerichtsverhandlung wurde er zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Denn er schwor nicht der Gewalt ab. Nelson Mandela landete hinter Gittern. Doch der Widerstand ging weiter.

 

Der Schüler-Aufstand von Soweto

Im Juni 1976 rebellierten Schüler in Soweto gegen das südafrikanische Regime. 10.000 bis 20.000 Teilnehmer von über 200 Schulen protestierten dagegen, dass sie nicht mehr in ihrer Volkssprache unterrichtet werden sollten sondern in Afrikaans. Sie wurden dadurch benachteiligt. Aber sie wurden auch gedemütigt. Denn Afrikaans war die Sprache der weißen Apartheid-Regierung. Durch die Straßen hallten Protestlieder, auf Schildern stand "Zur Hölle mit Afrikaans". Ihr Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Hunde wurden auf die Demonstranten gehetzt. Chaos brach aus, Schüsse fielen. Eines der Opfer war der 12jährige Hector Pieterson. Er hätte nicht an den Demonstrationen teilnehmen dürfen. Sie war für die Schüler der Oberstufen geplant. Ein Fotograf hielt die letzten Augenblicke von Hector Pieterson fest. So wurde der junge Schüler zum Helden der Anti-Apartheid-Bewegung. Der Schüleraufstand von Soweto war der Anfang vom Ende der Apartheid-Regierung. Links im Bild ist Hector Pieterson zu sehen, der bei dem Aufstand von der südafrikanischen Polizei erschossen wurde. 

Schon gewusst? Der Tag des afrikanischen Kindes am 16. Juni ist den Schülerinnen und Schülern des Aufstands von Soweto gewidmet.

 

Protestbewegungen im Ausland

Auch im Ausland wuchsen die Proteste gegen die Apartheid. Sie solidarisierten sich mit Nelson Mandela und den südafrikanischen Freiheitskämpfern. 1974 wurde das Apartheidregime von Südafrika aus der Weltgemeinschaft ausgeschlossen. Es war ein wichtiger Schritt. Trotzdem vergingen noch 15 Jahre, bis die schwarze Bevölkerung von Südafrika wieder Herr im eigenen Land wurde. 1990 wurde die weiße Minderheitsregierung gezwungen, die Gesetze der Rassentrennung abzuschaffen. Parteien von schwarzen Politikern wurden wieder zugelassen. Nelson Mandela und andere Widerstandskämpfer wurden aus den Gefängnissen entlassen. Nelson Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsidenten von Südafrika gewählt.

 

Das Ende der Rassentrennung

Nelson Mandela - erster schwarzer Präsident von SüdafrikaDie Apartheid Politik wurde international geächtet.  Der Druck auf die weiße Regierung wurde immer stärker, die Apartheidgesetze abzuschaffen. Als Friedrich William de Klerk von der National Party 1990 an die Macht kam, wurden schwarze Parteien legalisiert und inhaftierte Widerstandskämpfer entlassen. Nelson Mandela konnte am 11. Februar 1990 das Gefängnis verlassen. Er war zum Symbol des Widerstandes geworden. Nach 27 Jahren Haft zeigte er mit erhobener Faust, dass der Kampf gegen die Rassentrennung noch nicht zu Ende ist. Die Homelands wurden abgeschafft, die Verbotszeichen für Schwarze aus der Öffentlichkeit verbannt. 1994 wurde die Verfassung neu geschrieben und freie Wahlen abgehalten. Die schwarze Bevölkerung konnte zum ersten Mal an der Wahlurne entscheiden, wie die Zukunft aussehen sollte. Sie wählte Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten ins Amt. Es war ein Triumph ohnegleichen. In ganz Südafrika herrschte Volksfeststimmung.

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