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Der Sklavenhandel

Afrikanische Sklaven in Ägypten (c) wikimedia

Der Sklavenhandel ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Besonders schreckliche Auswüchse hatte der Handel mit Menschen jedoch in der Geschichte Afrikas. Menschen wurden seit dem Altertum versklavt. Schon im  Pharaonenreich der Ägypter wird über Sklaven berichtet. Meist waren es Kriegsgefangene, die verschleppt und zur Arbeit gezwungen wurden. Danach errichteten arabische Händler und Kriegsherren ein Imperium auf dem Rücken von Sklaven. Doch der weltumspannende Sklavenhandel setzte erst während der beginnenden Kolonialzeit ein, im 16. Jahrhundert. Auf dem Bild Links siehst du afrikanische Sklaven, die für das Pharaonenreich arbeiten.

Die Araber betreiben Sklavenhandel

Sklaven werden von arabischen Menschenjägern verschleppt (c) Ölbild v. Geroge Francis Lyon 1795 -1832

Bereits im 7. Jahrhundert berichten Reisende und Schreiber von Sklaverei und Sklavenhandel im Orient. Zuerst waren weiße Männer und Frauen oder Kriegsgefangene aus Osteuropa die Beute von islamischen Sklavenhaltern. Auch afrikanische Gefangene und Kriegsopfer landeten auf den Märkten der Sklavenhändler. Niemand störte sich an dem Menschenhandel, denn damals wurden die Menschenrechte nicht geachtet. Im 8. Jahrhundert trat eine Wende ein. Die Abbasiden beschlossen, die Sumpfgebiete im Süden von Mesopotamien zu erschließen, dem heutigen Irak. Ohne viele und billige Arbeitskräfte war das nicht zu schaffen. Die billigsten Arbeitskräfte waren Leibeigene. Ein Wettlauf um Sklaven aus Ostafrika begann. Sklavenhändler gingen auf die Jagd nach Afrikanern oder kauften afrikanischen Königen Kriegsgefangene ab. Außerdem hatten sie bessere Waffen als die afrikanischen Völker und konnten sie leichter besiegen. Außerdem waren Araber der Meinung, dass die afrikanischen Bewohner für schwere Arbeit geeigneter wären als Europäer. So begann im Mittelalter ein gewaltiger Handel mit afrikanischen Arbeitskräften. Die Gefangenen wurden durch die Sahara verschleppt. Viele starben schon auf der Gewalttour durch die Wüste. Die Überlebenden wurden verkauft und von ihren Besitzern gezwungen, Salzsümpfe auszutrocknen und Plantagen anzulegen. Sie lebten unter unmenschlichen  Bedingungen. Sklaven waren ihren Eigentümern mit Leib und Leben ausgeliefert. Niemand schützte sie. Waren sie krank oder schwach, wurden sie ausgesondert und meist umgebracht. Als europäische Händler Jahrhunderte später in den transatlantischen Menschenhandel einstiegen, waren es vorwiegend arabische Sklavenhändler, die sie mit der "Ware Mensch" belieferten. Der größte Sklavenmarkt befand sich im 19. Jahrhundert auf der Insel Sansibar. Rechts oben siehst du eine Karawane mit Sklaven, die durch die Sahara ziehen.

Die Europäer erobern Kolonien und entdecken den Sklavenhandel

Europäische Entdecker waren die Vorboten des größten Menschenhandels in der Geschichte. Sie begannen ab dem 16. Jahrhundert im Auftrag von Königshäusern und Handelsgesellschaften neue Seewege nach Indien zu erkunden. Ihnen folgten Händler, die Handelsposten errichteten und Ländereien erwarben. Sie begannen Handel zu treiben mit Rohstoffen und exotischen Hölzern und Früchten. Bald entdeckten sie die "Ware Mensch". Denn in Amerika, Lateinamerika und Indien war der Bedarf nach billigen Arbeitskräften groß. Dort hatten sich europäische Eroberer das Land bereits zu eigen gemacht. Auf riesigen Plantagen sollten Kakao, Kaffee, Tabak und Früchte angepflanzt werden. Einheimische Arbeitskräfte waren den harten Arbeitsbedingungen oft nicht gewachsen. Afrikaner schienen robuster zu sein.

Insel Gorée vor der Küste SenegalsDenkmal zur Abschaffung der Sklaverei Hafen von Gorée heute

Skrupellose arabische und afrikanische Sklavenjäger und gierige europäische Händler witterten in der Beschaffung von billigen Arbeitskräften ein riesiges Geschäft. Zusammen mit europäischen Kolonialgesellschaften und einigen afrikanischen Königshäusern setzten sie einen Menschenhandel von ungeheurem Ausmaß in Gang. Die drei Bilder oben zeigen die Insel Gorée zu Zeiten des Sklavenhandels und heute.

