Landwirtschaft und Bodenschätze

Landwirtschaft und Gewürze

Markt in Anananarivo (c) Marco Schmidt

Der Duft von Zimt, Pfeffer, Vanille und Muskat weht über Madagaskar. Schließlich lebt die Mehrzahl der Madagassen von der Landwirtschaft und vom Gewürzhandel. Die Gewürze machten die Insel vor hunderten von Jahren reich. Frankreich wollte Madagaskar unter seine Herrschaft bringen, um den Gewürzmarkt zu kontrollieren. Pfeffer ist wohl das weltweit älteste Gewürz. Pfeffer ist eine tropische Kletterpflanze, die bis zu 15 m hoch ranken kann und eine Wirtspflanze benötigt. Wo Pfeffer wächst, gedeihen auch Kaffee und Tee. Bald wurden auf Madagaskar neben Gewürzplantagen auch Tee- und Kaffeeplantagen angelegt. Die Küche der Insel ist geprägt durch die Vielfalt an Pflanzen und Gewürzen, die hier gedeihen.

Bodenschätze

 

Madagaskars Böden sind reich an den vielfältigsten Mineralien: Chrom, Bauxit, Titan, Graphit, Eisen, Nickel und Steinkohle wird abgebaut. Sogar Erdöl lagert hier in großen Mengen. Madagaskar ist auch reich an Quarzen, vielfarbigen Turmalinen sowie Saphiren. In der roten Erde findet man auch zahlreiche Schmucksteine wie Smaragde, Rubine und Berylle. Die Zukunft Madagaskars könnte im Tiefseebergbau liegen. Auf dem Meeresgrund vor Madagaskar fand man große Metallvorkommen.

Kinderarbeit auf Madagaskar

In fast jedem afrikanischen Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung an der Armutsgrenze lebt, gibt es Kinderarbeit. Auch in Madagaskar ist das so. Viele Menschen haben weniger als einen Dollar am Tag zum Überleben. Vor allem die Kinder leiden unter der Armut. Kinder sollten nicht arbeiten müssen, aber viele Familien würden ohne den Zusatzverdienst ihrer Kinder nicht über die Runden kommen. Viele Kinder können dann nicht die Schule besuchen, denn sie müssen auf den Märkten arbeiten, als Dienstboten schuften oder bringen sich mit Betteln über die Runden. Daher kann ein Teil der Kinder nicht lesen und schreiben. Ein Viertel der madagassischen Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren unterstützen ihre Familien finanziell. Diese Zahl hat die Weltbank ermittelt. Viele müssen bei der Feldarbeit mithelfen, viele arbeiten als Hausangestellte bei wohlhabenden Familien, um sich das Schulgeld zu verdienen.  Viele schuften in Steinbrüchen oder in den Saphirminen im Süden des Landes. Die Arbeitsbedingungen für Kinder sind hier besonders miserabel.