Äquatorialguinea liegt an der Westküste Afrikas. Mit einer Fläche von rund 28.051 Quadratkilometern und etwa 700 000 Einwohnern zählt Äquatorialguinea zu den kleinsten Ländern des Kontinents.
Äquatorialguinea besteht aus einem kleinen Festlandteil am Golf von Guinea und mehreren Inseln. Die europäischen Kolonialherren haben das Festland wie ein Quadrat festgelegt. Im Norden grenzt das Land an Kamerun, im Süden und Osten an Gabun. Im Westen besitzt es einen Küstenstreifen am Golf von Guinea mit der Hafenstadt Bata. Auf der Karte rechts oben siehst du, dass die größte Insel Bioko nicht vor der Küste des Landes liegt, sondern weit nördlicher, vor der Küste von Kamerun. Auf dieser Insel befindet sich auch Malabo, die Hauptstadt von Äquatorialguinea. Den südlichsten Teil des Staates bildet die Insel Annobón, sie liegt vor der Küste von Gabun, nur 156 Kilometer südlich des Äquators.
Äquatorialguinea ist ein tropisches Land mit wunderschönen, noch ursprünglichen Wäldern und einer vielfältigen Tierwelt. Die Inseln sind bedeckt von Regenwald, auf dem Festland wächst dichter Dschungel mit jahrtausende alten Bäumen. Die Küsten sind von Mangrovenwäldern gesäumt. Da das Land in den Tropen liegt, regnet es die meiste Zeit des Jahres.
Die Flagge von Äquatorialguinea ist eine Trikolore, das Wappen ein Mangrovenbaum. Die Farbe rot auf der Flagge steht für das Blut, das im Kampf für die Unabhängigkeit von den Einwohnern vergossen wurde. Der weiße Streifen in der Mitte steht für Frieden. Der grüne Streifen symbolisiert den Regenwald und die fruchtbare Natur.

Die Hauptstadt von Äquatorialguinea befindet sich nicht auf dem Festland sondern auf der größten Insel Bioko. Bioko liegt zwischen beeindruckenden Vulkanketten und blauem Ozean. Die Stadt ist nach spanischem Vorbild gebaut, viele Häuser erinnern noch an den spanischen Kolonialstil. Vor der Insel befinden sich zahlreiche Ölraffinerien. Ein besonders beeindruckendes Gebäude in Malabo ist der Palast des Präsidenten an der Plaza de España, der im gotischen Stil erbaut wurde. Wunderschön ist auch die Kathedrale der Hauptstadt von Äquatorialguinea. Der bunte Markt von Malabo und der Hafen sind sehenswert.
Ein Drittel der Bevölkerung lebt auf der Insel Bioko, die übrigen auf dem Festland. Die Fang bilden die größte Bevölkerungsgruppe in Äquatorialguinea. Sie pflegen noch ihre uralten Traditionen und verehren die Ahnen und Götter ihrer afrikanischen Religion. Das zweitgrößte Volk sind die Bubi, die hauptsächlich auf der Insel Bioko ansässig sind. Für einen Großteil der Einheimischen ist Fang die Muttersprache. Doch die Amtssprachen sind Spanisch, Portugiesisch sowie Französisch. Warum? Äquatorialguinea war eine ehemalige Kolonie Spaniens. Warum gibt es drei Amtssprachen in einem so kleinen Land? Die Regierenden wollten mit allen früheren Kolonialmächten Handel treiben. Ein weiteres Vermächtnis der spanischen Kolonialzeit ist die Religion. Fast alle Äquatorialguineer bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche. Daneben zelebrieren die Fang und die Bubi ihre alten Riten und Zeremonien. Männer und Frauen, die magische Fähigkeiten besitzen, werden in der Gesellschaft sehr verehrt.
Eine der bedeutendsten Zeremonien, die seit Urzeiten abgehalten wird, wird „Abira“ genannt. Mit ganz besonderen Tänzen und Gesängen wird dabei die Gemeinschaft von allem Bösen befreit. Zu den bekanntesten Tänzen der Fang zählt der Balele-Tanz. Die Tänzer werden von Trommeln, Balafonen wie auch von Harfen und Zittern begleitet.
Das öffentliches Schulsystem steckt noch in den Kinderschuhen. Die meisten Schulen des Landes werden von kirchlichen Missionen und spanischen Einrichtungen getragen. Es besteht allgemeine Schulpflicht, aber nur ein Teil der Familien kann die Schulgebühren bezahlen. Auch reißen Schulbücher und Hefte ein ziemliches Loch in die Haushaltskasse. So gehen oft nur die Jungs auf eine weiterführende Schule. Die Alphabetisierungsrate ist die höchste im südlichen Afrika. Über neunzig Prozent der Bewohner können lesen und schreiben. Doch es fehlt an gut ausgebildeten Fachkräften. Seit einigen Jahren gibt es in Malabo eine Universität. Aber nur Kinder aus reichen Familien können sich ein Studium leisten.
