Vögel der Savanne

 Strauße, die Schnellläufer unter den Vögeln

Strauße sind die größten Vögel auf unserem Planeten. Sie sind zu schwer zum Fliegen, dafür können sie sehr schnell laufen. Schneller, als jede andere Vogelart. Die Männchen erreichen Höchstgeschwindigkeiten von 70 km/h. Deshalb nennt man sie auch Laufvögel. Warum sie so schnell laufen? Sie haben viele Freßfeinde. Wieso sie so schnell sind? Die Zweibeiner haben lange Beine und sie laufen auf Zehen.

                     

Strauße sind typische Bewohner der Savanne, denn sie kommen mit wenig Wasser aus. Daher findet man sie auch in Trockensavannen und Halbwüsten. Auf dem Foto oben siehst du ein Straußenpärchen, das Männchen ist an dem schwarzen Federkleid zu erkennen.

Eigenschaften

Die Männchen sind bis zu 250 Zentimeter hoch und bis zu 135 Kilogramm schwer. Die Weibchen sind etwas kleiner. Die Männchen haben schwarzes Gefieder, die Weibchen braunes. So sind die Weibchen vor Feinden besser geschützt. Strauße sind tagaktive Vögel. Sie suchen in den Dämmerungsstunden nach Nahrung. Strauße sind Pflanzenfresser, sie bevorzugen Blätter, Kerne, Früchte. Auch Insekten und Kleintiere verschmähen sie nicht. In Trockenzeiten unternehmen sie große Wanderungen. Nachts ruhen sie. Dabei halten sie die Hälse aufrecht, nur die Augen verraten, dass sie schlafen.

Lebensweise

Männliche Strauße paaren sich mit der Haupthenne wie auch mit Nebenhennen. Die Hennen legen riesige Eier in eine gemeinsame Mulde im Boden. Ausgebrütet werden die Eier von dem dominanten Pärchen. Die Nebenhennen werden vertrieben. Die Paare verständigen sich auf Arbeitsteilung. Nachts bebrütet das Männchen die Eier, tags das Weibchen. Straußküken können schon kurz nach dem Schlüpfen schnell laufen. Sie haben ein wohlschmeckendes Fleisch. Deshalb lauern ihnen viele Feinde auf. Auch Menschen machen Jagd auf die Vögel, denn das Leder und die Federn der gefiederten Sprinter ist sehr begehrt. Zum Glück besitzen sie einen langen Hals, so können sie Feinde früh entdecken und sich schnell aus dem Staub machen. Kommt es zum Kampf, dann wehren sich die Strauße mit heftigen Fußkicken. Damit können sie Löwen und sogar Menschen töten.

Außerhalb der Brutzeit leben Strauße für gewöhnlich in lockeren Verbänden, die zwei bis fünf, in manchen Gegenden aber auch hundert und mehr Tiere umfassen können. In Wüstengegenden sammeln sich bis zu 680 Tiere um Wasserlöcher. Der Zusammenhalt der Straußenverbände ist locker, denn die Mitglieder der Gruppe kommen und gehen nach Belieben. Oft sieht man auch einzelne Strauße. Trotzdem gibt es innerhalb der Gruppen klare Hierarchien. Rangstreitigkeiten werden meistens durch Drohlaute und Drohgebärden entschieden.

Feinde

Die wichtigsten Feinde sind - außer dem Menschen - Löwen und Leoparden. Strauße halten sich meistens in Gruppen auf. So schützen sie sich durch gemeinsame Beobachtung vor der Gefahr. Dadurch verringert sich für den einzelnen Vogel das Risiko, zur Beute zu werden. In den Savannen schließen sich Strauße oft den Herden von Zebras und Antilopen an, die besonders wachsam sind und dieselben Fressfeinde haben wie die Laufvögel.

