Die Komoren sind ein Inselstaat an der Ostküste Afrikas. Sie besitzen zusammen eine Fläche von rund 1.861 km² und bilden die Heimat von 670 000 Menschen.
Die Komoren liegen im Indischen Ozean, zwischen der Küste von Ostafrika und Mosambik. Sie bestehen aus den drei Inseln Grande Comore, Anjouan und Mohéli. Die vierte Insel Mayotte bildet eine Ausnahme. Die Franzosen, die einst die Kolonialherrschaft über die Inseln ausübten, zählen diese Insel immer noch zu ihren Überseegebieten. Aber die Komorer denken, dass Mayotte durch ihre Geschichte und Kultur zu ihrer Republik gehört. Der Name der Komoren stammt aus dem Arabischen und heißt übersetzt so viel wie Mondinseln. Wenn du die Inseln auf der Karte mit einer Linie verbindest, dann erkennst du gleich, dass sie zusammen die Form eines Mondes bilden.
Die Inseln der Komoren sind aus Vulkanen entstanden und daher sehr gebirgig. Wunderschöne Plateaus und Hügelketten prägen die Landschaft, es gibt aber auch weite Savannen. In den höheren Lagen findet man noch tropischen Regenwald. Die meisten Waldgebiete wurden jedoch durch Brandrodung zerstört. An den zerklüfteten Küsten haben sich einige der artenreichsten Riffe der Welt gebildet. Hier sind die faszinierenden Riesenwasserschildkröten zuhause. Dichte Mangrovenwälder säumen die Küsten. Die Bäume schützen die Küsten vor Überflutung, ihre riesigen Luftwurzeln bieten die zahlreichen Fischen Lebensraum. Der höchste Berg der Komoren ist der Vulkan Mont Karthala mit einer Höhe von 2 361 Metern. Er befindet sich auf der Insel Grande Comore. Man kann ihn besteigen und einen Blick ins Innere des Vulkans werfen. Die Komoren liegen nahe am Äquator. Daher herrscht auf den Inseln das ganze Jahr über tropisches Klima mit 25 Grad im Durchschnitt. Von Mai bis Oktober ist auf den Inseln Trockenzeit. Die Regenzeit dauert von November bis April.
Auf den Komoren gibt es eine vielfältige Tierwelt, die für Savannen und Regenwälder typisch ist. Hier leben auch Arten, die man nirgendwo anders finden kann, wie der Mongozmaki. Der kleine Halbaffe ist vor allem nachts auf Nahrungssuche und wird von den Einheimischen daher „Kobold der Nacht“ genannt. bIn den zum Teil sehr tiefen Unterwassergräben machten Taucher vor einigen Jahrzehnten eine sensationelle Entdeckung. Sie fanden hier die letzte Population von Quastenflossern, eine sehr alte Fischart die nur in tiefen Wasserregionen vorkommt. Sie zählen zu den Knochenfischen und gelten als lebendes Fossil. Bis zu ihrer Entdeckung glaubte man, diese urtümlichen Fische, die vor etwa 400 Millionen Jahren die Meere bevölkerten, wären in der Kreidezeit ausgestorben. Doch in den Tiefen des Indischen Ozeans vor der Küste von Ostafrika haben sie überlebt.
Die Hauptstadt der Komoren ist Moroni auf Grande Comore. Arabische Händler haben die Stadt im 10. Jahrhundert gegründet und sie zur Hauptstadt des Sultanats von Bambao gemacht. Seit 1962 ist Moroni die Hauptstadt der Komoren. In der kleinen Hafenstadt leben etwa 50.000 Einwohner. Die Stadt wird gerne besucht wegen ihres bunten Marktes, den malerischen Gassen und prächtigen Moscheen. Von den Minaretten der Vendredi-Moschee hat man einen herrlichen Ausblick. Auf dem Markt findet man neben exotischen Früchten und Gewürzen auch Schmuck und kunstvoll geschnitzte Figuren aus Holz.

Die Vorfahren der Komori stammen aus nahezu allen Erdteilen. Araber, Bantuvölker, Inder, Madagassen und Einwanderer aus dem indonesischen Raum haben sich hier zu einem bunten Inselvolk vermischt. Die französische Sprache und die französische Küche sind den Komorern nach Ende der Kolonialzeit erhalten geblieben. Amtssprachen sind Französisch, Arabisch und Komorisch. Das Komorische ist dem Swahili sehr ähnlich, das in vielen Ländern Ostafrikas gesprochen wird. Die Komoren sind vorwiegend muslimisch geprägt. Viele Menschen leben in kleinen Fischerdörfern entlang der Küsten. Die Komoreninseln sind untereinander nur schwer zu erreichen. Deshalb leben die Komoren ziemlich isoliert von der Außenwelt.
