Spiel und Sport

Viele Eltern in Madagaskar verdienen zu wenig, um ihren Kindern Spielzeug zu kaufen. Doch wie überall auf der Welt sind Kinder auch hier erfinderisch, um trotzdem ihren Spaß zu haben. Diese Jungs haben sich ihre Boote aus Holz und Stoffresten selbst gebastelt und veranstalten damit ein Wettsegeln. Beliebt sind außerdem Ballspiele. Richtige Fußbälle kann sich hier kaum einer leisten, aber die Kinder sammeln Stoffreste, aus denen ihre Mütter schnell einen brauchbaren Ball nähen. Auch Brettspiele sind beliebt wie das Fanorona, das man auch im Sand spielen kann.

So spielt man Fanorona

Fanorona hat drei Standardversionen. Der Unterschied zwischen diesen Varianten ist nur die Brettgröße. Die einfachste Variante heißt Fanoron-Telo und wird auf 3×3 gespielt. Das Spiel ist deshalb so einfach wie Tic-tac-toe. Fanoron-Dimy wird auf 5×5 gespielt, die populärste Variante Fanoron-Tsivy wird auf 9×5 gespielt.

Das Spielbrett

Das Fanorona-Brett besteht aus Linien und Verbindungspunkten, die ein 5x9-Gitter bilden. Steine ziehen auf den Linien, und zwar bei jedem Zug nur zu einem benachbarten Punkt. Es gibt schwache und starke Punkte. Von einem schwachen Punkt darf man nur horizontal und vertikal ziehen, von einem starken Punkt auch diagonal.

Je 22 schwarze und weiße Steine werden auf alle Punkte außer auf den Mittelpunkt gesetzt. Weiß beginnt, die Spieler ziehen abwechselnd. Ziel ist es, alle gegnerischen Steine zu fangen. Gelingt dies beiden nicht, endet das Spiel unentschieden. Man fängt, indem man auf einen Stein zu oder von ihm weg zieht. Fanorona ist in Madagaskar sehr beliebt. Die Legende von König Ralambo (1575–1610) besagt, dass der König sein Reich demjenigen seiner Söhne vererben wollte, der zuerst sein Schloss erreichte. Doch der älteste Sohn spielte Fanorona. Er versuchte, eine Situation von drei gegen fünf Steinen zu gewinnen und kam daher zu spät.