 

Schon gewusst? Strauße singen nicht wie andere Vögel. Sie pfeifen, schnauben und knurren. Nur die Jungen geben melodische Rufe von sich, um ihre Mutter auf sich aufmerksam zu machen. Die Straußmännchen allerdings haben einen besonderen Ruf auf Lager, den sie bei der Balz und bei Streitigkeiten von sich geben: ein tiefes „bu bu buuuuu huuu“, das dem Brüllen eines Löwen ähnelt.

 

Webervögel, die kunstvollen Nestbauer der Savanne

Webervögel leben im südlichen Afrika. Sie sind eine Sperlingsart und können singen und zwitschern. Webervögel sind die Perfektionisten der Savanne. Ihre kunstvollen Nester sind schon von weitem sichtbar. Sie hängen hoch in den Bäumen und sind nur über eine lange Einflugröhre an der Unterseite zugänglich. Sie befinden sich meist am Ende von dünnen Zweigen, so dass Raubtiere nicht an den Nachwuchs ran kommen. Um ein Weibchen zu gewinnen, müssen die Männchen ein perfektes Nest vorweisen. Entsprechend eifrig gehen sie zu Werke. Mit Schnabel und Krallen weben und flechten sie ein flaschenförmiges Gebilde, das einer Festung gleicht. Zeigt sich ein Weibchen vom Nest beeindruckt, dann paart es sich mit dem „Baumeister“. Anschließend beginnt das Männchen damit, den Bau für die Eiablage schön auszupolstern.

Sobald das Weibchen mit dem Bebrüten der Eier anfängt, ist die Arbeit des Männchens getan. Es zieht weiter und beginnt, das nächste Nest zu bauen. Dann findet sich ein anderes Weibchen, das er damit beeindruckt.

 

Die Nilgans

Die Nilgans lebt in den Savannensümpfen und an den Flussläufen Ostafrikas. Sie hat sich auch an den Rändern von Staudämmen eingenistet. Sie hat zwar ihren Namen vom Nil, von wo aus sie den Siegeszug über das ganze südliche Afrika angetreten hat. Doch um unteren Nil findet man sie kaum noch. Die Nilgans liebt Gräser und Getreide, verschmäht aber auch nicht Insekten und Würmer, typisch Gans eben. Die Fortpflanzungszeit beginnt mit der Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am größten ist. Sie sind nicht wählerisch, was ihr Nest betrifft. Sie bauen ihre Nester im Röhricht und in Baumhöhlen, sie besetzen auch gern die Nester anderer großer Vögel. Die Weibchen kümmern sich um den Nachwuchs, die Männchen verteidigen ihr Gebiet aggressiv gegen andere Entenvögel. Nilgänse sind treu, meist bleiben die Paare ein Leben lang zusammen.

 

Schon gewusst? Beide Geschlechter verständigen sich mit unterschiedlichen Lauten. Männchen zischen heiser und keuchend. Wenn sie Auffliegen, rufen sie wräd-wräd. Die Weibchen dagegen Schnattern, das klingt etwa so: honk-hää-hää-hää.

 

Der Grillkuckuck und seine untreuen Weibchen

GrillkuckuckDer afrikanische Grillkuckuck ist ein wilder Vogel. Denn er liebt das Verwirrspiel und tauscht gerne die Rollen. Er lebt im feuchten Grasland im südlichen Afrika. Die Weibchen schwingen bei dieser Vogelart das Zepter. Sie singen und behaupten so den Anspruch auf ihr Revier. Eindringende Weibchen vertreiben sie rigoros. Männchen sind dagegen willkommen - je mehr desto besser. Wenn die Regenzeit beginnt, entwickelt das Weibchen ein prächtiges Brutgefieder und umwirbt ihre Partner. Sie feiert gleich mit mehreren Hochzeit. Ihre Eier legt sie in die Nester ihrer Partner. Dann macht sie sich auf und davon. Nun ist es an Vater Kuckuck, zu brüten und die Jungen aufzuziehen.

