
Die meisten großen Säugetiere des Regenwaldes kennen wir alle aus dem Zoo oder aus Filmen wie Waldelefanten, Büffel, Krokodile oder Flusspferde. Die Demokratische Republik Kongo beherbergt als einziges Land der Welt drei Arten von Menschenaffen: Gorillas, Bonobos und Schimpansen. Kaum zu glauben, aber Schimpansen sind stärker noch als Gorillas vom Aussterben bedroht. Man findet sie kaum mehr in den Wäldern. Neben den selten gewordenen Stars des Regenwaldes leben hier weitere 400 Säugetierarten und tausende verschiedener Vogelarten. Im Fluss Kongo hat man 700 verschiedene Fischarten gezählt. Was Insekten und Reptilien betrifft, haben Tierforscher noch keinen verlässlichen Überblick. Zu viele Arten leben in diesem riesigen Gebiet. Wieviele seltene Tiere im Regenwald von Zentralafrika beheimatet sind, ist noch ein Geheimnis. Forscher entdecken immer wieder neue Arten. Und manche Exemplare versetzen selbst die abgebrühtesten Entdecker in Erstaunen.
Das Okapi ist ein außergewöhnliches Geschöpf. Es scheint ein echtes Mischwesen zu sein aus Giraffe und Zebra. Der lange Hals spricht für die Verwandtschaft mit der Giraffe. Die Beine und Hufe sprechen für die Verwandtschaft mit dem bekanntesten Paarhufer, dem Zebra. Als sehr scheuer Bewohner des Regenwalds ist es nur teilweise erforscht. Wie die Giraffe besitzt das Okapi eine sehr lange blaue Zunge, mit der es greifen oder sich die Augen auswischen kann. Okapis sind Einzelgänger, sie schlafen kaum, dösen aber gerne. Ihre Schlaflosigkeit hat einen guten Grund. Sie muss ständig auf der Hut sein vor ihrem größten Feind, dem Leoparden. Er ist der schlaueste von allen Jägern des Regenwaldes. Okapis leben in den Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo. Im Ituri Regenwald wurde eigens ein Wildreservat für sie eingerichtet. Erst Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde das Okapi von Europäern gesichtet.
Sieht aus wie ein Fabelwesen, ist aber eine seltene Meerkatzenart, die im Regenwald von Zentralafrika lebt. Die Entdeckung vor wenigen Jahren ist auf einen Zufall zurückzuführen. Während einer Expedition im Kongo sahen Biologen den ersten Affen dieser Art im Haus eines Lehrers. Der Lehrer hatte das Tier in seine Obhut genommen, nachdem dessen Mutter im Wald getötet worden war. Das Forscherteam machte sich auf die Suche nach Artgenossen. Zuerst fanden sie einige in Gefangenschaft, dann das erste Exemplar in freier Wildbahn: in den immergrünen Feuchtwäldern im Osten des Kongo. Das Lesula-Äffchen lebt versteckt in der Lonami-Region des Kongo. Es hat „menschenähnliche“ Augen. Männliche Tiere besitzen einen leuchtend blauen Hautstreifen über ihrem Hinterteil und auf dem Geschlecht. Männchen wie Weibchen sollen das Morgengrauen lautstark mit einer Art von Affentanz begrüßen. Die Lesula Äffchen sind eine Schwesterart der Eulenkopf-Meerkatzen. Kaum ist die neue Art entdeckt, gehört sie schon wieder zu den bedrohten Arten: Sie ist wegen der Jagd auf Buschfleisch gefährdet.
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