Völker und Sprachen Ugandas

Rund 38 Millionen Menschen leben heute in Uganda. Uganda ist ein Vielvölkerstaat, der von mehr als 40 Völkern bewohnt wird. Diese lassen sich zwei Gruppen zuordnen: Etwa 60 Prozent werden zu den Bantuvölkern gerechnet. Zu ihnen zählen die Bandaga und die Basoko. Sie leben vor allem im Süden des Landes und betreiben Landwirtschaft. Die Bantu sprechenden Völker der Toro, Ankole, Bunyoro und Buganda haben 1990 ihre Königshäuser wieder eingesetzt. In Uganda spielen die Monarchien auch heutzutage noch eine wichtige Rolle im Land.

Frau aus den Ruwenzori Bergen (c) Sascha Grabow

Fischen am Viktoriasee (c) dw

Frau mit Kind in Uganda (c) Adam Jones

Das Gesellschaftssystem der Buganda ist klar strukturiert. Einst erstreckte sich ihr ausgedehntes Königreich fast über ganz Zentraluganda. Ihr König ist der Kabaka. Auch heute spielt er bei allen wichtigen Zeremonien wie einer Hochzeit oder einer Krönung eine wichtige Rolle. Die Bantus sind sehr familienorientiert. Frauen und Männer, die noch nicht verheiratet sind, werden in der Gesellschaft nicht wirklich anerkannt. Männer mit mehreren Ehefrauen sind keine Seltenheit. Inoffiziell gibt es auch heute dort noch die Polygamie. In der Regel wählen die Väter die Ehemänner für ihre Töchter aus.

Der Norden wird von Völkern besiedelt, die Sudansprachen sprechen. Zwischen Norden und Süden leben Nilotenvölker. Es handelt sich dabei um Berg- und Hirtenvölker, die in den Trockensavannen leben. Sie sind nicht so hierarchisch organisiert wie die Bantuvölker und haben auch keine Königreiche in Uganda gebildet. Die Nachfahren der frühen Jäger und Sammler sind die Bambuti- und Batwa-Pygmäen. Zu ihrem Erbe zählen eine große Anzahl interessanter Felsmalereien.

               

Die Volksgruppe der Ankole leben im Südwesten von Uganda. Die Viehhirten kann man im Dorf Nsyhenyi besuchen, in der Nähe der Stadt Mbarara. Braune Rinder mit überdimensionierten Hörnern stapfen durch die rote Staub-Savanne Ostafrikas. Die Ankole-Rinder mit ihrem mächtigen Kopfschmuck sind der ganze Stolz der Hirten. Ihr König war traditionell nicht nur Eigentümer und Herrscher über alle Rinder, sondern auch über alle Frauen. Schlanke Frauen gelten bei den Ankole als kraftlos. Hier kann man am Dorfalltag der Bewohner teilnehmen und beispielsweise beim Okukama, dem Melken der Kühe oder dem Okuchunda, der Herstellung von Butterschmalz helfen. Am Abend versammeln sich Groß und Klein bei Musik und Tanz ums Lagerfeuer.

Uganda ist ein junges Land

Uganda ist das jüngste Land der Welt, gemessen am Alter seiner Bewohner. Das durchschnittliche Alter liegt bei 15 Jahren. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei knapp unter 60 Jahren. Das niedrige Durchschnittsalter ist nicht zuletzt auch eine Folge des Kinderreichtums: Im Schnitt wächst ein Kind heute mit 5 Geschwistern auf.

 

Sprache und Religion

Die Mehrheit der Ugandesen bekennt sich zum christlichen Glauben. Dennoch pflegen heute noch viele neben den von Missionaren importierten Religionen ihren afrikanischen Glauben. Die Menschen unterhalten sich in Kisuaheli, der Landessprache. Englisch ist Amtssprache. In den Dörfern und Bergregionen leben die Menschen noch naturverbunden und sehr traditionell. Die Dorfgemeinschaft ist wichtig, jeder kümmert sich um den Nachbarn. Die Männer weiden die Rinder. Die Frauen kümmern sich um die Familie und betreiben zumeist noch am Wegesrand kleine Garküchen. Was sie anbieten? Frittierte Heuschrecken - schmecken wie Chips - Bohnenbällchen, gekochte Bananen oder geröstete Ameisen in Erdnußsoße! Ganz unten findest du ein Rezept aus Uganda.

 

Feste in Uganda

Feier zum Ende des Bürgerkrieges in Nordunganda (c) USAID

Früher wurden in Uganda viele Feste gefeiert, es waren Feste der christlichen Religion und afrikanische Ahnenfeste. In Norduganda, wo lange Jahre Bürgerkrieg herrschte, fielen eine ganze Reihe von Feierlichkeiten aus. Doch die Regierung und Rebellen haben nach zwanzig Jahren Bürgerkrieg 2013 erstmals ein Friedensabkommen vereinbart. Seitdem hoffen die Menschen auf eine friedliche Zukunft. Grund genug für die Mädchen und Frauen in Norduganda, ein Fest zu feiern.