Feste und Feierlichkeiten

Das Meskel-Fest oder Festival des Feuers

Das Fest findet alljährlich statt, es erinnert an die Auffindung des Kreuzes Jesu durch die Heilige Helena (250-330 n. Chr.). Es wird seit über 1600 Jahren gefeiert und zählt zu den farbenprächtigsten Festen in Äthiopien. Die Feierlichkeiten finden zum Ende der Regenzeit statt, am 26. und 27. September. Zu dieser Zeit blühen in ganz Äthiopien gelbe Gänseblümchen, die Berge und Hügel in einem leuchtenden Gelb erstrahlen lassen. Bereits Wochen vor dem Meskel-Fest werden im ganzen Land Holzhaufen errichtet, die bei einer kirchlichen Zeremonie am Vorabend des Festes entzündet werden. Die Holzhaufen heißen Demera.

Das Fest

Am Festtag versammeln sich prachtvoll gekleidete Priester auf dem Festplatz rund um den Holzhaufen und das große, mit den Gänseblümchen geschmückte Kreuz. Es erklingen orthodoxe Gesänge, die von Trommeln begleitet werden. Die Menschen tragen brennende Fackeln. Alle haben ihre schönsten Kleider an. Es geht farbenfroh zu bei den Feierlichkeiten, denn die Menschen schmücken sich mit bunten Hüten und auffälligen Gürteln. Andere tragen ein traditionelles weißes Festgewand. Wenn das Feuer entzündet wird, jubeln die Menschen und tanzen ausgelassen. Millionen von Anhängern der äthiopisch-orthodoxen Kirche feiern Meskel jedes Jahr im ganzen Land. Die Feierlichkeiten markieren auch die Rückkehr des Frühlings nach Äthiopien.

Die Legende der Königin Helena

Das Festival des Feuers basiert auf der Legende, dass Königin Helena, die Mutter Konstantins des Großen, auf einer Pilgerreise ein Feuer durch eine göttliche Eingebung entzündete. Der Rauch des Feuers zeigte ihr den Weg zum Kreuz Jesu, das in der Erde begraben war. Dieser Legende wird während der religiösen Feierlichkeiten gedacht.

Schon gewusst? Das Festival zählt zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO