Südafrika heute

 

Seit zwei Jahrzehnten ist Südafrika ein demokratischer Staat. Die Regierung ist eine präsidialen Republik. Der Präsident wird vom Volk gewählt, und mehrere Parteien sind an der Regierung beteiligt. Die stärkste Partei ist der ANC, der African National Congress, der gegen die Apartheid kämpfte. Die Rassentrennung wurde 1992 abgeschafft. Zwei Drittel aller Südafrikaner stimmten dafür. Schwarze und weiße Südafrikaner regieren seitdem gemeinsam und versuchen, zu einer gerechten Form des Zusammenlebens zu finden. Was wurde bisher erreicht?


Die Ungleichheit zwischen Weißen und Schwarzen hat sich vergrößert

Südafrika ist ein reiches Land. Die Wirtschaft wächst stetig, doch die Regierung unternimmt zu wenig, um die Armut zu bekämpfen. In der neuen Demokratie hat sich die Elite bereichert. Ein Großteil des Landes ist noch immer in den Händen der weißen Minderheit. Nur ein Teil der Bevölkerung profitiert von dem Reichtum des Landes. Vierzig Prozent leben an der Armutsgrenze. Die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert sich von Jahr zu Jahr. Die Reichen residieren in Prunkvillen, auf Farmen und an den Küsten. Die Armen leben in den riesigen Townships, den Elendsviertel an den Stadträndern. Noch immer sind es hauptsächlich schwarze Südafrikaner, die in Armut leben. Doch auch viele Weiße verarmen immer mehr. Sie haben sich in eigenen, weißen Elendsviertel eingerichtet. Die größten Probleme sind Arbeitslosigkeit und fehlende Bildung. Unter den Jugendlichen ist die Arbeitslosigkeit am höchsten. Sie demonstrieren für eine bessere Ausbildung und gerechtere Löhne. Es gibt also noch vieles zu verändern in der Regenbogennation.

 

 

Kinderrechte in Südafrika

Mädchen aus Südafrika (c) Greame Williams

Die Kinderrechte werden seit 1990 in fast allen afrikanischen Ländern geschützt. Sie gelten auch in Südafrika. Doch wie sieht es in der Wirklichkeit aus? Seither wurde von den Regierungen vieles verbessert, was Bildung, Gesundheit, Zugang zu sauberem Wasser und Schutz vor Gewalt betrifft. Doch in zahlreichen Ländern herrscht Armut, und in armen Ländern werden Kinderrechte wenig geachtet. Das trifft auch auf Südafrika zu. Südafrika ist kein armes Land, doch fast zwei Drittel aller Kinder lebt hier in Armut. Die Grundversorgung ist oft miserabel. Viele haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und die Gesundheitsversorgung ist mangelhaft. Meist liegt es daran, dass die Väter arbeitslos sind oder dass die Mütter ihre Kinder alleine groß ziehen. Sie kommen mit den oft mickrigen Löhnen nicht alleine über die Runden. Dann müssen die ältesten Kinder mit verdienen, mit Hilfsjobs neben der Schule als Haushaltshilfe, mit Arbeiten auf den Feldern und in den Minen. So beenden auch Mädchen aus armen Verhältnissen oft nicht die Schule. Sie sind auch zu wenig vor Gewalt und Missbrauch geschützt, zu Hause wie auch in der Schule. Daher schließen sich immer mehr Eltern zusammen. Sie kämpfen gemeinsam für bessere Bedingungen für ihre Kinder.