Wüstenschlangen, Echsen und andere Reptilien in der Sahara

In der Sahara leben viele Echsen und Schlangen. Die Schuppenhaut schützt die Reptilien vor dem Austrocknen. Sie sind besonders gut an die Wüste angepasst, denn sie benötigen kaum Wasser. Ihren Flüssigkeitsbedarf decken sie über ihre Nahrung.

Echsen

 Echsen können von allen Wüstenbewohnern am längsten in trockenen Gebieten ausharren, deshalb finden sich in der Sahara viele Eidechsen, Warane und Geckos. Überlebenskünstler unter den Echsen sind die Agamen. Ihre Hornschuppenhaut schützt sie vor der sengenden Sonne. Sie brauchen kein Wasser, denn das nehmen sie mit der Nahrung auf. Auf ihrem Speiseplan stehen Insekten, einige futtern auch Pflanzen. Nicht nur die Nomaden haben es auf ihr wohlschmeckendes Fleisch abgesehen, auch Bussard, Sandfuchs und Schakal verschmähen sie nicht. Deshalb halten sie sich immer in der Nähe ihres unterirdischen Baues auf.

Schlangen und Vipern

Die Hornviper (c) J.PolakDie Hornviper ist gefürchtet wegen ihres tödlichen Giftes. Sie lebt in Sandwüsten, denn im Sand kann sie sich besonders gut und schnell fortbewegen. Durch kreisende Bewegungen gräbt sie sich schnell in den Sand ein. So schützt sie sich vor den sengenden Sonnenstrahlen, nur die Augen und die beiden Hörnchen ragen aus dem Sand. In der Tarnung lauert sie stundenlang auf Beute wie Echsen, Vögel und Mäuse.

Sandboa (c) Sanilya TheuerkaufDie Sahara-Sandboa zählt zu den Riesenschlangen. Sie kann bis zu 75 Zentimeter lang werden. Männliche Tiere sind etwas kleiner als die weiblichen Tiere. Sie ist fast stromlinienförmig gebaut, denn der Kopf geht gleichmäßig in den Körper über. So kann sie sich sehr schnell fortbewegen. Die Augen sind senkrecht geschlitzt und verhältnismäßig klein. Sie muss auch nicht sehr gut sehen können, denn zumeist lebt sie im Sand eingegraben. Dort lauert sie auf ihre Beute. Wie kann sie ihre Beute entdecken? Die Sandboa spürt die geringsten Vibrationen. Selbst eine Wüstenmaus entgeht ihr nicht. Sie ist nicht wählerisch und gilt unter Schlagen als Allesfresser.

Uräusschlange oder ägyptische Kobra (c) John WalkerDie Uräusschlange oder ägyptische Kobra ist der Star unter den Wüstenschlangen. Die Giftnatter spielt die Hauptrolle in der Geschichte um Kleopatra. Der Legende nach beging die letzte der ägyptischen Pharaonen Selbstmord, indem sie sich von einer Uräusschlange beißen ließ. Diese Schlange war das Symbol des Reiches von Unterägypten. Uräusschlangen können bis zu zweieinhalb Meter lang werden. Der Kopf ist groß und läuft nach vorne spitz zu. Ihre Haut ist gelbbraun bis schwarz, manchmal ist sie auch gefleckt oder trägt dunkle Querbänder. Die Uräusschlange findet man in Halbwüsten, Wüsten und Steppen. Gerne lebt sie in Feldern oder in der Nähe menschlicher Siedlungen. Denn da findet sie die meiste Beute. Auf ihrem Speisezettel finden sich kleine Säugetiere, Vögel und Reptilien. Uräusschlangen sind Bodenbewohner und verkriechen sich tagsüber unter Felsen, im Gestrüpp oder unter Hütten. Die Uräusschlange ist schnell. Wird sie angegriffen, stellt sie sich auf und breitet den Nackenschild zur typischen Drohhaltung aus. Wer würde da nicht die Flucht ergreifen?

Schildkröten

Ägyptische Landschildkröte (c) Richard MayerDie Ägyptische Landschildkröte liebt den heißen Wüstensand. Die Einzelgänger sind mit ihrer Tarnfarbe perfekt an die Wüste angepasst. Sie werden kaum länger als zehn Zentimeter und gehören zu den kleinsten und auch seltensten Landschildkröten. Zur heißesten Tageszeit gehen sie auf Nahrungssuche und vertilgen Gräser, Kräuter, Blätter und Blüten. Hin und wieder stehen auch Schnecken auf dem Speiseplan. Im Hochsommer, wenn das Thermometer auf über 45 Grad klettert, wird es selbst für die härtesten Wüstenwanderer zu heiß. Sie graben sich an einer feuchten Stelle ein und halten von Juni bis August Siesta. Dann erwachen sie zu neuem Leben. Auf der Suche nach Nahrung flitzen die Schildkröten durch die Wüste. So richtig aktiv werden die Männchen am Ende des Jahres, dann ist Paarungszeit. Im darauf folgenden Frühjahr legen die Weibchen ihre Eier in Mulden. Nach etwa drei Monaten schlüpfen die Jungen. Sie sind in kürzester Zeit selbstständig und kommen allein in der Wüste zurecht.

Schon gewusst? In freier Wildbahn werden Ägyptische Landschildkröten 30 Jahre alt. Leider gibt es nur mehr 1.000 Exemplare. Weidetiere fressen ihnen die Pflanzen weg, und oft werden die Schildkröten eingefangen und auf Märkten verkauft, obwohl der Handel mit ihnen streng verboten ist.