Völker und Sprachen

Ananasverkäuferin in Luanda (C) Beth Balboni CC BY SA 2.0

In Angola leben viele verschiedene Völker mit unterschiedlichen Riten. Die größten Völker sind die Ovimbundu im zentralen Hochland und dem angrenzenden Küstenstreifen. Die Kimbundu leben rund um die Hauptstadt Luanda, die Bakongo sind im Nordwesten zu Hause. Alleinstehende Frauen vor allem in den ländlichen Gebieten haben es schwer. In einigen Gemeinden gelten alte Regeln, die es ihnen untersagen, eigenes Land zu besitzen und zu bebauen. Im Norden des Landes leben die Chokwe. Bei den Ovahimba im Süden werden den jungen Leuten bei den Feiern zum Erwachsenwerden die unteren Schneidezähne ausgeschlagen. Der Sinn dieser alten Riten ist heute schwer zu verstehen, aber in alten Zeiten steckte sicher ein Sinn dahinter, alt und jung mit auffälligen Merkmalen sichtbar voneinander zu trennen.

Die Chokwe

Die Chokwe  (gesprochen Tschokwe) sind ein Bantuvolk, das über Angola, Kongo und Sambia verteilt ist. Sie sprechen Uchokwe, eine Bantusprache. In den Städten sprechen die meisten auch portugiesisch. Die Chokwe betreiben Ackerbau und Viehzucht. Auf ihren Feldern bauen sie Maniok, Yams  und Erdnüsse an. Tabak und Hanf wird zu Schnupftabak verarbeitet, Mais dient zum Brauen von Maisbier. Die Bauern halten Schafe, Ziegen, Schweine und Hühner. In jedem Dorf  gibt es eine Gemeinschaft der Jäger, die auf Großwild Jagd geht. Der Feldanbau ist praktisch Frauenarbeit. Kinder helfen auf den Feldern mit, sie hüten das Kleinvieh auf dem Hof oder sie verkaufen Gemüse und Obst auf den Straßen. Auf dem Foto rechts siehst du ein Dorf der Chokwe.

Mütter vererben, Väter führen

Jede Chokwe-Gemeinschaft  wird von einem Führer organisiert. Dieser berät sich mit den Ältesten sowie mit Ritual-Spezialisten, bevor er eine Entscheidung trifft. Die Dörfer werden von einem Familienoberhaupt geführt. Die Mütter hüten das Erbe und geben es an ihre Töchter weiter. Erst wenn die Jungen und Mädchen erwachsen werden, lernen sie alles über ihr Volk. Bei einer Feier werden sie in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen. Die Mädchen wurden früher mit Narben versehen, die wie Schmuck aussehen. Deshalb nennt man die Narben auch Schmucknarben. Die Jungen lernen Masken zu schnitzen und mit den Masken Tänze aufzuführen.

Die Geschichte der Chokwe

Die Chokwe zählen zu den Bantuvölkern, die seit vielen Jahrhunderten im Osten Angolas leben. Sie blicken auf ein altes Königreich zurück, das bis zur Kolonialisierung im 19. Jahrhundert bestand. Ursprünglich verehrten die Chokwe Naturgeister, die sogenannten Mahamba und als Schöpfer Kalunga. In der Kolonialzeit wurden die Chokwe christlich missioniert. Doch neben der christlichen Religion pflegen die Chokwe ihren afrikanischen Glauben. 

Die Götter der Chokwe

Die Chokwe sind sehr traditionsbewußt. Der Glaube ist sehr wichtig für die Gemeinschaft. Das sieht man auch an den vielen Kunstwerken der Chokwe. Ihre kunstvollen Masken und Holzskulpturen haben eine religiöse Bedeutung. Besonders die Masken Cihongo und Mwana Pwo stehen im Zentrum der Chokwe Riten. Sie stellen das Abbild des idealen Mannes sowie der idealen Frau dar. Beide Masken wirken mit ihren angespitzten Zähnen und geschnitzten Narbentätowierungen bedrohlich. Die Masken werden von Tänzern meist auf Festen wie  Hochzeiten, Begräbnissen und Ahnenfesten getragen.