Auf den Komoren gibt es ein öffentliches Schulsystem. Der Großteil der Komorer kann lesen. Es besteht Schulpflicht und die Schule ist umsonst. Die Eltern müssen aber Bücher und Material bezahlen. Das ist für viele Eltern eine große Belastung, denn sie verdienen sehr wenig. Viele Menschen sind so arm, dass die Kinder auf dem Feld oder beim Fischfang mithelfen müssen. Es ist ein Dilemma, denn nur Bildung verhilft den Menschen zu Wohlstand. Arabisch und Englisch sind Pflichtsprachen an den Schulen. Jungs lernen schon auf den Koranschulen Arabisch. Trotzdem ist das Erlernen der Fremdsprache vor allem für Erstklässler mühsam. Da auch die Schulen oft nicht sehr gut ausgestattet sind, ist der Unterricht kein großes Vergnügen. Die Lehrer sind meist nur unzureichend ausgebildet. Kein Wunder also, dass kaum mehr als die Hälfte der Kinder einen Schulabschluss macht.
Fußball ist eines der beliebtesten Spiele für Jungs. Die Mädchen sehen zu und spielen manchmal auch mit. Seit die Komoren eine eigenen Fußballnationalmannschaft besitzen, versammeln sich beim Afrika Cup of Nations oder bei internationalen Fußballspielen alle auf den Straßen vor den Fernsehern und feuern ihre Mannschaft an. Am Sonntag treffen sich die Familien am Strand, die Kinder tauchen oder messen sich bei Schwimmwettbewerben.
Die meisten Einwohner leben wie ihre Vorfahren vor hunderten von Jahren vom Fischfang und vom Gewürzanbau. Eingeweihte nennen die Komoren die Parfüm- oder Gewürzinseln. Vanille und Gewürznelken werden auf Plantagen angebaut. Ylang-Ylang Öl, das Parfums zugesetzt wird, stammt von hier. Ylang-Ylang bedeutet auf malaysisch Blume der Blumen. Die gelben Blüten des Ylang-Ylang Baumes blühen das ganze Jahr über. Aber nur, wenn die Bäume von Menschenhand kultiviert werden, verströmen sie den intensiven, einzigartig würzigen Duft. Das bekannteste Parfüm der Welt, Chanel No. 5, basiert auf dem Duft dieser Blüten. Es gibt kaum Industrie, und die wirtschaftliche Entwicklung geht nur langsam voran.
Auf den Inseln kann man zahlreiche alte Königsgräber und Festungen entdecken. Einige sind noch mit alten Kanonen bewehrt, einige sind als Museen ausgebaut. Die meisten Besucher kommen zum Tauchen auf die Komoren, um die seltene Unterwasserwelt zu erkunden. Vielleicht begegnen sie ja einmal einem der urzeitlichen Quastenflosser.
Die ersten Siedler kamen etwa 500 n. Christus auf die Inseln. Es waren vermutlich malaiische Seefahrer aus dem heutigen Indonesien. Für sie müssen die unbewohnten Inseln wie ein Paradies erschienen sein. Die Strände waren menschenleer. Im Landesinneren trafen die Neuankömmlingeauf ursprüngliche, tropische Wälder mit exotischen Tieren. In den geschützen Buchten der Insel Sie errichteten sie erste Siedlungen. Später kamen Bantuvölker vom Festland auf die Inseln. Sie vermischten sich mit den Malaien und bildeten ein friedliches Inselvolk. Im 10. Jahrhundert begann sich die Inselwelt durch das Einwandern von persischen Händlern radikal zu verändern. Die Einwanderer führten den Islam auf den Inseln ein. Mit ihnen entstand eine Swahili Kultur, ähnlich wie an der Ostküste von Afrika. Moscheen wurden gebaut und kleine Städte mit bunten Märkten errichtet. Ab dem 11. oder 12. Jahrhundert wurden Eisenwaren hergestellt und exportiert. Der Handel mit dem Festland wurde intensiver, die Menschen gelangten zu Reichtum, so dass kleine Sultanate entstanden. Die nächste große Veränderung erreichte die Inselwelt 1503, als erstmals portugiesische Seefahrer die Komoren entdeckten und auf ihren Karten verzeichneten. Mehr über die Geschichte der Komoren
Seit 1975 sind die Komoren eine unabhängige Republik. Die Komorer bezeichnen ihre Inseln als islamische Bundesrepublik. Sie sind stolz auf die Vielfalt ihrer Kulturen. In vielen Bereichen wie der Sprache und der Gastronomie herrschen arabische und französische Einflüsse vor. Die Bewohner leben von Kleinindustrie und Landwirtschaft. Die Bewohner produzieren hauptsächlich Gewürze und Essenzen für Parfüms. Die Komoren gehören zu den schönsten Flecken dieser Erde mit wilden Sandstränden, aktiven Vulkanen und tropischen Regenwäldern. Trotz seiner landschaftlichen Schönheiten bezeichnet sich der junge Staat als einer der ärmsten auf der ganzen Welt. Die jungen Komorer beginnen diese Schätze der Natur mehr und mehr als Einkunftsquelle zu betrachten. Sie bauen vorsichtig den Fremdenverkehr aus und errichten kleine Hotelanlagen sowie Tauch- und Surfschulen.
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