Am beliebtesten ist Straßenfußball, denn alle Kinder können Fußballspielen. Dazu brauch man nur einen Ball, den sich Kinder schnell aus Plastiktüten, Stoffresten und Strickbändern basteln. Auch Mädchen spielen gerne Fußball, obwohl das nicht alle Mütter gerne sehen. Immerhin hat Äquatorialguinea eine starke Frauenfußballmannschaft! Mädchen spielen natürlich auch andere Ballspiele, wie eine Art von Volleyball, und sie tanzen gerne.

In Äquatorialguinea gibt es noch ursprüngliche Regenwälder, in denen die selten gewordenen Gorillas und Schimpansen leben. Äquatorialguinea ist damit eines der wenigen Länder, in denen man die Primaten noch in ihrer natürlichen Umgebung antreffen kann. Beeindruckend sind auch die zierlichen Waldelefanten, die im Monte Alén-Nationalpark leben. Die Waldelefanten sind kleiner als ihre Verwandten in der Savanne. Sie haben sternförmig angelegte Trampelpfade gebildet, auf denen sie sich regelmäßig zu ihren Sammelplätzen begeben. In dem Park kann man auch Krokodile, Antilopen und zahlreiche andere Tiere der Savanne beobachten. Hier kannst du auch zahlreiche bunte und exotische Vogelarten wie auch unzählige Insekten und Käfer beobachten.
Seit in Äquatorialguinea Erdöl entdeckt wurde, ist die Förderung und der Export des "schwarzen Goldes" die Haupteinnahme des Landes. Besonders die Küstengebiete sind reich an Erdölvorkommen. Obwohl das Land so klein ist, zählt es zum drittgrößten Erdölproduzent im südlichen Afrika. Viele Menschen haben Arbeit in der Ölförderung, aber über die Hälfte lebt von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Obwohl das Land regenreich ist, hat die Hälfte der Bewohner keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und die meisten haben auch keine Toiletten.
Die Insel Bioko mit dem Vulkan Pico Basilé wird viel besucht. Der Vulkanberg ragt über 3.000 Meter in die Höhe. Vom Gipfel aus kann man bis nach Kamerun und nach Nigeria schauen. Auf den Vulkanketten lassen sich abenteuerliche Wanderungen inmitten einer atemberaubenden Landschaft unternehmen. Auf dem Foto links siehst du den Hafen von Malabo.
Die Ureinwohner waren vermutlich Pygmäen, Waldvölker, die seit Jahrtausenden durch die Regenwälder streifen. Im Lauf der afrikanischen Völkerwanderung um 800 nach Christus wanderten Bantuvölker in das Gebiet ein und verdrängten die Ureinwohner. Ihre Nachfahren sind die Fang, die heute noch die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Um 1500 nahm Portugal Äquatorialguinea in Besitz. Mehr als zweihundert Jahre beherrschten die Portugiesen des Gebiet, bevor sie es an Spanien abtraten. Dadurch wurde das kleine Land zu Spaniens einziger Kolonie im südlichen Afrika. Spanien erbaute auf der Insel Bioko die Stadt Malabo und errichtete eine Plantagenwirtschaft.
Das Land wurde am 12. Oktober 1968 unabhängig von Spanien. Kurz vor der Unabhängigkeit wurde ein Einheimischer namens Francisco Macias Nguema zum Präsidenten gewählt. Er regierte nicht zum Wohl der Bevölkerung. Im Gegenteil. Er diente den Interessen der einstigen spanischen Kolonialherren. Die Bevölkerung war wütend und wollte ihn absetzen. Im Frühjahr 1969 liess er die Aufstände niederschlagen. Der Präsident hob die Verfassung auf und errichtete ein schreckliches Terrorregime. Es war so schrecklich und menschenverachtend, dass ein Drittel der Bevölkerung ins Ausland floh. 1979 wurde er von seinem Neffen Teodoro Obiang Nguema Mbasogo gestürzt und hingerichtet. Anschließend übernahm Theodoro Obiang die Macht. Er verbesserte die Beziehungen zum Ausland. Doch bis heute regiert auch er das Land diktatorisch. Es gibt keine freie Presse, und auch die Menschenrechte werden nicht geachtet. Auf dem Foto links sieht du das Landungsdenkmal der ersten Portugiesen, das bei der Stadt Luba errichtet wurde.
Hier findest du das Rezept für das Nationalgericht von Äquatorialguinea
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Der große Weltatlas von Philip Steele.
Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen
Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth
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