Der Handel mit Menschen wird zum großen Geschäft

Sklavenschiff La Amistad (c) wikicommons

Afrikanische und arabische Menschenjäger machten Jagd auf die Völker im Inneren des Kontinents. Sie entvölkerten ganze Landstriche. Die Gefangenen verschleppten sie in Forts an die Küsten. Dort wurden sie eingekerkert, bis das nächste Schiff kam und die Menschen in die Neue Welt mitnahm. So begann der transatlantische Dreieckshandel: Waffen wurden gegen Sklaven getauscht, Sklaven gegen Rohstoffe und exotische Waren und Früchte. Araber brachten afrikanische Sklaven auf Handelsschiffen bis nach Indien. Europäische Händler, die früher Gold- und Elfenbein gekauft hatten, tauschten Waffen und Stoffe gegen Gefangene und verschifften sie nach Nord- und Südamerika. Im Lauf der Jahrhunderte wurden mehr als zwölf Millionen Afrikaner in riesigen Sklavenschiffen nach Amerika verschleppt. Rechts siehst du das berühmte Sklavenschiff Amistad. Die Sklaven eroberten die Gewalt über das Schiff, um sich zu befreien.

Die Gefangenen werden wie eine Ware behandelt

Sklavenhändler auf Gorée, Gemälde von Jacques Grasset de Saint Sauveur 1797 (c) gemeinfreiIn Amerika und der Karibik wurden Sklaven auf Märkten angeboten und von Plantagenbesitzern geprüft und untersucht wie eine Ware. Wenn sie arbeitstauglich erschienen, wurden sie gekauft. Dann gehörten sie den Besitzern mit Leib und Leben. Auf den Plantagen mussten sie unter schrecklichen Bedingungen arbeiten. Die "Besitzer" durften die Sklaven bestrafen und misshandeln, weiterverkaufen und im schlimmsten Fall sogar töten. Drei Jahrhunderte währte der schreckliche Menschenhandel.

Tippu Tip - der gefürchtete Sklavenjäger von Sanisbar

Sklavenmonument in Sansibar (c) Brocken InagloryEs gab viele Sklavenjäger, sie waren meist arabischer oder afrikanischer Herkunft. Aber keiner erlangte eine solche Berühmtheit wie Tippu Tip, der Elfenbeinjäger und  Sklavenhändler aus Sansibar. Er wurde um 1835 als Sohn des arabischen Händlers Muhammad bin Juba geboren. Seine Mutter war Afrikanerin. Die Insel war zu der Zeit eine selbstbewusste Großmacht. Über dem Palast wehte die roten Sultansfahne. Händler aus aller Herren Länder kamen nach Sansibar, um Geschäfte zu machen. Sie kauften Gewürze, Elfenbein, und sie suchten nach Sklaven. Denn hier in der Altstadt von Sansibar befand sich einer der größten Sklavenmärkte Ostafrikas. Und keiner war gerissener als Tippu Tip, um die "Ware Mensch" für diesen Markt zu beschaffen. Mehr über den Sklavenhändler Tippu Tip

Die Abschaffung der Sklaverei

Medaillon zur Abschaffung der Sklaverei (c) wikicommons

Die Bevölkerung in Europa war erschüttert, als sie von den schlimmen Auswüchsen des Menschenhandels erfuhr. In England bildeten sich Widerstandsbewegungen gegen die Sklaverei. Juristen, Journalisten und freiheitsliebende Bürger schlossen sich zusammen. Sie sammelten Geld für Prozesse, in denen für die Rechte der Sklaven gekämpft wurde. In der Presse wurde die Abschaffung der Sklaverei gefordert. Es war eine Bewegung, die von der Regierung, vom Königshaus und von den mächtigen Handelshäusern nicht mehr aufzuhalten war. Dennoch dauerte es noch viele Jahrzehnte, bis endlich die Sklaverei abgeschafft wurde. Dänemark war der erste Staat, der 1804 Sklaverei verbot. Erst nach vielen Aufständen und Protesten schloss sich vier Jahre später Großbritannien dem Verbot an. 1808 folgten die Vereinigten Staaten, allerdings ohne Beteiligung der Südstaaten. In arabischen Ländern dauerte die Sklaverei noch bis 1963 an!

Schon gewußt? 

Das Verbot der Sklaverei erfolgte etwa zur selben Zeit wie das Verbot von Kinderarbeit in den Bergwerken und Industrien Europas! Denn die Ausbeutung von Kindern war damals in Europa so selbstverständlich wie die Versklavung von Gefangenen in den Kolonien.

 

Einen ausführlichen Beitrag zur Sklaverei findest du auf unserer Jugendseite unter Sklavenhandel

Mehr findest du in dem Buch:  

Die Geschichte der Sklaverei. Von R.G. Grant. Dorling Kindersley 2010

Über die Sklaverei in Ägypten findest du mehr in: Ägypten. Eine Reise durch das Pharaonenreich. Von Stephen Biesty. München, Hanser Verlag 2005. 

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