Jäger der Wüste, Wüstenfüchse, Wildhunde und Schakale

Der Fennek, der Jäger mit den großen Ohren

Sennek oder Wüstenfuchs

Morgens oder abends kann man einen Fennek, einen Wüstenfuchs beobachten. Denn da sind sie besonders aktiv. Die riesigen Ohren sind typisch für einige Wüstenbewohner. Dazu zählen auch Wüstenigel und Eselhasen. Die großen Ohren dienen dazu, überschüssige Wärme abzugeben. Wenn es richtig heiß ist, werden die Blutgefäße in den Ohren stärker durchblutet und können so überschüssige Wärme abgeben. Der Elefant macht es übrigens ganz ähnlich. Wenn es in der Savanne zu heiß wird, bekommt auch der Jumbo buchstäblich heiße Ohren. Der Wüstenfuchs hat noch einen weiteren Trick auf Lager, um mit der Wärme fertig zu werden: Er „hitzt“ sich durch seinen eigenen Stoffwechsel viel weniger auf als andere Tiere in seiner Größe. Die Wüstenfüchse leben in Paaren. Tagsüber, wenn die Hitze am größten ist, schlafen sie in Erdhöhlen. In der Dämmerung gehen sie auf die Jagd. Sie ernähren sich von Mäusen, Eidechsen oder Schlangen. Auf der Suche nach Futter schleichen sie sich manchmal auch nachts zu den Lagern der Karawanen.

Wildhunde und Schakale
Afrikanischer Wildhund (c) Mosztics Attila

Wenn sie klein sind, wollen Wildhunde nur spielen, ganz ähnlich wie unsere Haushunde. Wenn sie erwachsen sind, müssen sie ganz schön auf der Hut sein, um zu überleben. Wildhunde zählen zu den gefährdeten Tieren der Wüste und Savanne. Sie tauchen schon im alten Ägypten auf als Jagdbegleiter und Gefährten im Krieg. Sie leben im Rudel, sind sehr klug und äußerst sozial eingestellt. Junge Hunde werden von älteren gefüttert, die Alten von den Jungen. Kranke Tiere werden mit versorgt. Doch im Reich der Wildhunde herrscht auch absolute Hierarchie. Nur das Alphatier- Paar pflanzt sich fort. Alle anderen werden daran gehindert.

Goldschakale (c) Michael BaranovskySchakale sind dem europäischen Fuchs ähnlich. Doch mit ihren fünf Zehen an den Vorderpfoten und vier an den hinteren sind sie "echte" Hunde. Goldschakale halten sich in gern in der offenen Wüste auf. Sie sind nachtaktiv. Ihr freundliches Heulen kündigt die Dämmerung an. Sie sind sehr schlau und gefürchtete Jäger. Sie leben in Höhlen. Als Paar gehen sie auf die Jagd, denn dann sind sie weitaus erfolgreicher. Zu ihrer Beute zählen Ratten, Vögel, Reptilien oder ganz junge Antilopen, die von ihren Müttern nicht bewacht werden. Ganz mutige stehlen Löwen die Beute unter der Nase weg. Deshalb gibt es in Afrika viele Geschichten über die schlauen Schakale.

Sandkatzen, die leisen Jäger

Sandkatze (c) LtshearsKönnen Katzen in der Wüste überleben? Ja, dank ihrer sandfarbenen Fellfarbe sind sie hervorragend getarnt. Für ihre Feinde aus der Luft, für Raubvögel, sind sie kaum sichtbar. Sie haben zwei oder drei dunkelbraune Ringe an ihrem Schwanz. Sie sind kleiner als unsere Hauskatze, haben einen breiten, abgeflachten Kopf. Ihr besonderes Merkmal sind ihre großen, weit außen stehenden Ohren mit langen Härchen. Die Härchen schützen sie vor dem eindringenden Sand. Sie haben große, nach vorn gerichtete Augen. Die Pfoten sind mit dichten, drahtigen Haarbüscheln besetzt, die sie vor dem heißen Wüstensand schützen. So sinken sie auch wenig in den Sand ein und hinterlassen kaum Spuren. Auch ihr mittellanges Fell schützt vor heißen Tag- und kalten Nachttemperaturen. Ihre Krallen sind nicht sehr scharf, dafür haben sie spitze Zähne. Sandkatzen bewegen sich geduckt fort, sie haben viele Feinde und suchen Schutz hinter Felsen oder zwischen Grasbüscheln, um nicht so schnell entdeckt zu werden. Während kurzer Sprints über eine Strecke von maximal 400 Meter erreichen sie eine Geschwindigkeit von 30 bis 40 km/h. Ihre Beute: Wüstenspringmäuse, Vögel und anderes Kleingetier, der in der Wüste lebt. Sandkatzen werden etwa 8 bis 10 Jahre alt.

Schon gewusst? Sandkatzen sind Tonkünstler, sie können maunzen, knurren, fauchen, spucken und schnurren.