 

Der trickreiche Trauerdrongo

TrauerdrongoTrauerdrongos sind die größten Trickser unter den Vögeln im südlichen Afrika. Die afrikanischen Sperlingsvögel schaffen es regelmäßig, ihre Opfer mit gefälschten Warnrufen hinters Licht zu führen. Bis zu 32 verschiedene Warnrufe von anderen Vögeln können sie nachmachen. Der Zweck: sie wollen den getäuschten Vögeln das Futter wegnehmen statt selber auf Futtersuche zu gehen. Vogelkundler haben nun herausgefunden, dass die betrügerischen Trauerdrongos mehr Erfolg haben, wenn sie die vorgetäuschten Notsignale variieren. So schaffen sie es, ein und denselben Vogel mehrmals hinters Licht zu führen. Die Trauerdrongos ahmen sogar die Warnrufe von Erdmännchen nach und jagen ihnen das Futter ab.

Geier, die fliegenden Mülltrupps der Savanne

Geier zählen zu den auffälligsten Vögel in der Savanne. Schon ihr düsteres Äußeres deutet darauf hin, dass sie mit finsteren Dingen zu tun haben. Geier sind nämlich Aasfresser. Sie leben im offenen Grasland, in Savannen, Sumpfgebieten und an Flüssen. Sie besitzen sehr lange und breite Flügel, die eine Spannweite von 2 bis 3 Metern erreichen. Sie können mit ihren weiten Flügeln lange in der Luft segeln. Beim Segeln erspähen sie aus großer Höhe ihre Beute, denn sie können ausgezeichnet sehen. Sie besitzen einen langen, nackten oder kurzbefiederten Hals mit Halskrause. Dieses Merkmal  ist typisch für das Ausweiden von Aas. Sie bevorzugen das Aas großer Säugetiere. Deshalb folgen sie oft Nomaden, die mit ihren Rinderherden durch die Savanne ziehen. Unter der Beute von Geiern befinden sich auch kranke Tiere. Warum können das Fleisch vertilgen, ohne selber krank zu werden? Die ätzende Magensäure der Vögel tötet Bakterien ab und verhindert, dass sich Krankheitserreger ausbreiten. Auch Geier haben Feinde, die Menschen!

Weißrückengeier (c) Joachim Huber

In Südafrika werden Geier gejagt, denn Geierkrallen und -köpfe sind begehrte Heilmittel der Medizinmänner. Die größte Gefahr droht Geiern von Gift! Mit vergifteten Ködern versuchen Viehirten Löwen zu vergiften, doch oft werden ihre Köder auch von Geiern gefressen. Hinzu kommen Wilderer, die Geier mit Gift vertreiben, damit sie nicht bei der Jagd nach Elfenbein ertappt werden. So kommt es, dass zwei von drei Geiern in Afrika an Gift sterben.

Hornraben

Hornraben gehören zu den Nashornvögeln. Sie sind mit zwei Arten in Afrika vertreten. Beide Arten haben schwarzes Gefieder mit weißen Handschwingen, die man nur im Flug erkennt. Oft sieht man sie am Boden laufen, dann sind sie schnell unterwegs. Sie flitzen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h über den Boden. Dabei spüren sie auch noch ihre Beute auf, wie Insekten und kleine Wirbeltiere. Die Rabenvögel leben gern in kleinen Gruppen bis zu 10 Tieren. Sie verteidigen ihr Revier lautstark gegen Eindringlinge. Sie brüten in Felsspalten oder in Höhlen in großen Affenbrotbäumen. Der Sudanhornrabe oder Nordhornrabe lebt hauptsächlich in den Savannenlandschaften südlich der Sahara. Du kannst ihn am großen Hornaufsatz erkennen. Die Hautpartien am Kopf sind beim Männchen blau und rot, beim Weibchen komplett blau. Der Südliche Hornrabe lebt in Kenia, Angola und Südafrika. Er besitzt einen flachen Schnabelaufsatz und markant rot-gefärbte Hautpartien. Die Hornraben sind nicht bedroht, aber aufgrund ihrer Lebensweise sieht man sie selten.

 

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