Äthiopien heute

Äthiopien Kinder

 

Äthiopien ist der Staat mit der zweitgrößten Bevölkerung in Afrika. Die Wirtschaft wächst schnell, doch an dem wachsenden Reichtum haben nur wenige Menschen teil. Nur 40 Prozent der Landbevölkerung hat Strom. Und nicht einmal die Hälfte aller Äthiopier hat Zugang zu sauberem Wasser. Deshalb gilt Äthiopien als armes Land.

Ist Äthiopien eine Demokratie?

1991 befreite sich das Land vom Terror des Mengistu-Regimes. Danach folgte eine autokratische Regierung. Das bedeutet, eine Partei hat die Macht, das war in Äthiopien die EPDRF. Das ist die Abkürzung für Äthiopische Revolutionäre Demokratische Volksfront. Nach vielen Unruhen und Kämpfen gegen den autoritären Regierungschef Hailemariam Desalegn kam es erstmals zu freien Wahlen. Sein Nachfolger Abiy Ahmed versucht, das Land zu demokratisieren und die Völker zu einen. Doch es ist keine leichte Aufgabe, die zahlreichen Völker und die unterschiedlichen Religionen unter einem Dach zu vereinen. Immer wieder entbrennen Feindseligkeiten und Stammeskämpfe. Hinzu kommt, dass Äthiopien der Staat ist mit den weltweit meisten Flüchtlingen. Über drei Millionen Flüchtlinge aus den angrenzenden Staaten Somalia und Eritrea halten sich hier auf und suchen Arbeit. Sie verschärfen die Spannungen im Land.

Kinderarmut und Kinderrechte in Äthiopien

Die Mehrheit der Äthiopier lebt in Armut. Die meisten arbeiten als Bauern und Tagelöhner und verdienen etwa 2,50 EURO am Tag. Davon kann man keine große Familie ernähren. Deshalb arbeiten viele Kinder auf den Farmen der Eltern mit. Sie verdienen auf den Märkten, als Boten und Hilfskräfte im Haushalt. Armut verhindert, dass Kinderrechte verwirklicht werden können. Ein Teil der Kinder geht nicht zur Schule, einfach weil ihre Eltern sich den Schulbesuch nicht leisten können. Wiederkehrende Dürreperioden verschlimmern oft noch die Lage. Dann müssen Lebensmittel eingeführt werden. Die Gesundheitsversorgung ist leider schlecht. Dabei sind nach Schätzung der Hilfsorganisation UNAIDS über 800 000 Kinder Aidswaisen. Sie werden von Verwandten aufgezogen, viele leben auch auf der Straße. Sie sind besonders gefährdet und schutzlos. Kinderhilfswerke fordern, dass die Regierung sich mehr um die Waisen und Straßenkinder kümmern muss.

 

Berühmte Persönlichkeit: der Langstreckenläufer Heile Gebrselassie