Schule und Bildung


Mädchen nach der Schule (c) world66Diese gambischen Mädchen auf dem rechten Foto freuen sich darüber, dass die Schule gerade aus ist und sie nach Hause gehen können. Sie sind aber auch froh, dass sie überhaupt die Schule besuchen. In Gambia ist das leider nicht selbstverständlich, denn es besteht keine Schulpflicht. Zwar muss kein Schulgeld entrichtet werden. Allerdings kosten Bücher, Hefte und vor allem die Schuluniformen viel Geld. Bei einer Familie mit fünf oder mehr Kindern reißt das ein großes Loch in die Haushaltskasse. Hinzu kommt, dass oft weite Schulwege bewältigt werden müssen.
 

Es gibt Vorschuleinrichtungen für die kleinen Kinder, aber nur die wenigsten können sie besuchen. Mit sieben werden die meisten Kinder eingeschult. Die Klassen sind oft sehr groß, etwa 60 bis 70 Schüler sitzen in einem Raum. Aus diesem Grund wird oft in Schichten unterrichtet. Nur etwa die Hälfte der Kinder besucht die Schule und noch weniger beenden sie. So kommt es, dass viele Jugendliche weder lesen noch schreiben können.

Wie in fast allen afrikanischen Ländern sind die Schulen nach dem Vorbild der ehemaligen Kolonialmacht organisiert. Gambia war einst eine britische Kolonie, deshalb ist die Schule nach dem englischen Schulsystem organisiert. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf Privatschulen. Der Schulbesuch kostet im Jahr zwischen 100 und 180 Euro. Auch die Studiengebühren sind recht hoch. Daher machen nur die Kinder aus wohlhabenden Familien eine weiterführende Ausbildung oder studieren. Kinder aus ärmeren Familien studieren erst gar nicht, denn die hohe Arbeitslosigkeit selbst von gut Ausgebildeten ist entmutigend. Mehr über Schulen in Afrika

Schon gewusst? Leider ist es trotz Studium nicht leicht, einen Arbeitsplatz zu ergattern, denn die Arbeitslosigkeit in Gambia ist sehr hoch. Dennoch sind die Chancen der Mädchen und Jungen eindeutig größer, wenn sie eine Schule besucht haben!