Khartum, die Hauptstadt von Sudan

Khartum liegt fast in der Mitte des Landes, wie du auf der Karte oben sehen kannst. Der Name Khartum bedeutet Elefantenrüssel, denn die Halbinsel der Stadt liegt wie das Ende eines Rüssels am Treffpunkt der beiden Nilflüsse.

                Khartum, große Moschee (c) Bertramz

Der Blaue und der Weiße Nil vereinen sich hier zum Nil. Die Stadt hat viele Verwandlungen hinter sich. Sie wurde 1820 von osmanischen Vizekönigen als Militärlager gegründet. Nach vielen Aufständen und Überfällen flohen die Bewohner aus Khartum, der Ort wurde zu einer Geisterstadt. Später wurde die Stadt zu einem Zufluchtsort für Flüchtlinge. Heute ist Khartum wirtschaftliches und politisches Zentrum des Sudan. Mit etwa 2,7 Millionen Einwohnern ist sie eine moderne Großstadt mit Universitäten, Museen und riesigen Hotels. Durch die Öleinnahmen wuchs Khartum im letzten Jahrzehnt rasch, es setzte ein Bauboom ein. Teure Hotels und schicke Hochhäuser wurden errichtet. Doch mit der Abspaltung Südsudans und dem Verlust großer Erdölfelder platzte der Traum vom schnellen Reichtum.

Märkte in Karthum

Die Märkte in Karthum bieten alles an Getreie, Gemüse, Obst und Gewürzen, was im Land wächst. Auf den Straßenmärkten wird auch Brot, Kleidung und Kleinvieh verkauft.

               

Auf den Straßenmärkten arbeiten überwiegend Männer. Frauen betreiben Stände entlang der Straßen. Sie bieten verarbeitete Lebensmittel an und Tees. Frauen in der Öffentlichkeit werden nicht gern gesehen. Die Tee-Verkäuferinnen wurden bekannt aufgrund ihrer Rolle bei den letzten Aufständen im Jahr 2019. Sie verkauften Tee in Gläsern oder Bechern, dabei bildeten sie Anlaufstellen für Protestierer und waren deshalb nicht gern gesehen. 

Die Armenviertel in Karthum

Jeder fünfte Sudanese lebt heute in informellen Siedlungen am Rand der Großstädte. Meist sind es Binnenflüchtlinge oder Rückkehrer aus dem Südsudan, die vor den bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Nachbarland geflüchtet sind.

 

Schon gewusst? Als Sudan im vorigen Jahrhundert von der britischen Kolonialverwaltung unabhängig wurde, gründeten die Stadtväter hier die älteste Universität des Sudan.