Die Geschichte von Benin und das Königreich Dahomey

 

Die Geschichte von Benin

König Bhanzina von Dahomey mit Haikopf (c) Artist Sossa Dede

Die Gestalt rechts im Bild stammt nicht von einem anderen Stern, sie hat tatsächlich vor langer Zeit in Benin gelebt. Es handelt sich um König Bhanzina, der die Geschichte des Landes geprägt hat. In vorchristlicher Zeit war das heutige Gebiet von Benin noch von Urwäldern bewachsen. Seit Urzeiten lebten hier Waldvölker, die Pygmäen. Sie gingen auf die Jagd und sammelten Beeren, Früchte und Honig. Nach dem 1. Jahrtausend christlicher Zeitrechnung wanderten Bantuvölker ein, die von der Landwirtschaft lebten. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden mehrere kleine Königreiche, darunter das Königreich Dahomey. Das Königreich Dahomey war gefürchtet wegen seiner militärischen Stärke, die König Bhanzina von Dahomey geschaffen hatte. Er wird mit dem Kopf eines Haies dargestellt. Das Raubtier des Meeres war sein Symboltier. Der König von Dahomey befehligte eine Armee von 7000 Mann. Zusätzlich hatte er ein schlagkräftiges  Amazonenheer. 5000 Frauen, mit Schwertern und Streitäxten bewaffnet, jagten den Gegnern Angst und Schrecken ein.

Das Königreich Dahomey

Der königliche Palast von Abomey (c) mrfs

Die Könige Dahomeys waren eine treibende Kraft im Sklavenhandel mit den Europäern. Das Königreich Dahomey wurde vom Volk der Fon gegründet. Sie überfielen benachbarte Völker und machten Kriegsgefangene zu Sklaven. Sie setzten Sklavenjäger ein, die durch das Land zogen, ganze Dörfer niederbrannten und die Bewohner verschleppten. In Forts an der Küste wurden die Gefangenen in dunklen Verliesen weggesperrt, bis das nächste Sklavenschiff landete und sie nach Amerika brachte. Durch den Menschenhandel wurde das Königreich in kurzer Zeit unermesslich reich.

Die Kriegerinnen des Königs

Amazonen_um_19001727 eroberten die Amazonen des Königs von Abomey die Stadt Ouidah, die Hauptstadt des Königreiches Feh. Ouidah war eine Hafenstadt im Golf von Benin. Bald entwickelte sich Ouida zum wichtigsten Handelsplatz zwischen Europa und dem Königreich Abomey. Im 18. Jahrhundert wurden von hier aus Zehntausende von Gefangenen verschifft, die in die Sklaverei verkauft wurden. Noch heute zeugt das „Tor ohne Wiederkehr“ von dieser grausamen Geschichte.

Die Könige von Dahomey waren kriegerische Herrscher

Ein König von Dahomey mit dem königlichen Schirm (c) Forbes Frederick E.Das Zeichen der Herrscher von Dahomey war der königliche Schirm, der von einem Hofbediensteten getragen wurde. König Gezo, links im Bild, machte Geschäfte mit dem brasilianischen Sklavenhändler Francisco Felix de Souza. Er lieferte ihm die Kriegsgefangenen und die Verschleppten aus, die der Händler nach Südamerika brachte. Der König ernannte den Sklavenhändler sogar zu seinem Vizekönig. Unter den Königen von Dahomey war Glélé der grausamste Herrscher. Er regierte Ende des 19. Jahrhunderts. Glèlès Gier war grenzenlos, sein Umgang mit seinen Untertanen muss verwerflich gewesen sein. Allein die Zahlen lassen einen erschauern: Zu seiner Zeit hatte Dahomey etwa 200.000 Einwohner, doch nur 12 000 waren freie Bürger. Alle anderen waren Sklaven!

Der Palast von Dahomey

Plakette von einer alten Stadt in Dahomey (c) Andreas PraefckeDie Könige von Dahomey hatten sich einen riesigen Palast geschaffen. Die Königsresidenz nahm eine Fläche von 400 000 Quadratmeter ein. Das Palastgelände bestand aus Tempeln, Schmuck- und Waffenkammern, Werkstätten, weitläufigen Gemächern für seine vierzig Frauen und einer Vielzahl von Grabmälern. Es gab außerdem ein Haus, in dem sich Schauerliches zugetragen hat. Bei der Bestattung eines jeden Fon Königs wurden die 40 Ehefrauen lebendig mit ihm begraben! Heute zählt der Palast zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Dahomey wird französische Kolonie

Französisiche Truppen beim Entladen 1892 (c) Le Petit Journal 21.Mai 1892Gegen Ende des 19. Jahrhunderts besetzten Franzosen Dahomey. Sie zerschlugen das Reich und besetzten das Gebiet. Es war nun Bestandteil des des Kolonialgebietes Französisch-Westafrika zu. Zu dieser Zeit war der Sklavenhandel in Europa abgeschafft, doch in Afrika bestand er noch. Die Franzosen bereiteten dem düsteren Geschäft in Dahomey ein Ende und entmachteten Glèlès Sohn. Sie machten die Dorfchefs zu ihren Verbündeten und brachten sie dazu, mit den Kolonialverwaltern zusammenzuarbeiteten. Leidtragende war wiederum die Bevölkerung! Sie wurde zu Zwangsarbeit verpflichtetet und musste Kopfsteuer entrichten. Die Fremdherrschaft währte siebzig Jahre. Dann befreite sich das Land von den Ausbeutern. Am 1.8.1960 wurde Dahomey unabhängig. 1972 änderte es seinen Namen in Benin.