Wirtschaft und Bodenschätze

Bäuerin im Tschad mit Rinder (c) AGTschadDie arabisierte Bevölkerung im Norden des Landes betreibt meist halbnomadische Viehzucht, die Bewohner des Südens leben überwiegend vom Ackerbau. Rund um den Tschadsee haben Hirtenvölker Weideplätze für ihre Rinder. Doch nicht alle Familien können davon leben. Da der Tschad immer häufiger von Dürren heimgesucht wird, sind sie auf Lebensmittellieferungen aus anderen Ländern angewiesen. Die Farmer im Süden bauen Erdnüsse, Getreide, Gemüse, Reis, Tabak und Baumwolle an. Am Tschadsee leben viele vom Fischfang. 

Handwerk und Dienstleistungen

Traditionelles Handwerk bietet Arbeit für viele Bewohner, entweder nebenberuflich oder als Haupteinkunftsquelle. Schmiede, Tischler, Töpfer und Schneider führen ihr Handwerk gern auf den Straßen aus. So können sie Arbeit und soziales Leben verbinden. Im sogenannten informellen Sektor, dem Arbeitsbereich, der nicht offiziell erfaßt ist, sind viele Frauen tätig. Sie arbeiten als Friseurinnen, im Haushalt oder auf den Märkten.

Bodenschätze

Tschad ist reich an Bodenschätzen. Im Tibesti-Gebirge finden sich die meisten Bodenschätze, darunter Uran, Gold-, Zinn-, Wolfram-, und Bauxit. Nordöstlich des Tschadsees wird Natron gewonnen, an mehreren Stellen in der Sahara wird Steinsalz abgebaut, das vor allem für die Märkte im Süden des Landes bestimmt ist. Einen Großteil der Einkünfte erzielt das Land durch den Export von Erdöl, das hauptsächlich aus Tschads Süden gewonnen wird. Das Öl wird mit einer Pipeline an die Küste Kameruns transportiert. Die Einnahmen aus dem  Erdölgeschäft kommen ausländischen Ölfirmen und der Regierung von Tschad zu gute. Die Mehrheit der Bevölkerung profitiert nicht von dem Reichtum. Deshalb gilt die Regierung von Tschad als eine der korruptesten weltweit.

Armut und Kinderarbeit

80 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 1010 Dollar im Jahr. Viele Kinder arbeiten daher, um das Familieneinkommen aufzubessern. Sie schuften auf den Feldern, versorgen die Tiere und verrichten andere schwere Arbeiten und Dienstleistungen. Mehr als die Hälfte der Kinder zwischen 7 und 14 Jahren arbeitet, statt die Schule zu besuchen. 30 Prozent der Kinder besucht die Schule und arbeitet nebenbei auch noch.