Völker und Sprachen

 Die Tschader im Norden sind vorwiegend arabisierte Islamgläubige. Die Familie lebt als Großfamilie mit Großeltern, Onkeln und Tanten. Der Familienvater bestimmt, wie gewirtschaftet wird und an welche Partner die Kinder verheiratet werden. Sie betreiben überwiegend Viehwirtschaft. Sie vertreten islamisch bestimmte Sittengebote. Frauen bekleiden keine politischen und gesellschaftlich einflussreichen Positionen. Ihre Rolle ist auf die Familie beschränkt.

               

Im Tschad wird auf dem Land meist mit den Händen gegessen. Benutzt wird dafür aber nur die rechte Hand. Die linke ist für die Toilette reserviert. Es gilt als sehr unhöflich, mit der linken Hand zu essen.

Die Tubu im Tibesti Gebirge

Auf der Karte kannst du erkennen, dass der Norden von Tschad dünn besiedelt ist. Im rauen Tibesti Gebirge leben die Tubu, ein Hirtenvolk, das mit den unwirtlichen Bedingungen der Region zurecht kommt. Sie sind eines von über 200 Völkern, die im Tschad beheimatet sind. Die Tubu, genannt die "Felsenmenschen", besiedelten früher große Teile der zentralen Sahara. Sie halten vor allem Ziegen und Schafe, außerdem betreiben sie Kamelzucht. Als Arbeits- und Lasttiere halten die meisten Esel.

Flüchtlinge im Osten von Tschad (c) DG ECHO CC BY SA 2.0

Die Sara im Süden

Die größte Volksgruppe bilden die Sara. Sie leben im Süden und betreiben Feldbau. Ende der 1920er Jahre wurde der Baumwollanbau eingeführt. Er brachte dauerhafte Veränderungen für die Gesellschaft der Sara. Die Bauern wurden dabei verpflichtet, bestimmte Mengen an Baumwolle zu produzieren. Die Gewinne daraus kamen in erster Linie lokalen Oberhäuptern und Zwischenhändlern zugute, während die Bauern zu abhängigen Landarbeitern wurden. Sie konnten immer weniger Nahrungsmittel anbauen, sodass es in manchen Gebieten zu Hunger kam. Die Sara wehrten sich gegen die Häuptlinge und deren traditionelle Autorität. Sie konnten durchsetzen, dass sie künftig selbst bestimmten, wieviel Baumwolle sie anbauten. Die Tschader im Süden sind seit der Kolonialzeit vorwiegend christlich. Doch ein Großteil hat den alten Glauben an die afrikanische Religion bewahrt. Die Menschen im Süden richten sich stark nach Stammestraditionen.

Sprachen

Die beiden Amtssprachen sind Französisch und Arabisch. Viele Völker sprechen zusätzlich noch ihre afrikanische Sprache und pflegen ihre eigenen Traditionen. Die Kinder im Tschad wachsen mit mindestens zwei Sprachen auf, das ist ganz schön anstrengend.

Die Rolle der Frauen und Mädchen

Etwa die Hälfte der Mädchen wird im Tschad beschnitten. Die Polygamie ist im Tschad sehr verbreitet. Etwa 40 Prozent der Frauen leben in solchen Verhältnissen. Sie sind aus Bereichen der beruflichen Förderung und der höheren Bildung ausgeschlossen. Zwar beruht die Rechtsprechung im Tschad auf dem französischen Gesetz, doch die Tradition besteht, dass Männer gesellschaftlich und politisch bestimmend sind.